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02:36 13 November 2019
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    Zahra Lari, Eiskunstläuferin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, beim Training in Krasnojarsk

    Nicht ohne meinen Hidschab: Ein Regelverstoß wird Normalität

    © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    Am Internationalen Frauentag beginnen die Wettkämpfe der Eiskunstläufer bei der Universiade, den Weltsportspielen der Studenten im russischen Krasnojarsk. Mit am Start: Die erste und einzige Vertreterin der Vereinigten Arabischen Emirate. Im Hidschab.

    Zahra Lari trägt Hidschab. Das Tragen des Kopftuches ist eigentlich Normalität für arabische Frauen, insbesondere für praktizierende Muslimas, doch gewiss keine bei sportlichen Wettkämpfen von internationalem Rang. Und so zieht die 24-Jährige die Blicke auf sich. Diese Aufmerksamkeit um ihre Person, die in ihrem Kulturkreis als unkeusch gilt und verpönt ist, gibt ihr die Möglichkeit, Vorreiterin zu sein: Für andere Muslimas, die sich im Leistungssport profilieren wollen.

    Die junge Frau ist eine der umstrittensten Teilnehmerinnen bei der Universiade. In der Vergangenheit kassierte sie bei Wettbewerben wegen Verstoßes gegen die Kleiderordnung der Internationalen Eislaufunion (ISU) lieber den einen oder anderen Strafpunkt, als sich vom Kopftuch zu trennen.

    Das Reglement der ISU sieht vor, dass wegen der großen Verletzungsgefahr von Sportlern auf jegliche Art von Kopfputz und Ohrschmuck zu verzichten sei. Beabsichtigt ist damit nicht, die Ausübung der Glaubensfreiheit einzuschränken.

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    Getreu dem Motto, was nicht passt, wird passend gemacht, wurden die strengen Regeln der Internationen Eislaufunion für Lari geändert und diese strafbewehrten Schwierigkeiten ausgeräumt.

    Im Interview mit RT räumte die Sportlerin ein, dass es allerdings mit dem Eiskunstlaufen selbst in den Vereinigten Arabischen Emiraten Probleme gebe:

    „Die größte Schwierigkeit besteht darin, Eisbahnen zu finden, es gibt einfach nicht genug. Wir haben nur eine Halle in Abu Dhabi. Die zweite ist anderen Arten des Wintersports vorbehalten, dort wird Eishockey gespielt. Das ist schon alles, was es in den VAE gibt. Diese Schwierigkeiten sind schon okay, schließlich bin ich die erste aus den Emiraten, und wenn man die Erste ist, steht man immer vor Herausforderungen.“ 

    Ihre Landsleute würden sie unterstützen: Sie schrieben Nachrichten über die Sozialen Netzwerke, würden sie auf der Straße erkennen und ihr Glück wünschen.

    Die Tochter einer zum Islam konvertierten US-Amerikanerin und eines aus den Emiraten stammenden Vaters ist vierfache Nationalmeisterin der VAE.

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      Zahra Lari, Eiskunstläuferin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, beim Training in Krasnojarsk
      © Sputnik / Wladimir Astapkowitsch
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    Zahra Lari, Eiskunstläuferin aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, beim Training in Krasnojarsk

    Sie träume davon, bei den Olympischen Spielen in Peking 2022 anzutreten. Doch zunächst wolle sie als erste Sportlerin ihres Landes bei den Studentischen Winter-Weltsportspielen gut abschneiden. Lari wird von der ehemaligen russischen Eiskunstläuferin Alexandra Ijewlewa trainiert.

    Die vom Internationalen Hochschulsportverband (FISU — Fédération Internationale du Sport Universitaire) organisierte Winter-Universiade findet vom 2. bis 12. März unter Teilnahme von 3000 Hochschulsportlern aus 58 Ländern im russischen Krasnojarsk statt.

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    Tags:
    Toleranz, Universität, Regeln, Hidschab, Muslime, Eiskunstlauf, Islam, Winter-Universiade 2019 in Krasnojarsk, Internationale Eislaufunion (ISU), VAE, Vereinigte Arabische Emirate (VAE), Krasnojarsk, Sibirien, Abu Dhabi, Russland