17:44 20 Juni 2019
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    Johannes Dürr (Archiv)

    Österreichischer Doping-Kronzeuge Dürr belastet Ex-Trainer

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    Der österreichische Langläufer Johannes Dürr, der die Verwendung von Doping gestanden hat, hat im Zuge der Ermittlungen auch Österreichs früheren Skilanglauf-Trainer Gerald Heigl schwer belastet. Das berichtet die ARD Sportschau am Montag auf ihrer offiziellen Webseite.

    Dem Bericht zufolge soll Dürr den früheren Trainer des Österreichischen Skiverbands (ÖSV) beschuldigt haben, ihn mit Dopingmitteln versorgt zu haben. Heigl stehe auch im Verdacht, von den Blutdopingbehandlungen Dürrs von Anfang an gewusst und die Trainingspläne darauf abgestimmt zu haben, so der Sender.

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    Heigls Anwalt Christian Horwath dementierte umgehend die Vorwürfe. Der ehemalige Trainer sei „nie in irgendwelche Dopingmachenschaften von Herrn Dürr verstrickt“ gewesen. Wenn er „etwas gewusst hätte, hätte er das sofort unterbunden“.

    „Die ganzen Vorwürfe seitens des Herrn Dürr sind völlig haltlos, und mein Mandant wird dagegen auch rechtliche Schritte einleiten“, zitiert ARD Horwath.

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    Gerald Heigl, der seit 2004 zum ÖSV-Trainerteam gehörte und ab 2011 als Chefcoach der Langläufer fungierte, verließ den ÖSV im April 2017, offiziell auf eigenen Wunsch. Er war in den vergangenen Jahren im Zuge mehrerer Dopingfälle unter Druck geraten, nicht nur im Zusammenhang mit Dürrs Fall, sowie mit dem vom Langläufer Harald Wurm, der Ende 2015 eine vierjährige Dopingsperre erhielt.

    Laut dem Sender betreute Heigl nach seinem Weggang vom ÖSV auch weitere Athleten des Verbandes, unter anderem den Biathleten Dominik Landertinger und den Langläufer Max Hauke, der bei der „Operation Aderlass“ während der Ski-Weltmeisterschaft in Seefeld im Februar beim Blutdopen erwischt wurde.

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    Der österreichische Skier Johannes Dürr ist bei den Olympischen Winterspielen in Sotschi 2014 des Dopings mit dem Präparat EPO überführt und für zwei Jahre gesperrt worden. In der im Januar in der ARD ausgestrahlten Dokumentation „Geheimsache Doping: Die Gier nach Gold – Der Weg in die Dopingfalle“ berichtete der Sportler außerdem über systematisches Eigenblutdoping. Die Behandlungen haben laut Dürr auch auf deutschem Boden stattgefunden. Die Namen der Beteiligten wollte der Sportler bei seinem Geständnis jedoch nicht nennen.

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    Skifahrer, Skilauf, Skirennen, Langlauf, Sport, Sportart, Sportler, systematisches Doping, Doping-Manipulation, Dopingvorwürfe, Dopingverdacht, Doping-Sperre, Dopingskandal, Dopingregeln, Doping-Probe, Dopingtest, Doping, Österreicher, Österreich