Widgets Magazine
15:20 14 Oktober 2019
SNA Radio
    DFB-Präsident Reinhard Grindel

    DFB-Präsident Reinhard Grindel tritt zurück – Medien

    © REUTERS / Ina Fassbender/Pool
    Sport
    Zum Kurzlink
    5301
    Abonnieren

    Der Präsident des Deutsches Fußballbundes (DFB), Reinhard Grindel, ist von seinem Posten am Dienstag zurücktreten. Das geht aus übereinstimmenden Medienberichten hervor.

    Nach drei Jahren als DFB-Präsident zieht Grindel damit die Konsequenzen aus den Anschuldigungen und der schwerwiegenden Kritik gegen seine Person in den vergangenen Tagen. Bei der Eröffnung der Hall of Fame im Fußballmuseum in Dortmund am Montag hatte Grindel noch geschwiegen. Nun ist der Druck auf den 57-Jährigen offenbar zu groß geworden. 

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Gottschalk witzelt über deutsche Fußballnationalmannschaft<<<

    Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ hatte zuvor Vorwürfe gegen den DFB-Präsidenten erhoben, dass er Zusatzeinkünfte über 78.000 Euro als Aufsichtsratschef der DFB-Medien Verwaltungs-Gesellschaft in den Jahren 2016 und 2017 nicht publik gemacht habe.

    Diesbezüglich hatte Grindel kürzlich mit dem Abbruch eines TV-Interviews für die Deutsche Welle für einen großen Eklat gesorgt. Sein Verhalten stieß in den sozialen Netzwerken auf Empörung und Spott.

    Laut der DFB-Presseabteilung hat Grindel bei seinem Amtsantritt korrekte Angaben über seine Einkünfte gemacht. Den Aufsichtsratsposten trat er drei Monate später an.

    Nichtsdestotrotz ist die Kritik an ihm diese Woche lauter geworden. 

    Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat am Montag mitgeteilt: „Wenn man in solch einer Position ist und solche Dinge ans Licht kommen, sollte man zumindest Argumente haben, um sie so schnell wie möglich beiseite zu räumen. Beim DFB wird aber schon einmal gerne zu lange rumgeeiert.“ 

    Geschäftsführer bei dem Zweitligisten FC St. Pauli, Andreas Rettig, ging mit dem DFB-Präsidenten noch härter ins Gericht: „Einen Platz in der Hall of Fame würde Grindel heute sicher nicht bekommen. Das Erscheinungsbild des DFB ist schon seit längerer Zeit verbesserungswürdig.“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: DFB-Präsident bricht Interview ab, weil ihm Frage nicht passt – Netz spottet<<<

    Damit ist wohl vor allem das desaströse Jahr 2018 für die deutsche Fußball-Nationalmannschaft gemeint.

    Nach dem Debakel bei der Weltmeisterschaft in Russland, wo das Team von Joachim Löw bereits nach der Vorrunde rausflog, ist der Deutsche Fußballbund wegen der Affäre um Mesut Özil noch mehr unter Druck geraten.

    Özil musste nach einem Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan harsche Kritik in der WM-Phase einstecken und ist mit dem DFB diesbezüglich in eine Konfliktsituation geraten. 

    Özil hat angegeben, nach rassistischen Parolen gegen seine Person nicht ausreichend geschützt worden zu sein. Der 30-Jährige ist danach via Social Media aus der DFB-Elf zurückgetreten und übte dabei harsche Kritik an dem DFB-Präsidenten.

    Grindel räumte später ein: „Ich hätte mich angesichts der rassistischen Angriffe an der einen oder anderen Stelle deutlicher positionieren und vor Mesut Özil stellen müssen. Da hätte ich klare Worte finden sollen.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Fußballteam, Fußball-Nationalspieler, Fußballklub, Fußballspieler, Aufsichtsrat, Amtsantritt, Eklat, Fußball-WM, Affäre, Kritik, Anschuldigungen, Rücktritt, Fußball, Interview, Deutsche Welle (DW), Deutscher Fußball-Bund (DFB), Der Spiegel, Lothar Matthäus, Reinhard Grindel, Mesut Özil, Dortmund, Deutschland