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    Der französische Biathlet Martin Fourcade bei Wettkämpfen in Oberhof (Archivbild)

    Doping bei Biathlon-WM in Östersund? Martin Fourcade: „Ich wäre nicht überrascht“

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    Ilona Pfeffer
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    Zwei Tage vor Beginn der Biathlon-WM in Schweden ist das Thema Doping wieder präsent. Haben möglicherweise auch Biathleten die Dienste des Erfurter Dopingarztes Mark S. und seines Netzwerks in Anspruch genommen? Sollten Dopingsünder härter bestraft werden? Sportler, Trainer und verantwortliche melden sich zu Wort.

    Am Ende des Weltcup-Winters steht für die Biathleten das Highlight der Saison bevor: Am Donnerstag beginnt die Weltmeisterschaft im schwedischen Östersund. Doch in die Vorfreude auf die Wettkämpfe mischt sich auch ein ungutes Gefühl, denn beinahe täglich kommen neue Details zum Doping-Skandal ans Licht, der die Ski-WM im österreichischen Seefeld überschattet hat.

    Französischer Biathlon-Superstar Fourcade rechnet mit Doping bei Biathlon-WM

    Schon in der vergangenen Woche schlossen Ermittler und Sportfunktionäre nicht aus, dass auch andere Sportarten betroffen sein könnten. Auch der fünfmalige Biathlon-Olympiasieger Martin Fourcade rechnet offenbar damit, dass Biathleten ebenfalls Eigenblutdoping betreiben. In einer Medienrunde am Dienstag sagte der Franzose, er wäre nicht überrascht, wenn in Östersund Doper entdeckt werden würden. „Biathlon ist dem Skilanglauf und Radsport doch sehr ähnlich. Warum sollte es hier also nicht auch wieder Doping geben? Man weiß das nie”, so Fourcade.

    Der 30-Jährige Biathlet zeigte sich schockiert von den Aufnahmen, die einen österreichischen Langläufer mutmaßlich beim Dopen zeigen. Der Anblick sei schwer zu ertragen gewesen. „Ich hoffe, dass alle, die in diesen Skandal verwickelt sind, nicht mehr ruhig schlafen können und sich schnell der Polizei stellen.“

    Fourcade betonte, er selbst habe nie leistungssteigernde Substanzen genommen.

    Härtere Strafen für Dopingsünder

    Indessen hat die deutsche Biathlon-Olympiasiegerin Kati Wilhelm gegenüber der DPA geäußert, sie glaube nicht an systematisches Doping in Deutschland. „Ich glaube, wenn in Deutschland jemand dopt, sind es Einzelfälle. Dann ist das eine Sache, wo der Sportler für sich diesen Schritt geht, weil er keine andere Möglichkeit sieht und um jeden Preis den Erfolg sucht.“

    >>>Mehr zum Thema: „Die Gauner sitzen woanders” – Für ÖSV-Präsident ist Deutschland die Dopingzentrale<<<

    Während die Ermittlungen um den Erfurter Mediziner Mark S. und das internationale Dopingnetzwerk andauern, hat sich DOSB-Präsident Alfons Hörmann für eine härtere Bestrafung von Dopingsündern ausgesprochen.

    „Ich kann nur sagen: Je härter, klarer und konsequenter Sportler, Hintermänner oder Betreuer bestraft werden, desto eher ist die Chance gegeben, dass diese Szenarien für alle anderen so abschreckend wirken, dass diese inakzeptablen und schockierenden Vergehen unterbleiben.“

    Auch der Trainer der österreichischen Biathleten, Ricco Groß, zeigte sich schockiert von dem Dopingskandal bei den Langläufern. Bei seinen eigenen Schützlingen könne er sich das aber nicht vorstellen.

    Kasachische Biathletin Wischnewskaja nicht mehr gesperrt

    Aufatmen kann die kasachische Biathletin Galina Wischnewskaja. Ihre vorläufige Sperre wegen Dopingverdachts wurde mit einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS aufgehoben. Zusammen mit acht Teammitgliedern war Wischnewskaja im November 2018 wegen angeblicher Verstöße gegen Anti-Doping-Regeln vorläufig gesperrt worden.

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    Tags:
    Biathlet, Biathlon, Festnahmen, Razzia, Doping, Olympische Winterspiele 2018 in Pyeongchang, IOC, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), WADA, Martin Fourcade, Österreich, Frankreich, Schweden, Deutschland