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    Sophia Flörsch

    Bayerns schnellstes Mädel: Im Kampf gegen Schumacher und Vorurteile

    © AP Photo / Luca Bruno
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    An diesem Sonntag startet die Bayerin Sophia Flörsch zum dritten Mal in der europäischen Formel-Meisterschaft. In der laufenden Saison hat es die junge Pilotin nur zweimal in die Top-5 geschafft, was sie aber nicht daran hindert, ein Formel-1-Debüt zu erhoffen. Die hohen Ansprüche werden durch ihren sportlichen Werdegang durchaus gerechtfertigt.

    Im aktuellen Meisterschaftsrennen der Formula Regional European Championship, einer neuen Serie für künftige Aufsteiger in die höheren Rennklassen, landete die Deutsche Flörsch (18) nach den ersten Rennen in Frankreich und Italien auf dem siebten Platz der Fahrerwertung. Unter ihren Rivalen tauchten inzwischen die Sprösslinge von Formel-1-Prominezen wie Michael Schumachers Neffe David und der Angehörige einer renommierten Renndynastie Enzo Fittipaldi auf. Auch gegen den Sohn des legendären "Roten Barons", Mick Schumacher, trat sie noch als kleines Mädchen im Kartsport an.

    Die Konkurrenz seitens der Jungs ist für Sophia allerdings kaum ein Problem und sie bleibt fest bei ihrem Wunsch, Formel-1-Pilotin zu werden. Sollte die Münchnerin ihr Ziel erreichen, würde sie zur ersten Wettbewerbsteilnehmerin in der Königsklasse des Automobilsports seit 1992, als die Italienerin Giovanna Amati zuletzt für den Brabham-Rennstall zu starten versuchte. Die beste weibliche Formel-1-Leistung gab es noch früher, als Lella Lombardi 1975 den sechsten Platz beim Großen Preis von Spanien belegt hatte.

    Formel-1 für Frauen? „Ein Marketinggeschäft. Sportlich ohne Mehrwert“

    Trotz ihrer Teilnahme an einer Reihe von Initiativen, die das Engagement von Frauen im Sport fördern, äußerte sich Sophia Flörsch mehr als skeptisch gegenüber der Einrichtung von weiblichen Rennserien und bezeichnete diese Idee in einem Interview für den Tagesspiegel als „ein Marketinggeschäft. Sportlich ohne Mehrwert“. Das 2019 unter Beteiligung von DTM geschaffene Auftakturnier W Series, an dem ausschließlich Frauen teilnehmen dürfen, diene deswegen eher einer Abgrenzung,  statt einer Unterstützung ihrer Kolleginnen, so Flörsch.

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    Da sie seit vier Jahren einen von Männern dominierten Sport treibt, wirbt Sophia für weitere Konkurrenz zwischen beiden Geschlechtern auf der Rennstrecke.

    Ihre eigene Meinung zeigt Flörsch auch bei den Fragen der modernen Feminismus-Normen, wie beispielsweise Objektivierung des weiblichen Körpers. So postet die junge Pilotin ohne Hemmungen Fotos ihrer durchtrainierten Figur bei Instagram und nach eigenen Worten genießt sie jedes Rennen, das in Strand- und Wassernähe stattfindet. Ihre Schönheit unter Helm und Rennanzug zu verstecken, findet sie einfach seltsam.

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    Kurz vorm Karriereende nach schrecklichem Unfall

    Der Auftritt von Sophia Flörsch beim Großen Preis von Macau in der Formel-3-Klasse am 18. November 2018 sorgte für eine besondere Medienresonanz. Der Grund dafür war aber nicht auf die sportliche Leistung der Deutschen zurückzuführen. Bei einer Geschwindigkeit von ungefähr 276 km/h stieg Sophias Rennauto nach einer Kollision auf und prallte gegen die Pressetribüne. Die Aufnahmen des brutalen Unfalls wurden weltweit übertragen.

    Außer Flörsch, die mehrere Wirbelbrüche und eine Kompression des Wirbelkanals erlitt, wurden noch zwei Fotografen und ein Sportwart von Wrackteilen des Rennwagens verletzt. Die Pilotin hatte trotzdem Glück und entging einer Lähmung. Der mehrmonatige Reha-Prozess kostete sie selbst die Saison in der Elektromotor-Meisterschaft Formula E.

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    Mitte April nahm Flörsch zum ersten Mal nach dem Unglück an einem Rennen teil und setzte damit ihren Weg zur Formel-1 fort.

    Sophia Flörsch während der Testsession auf der italienischen Rennstrecke Monza am 6. März 2019
    © AP Photo / Luca Bruno
    Sophia Flörsch während der Testsession auf der italienischen Rennstrecke Monza am 6. März 2019

    er/gs

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    Tags:
    Macau, Michael Schumacher, Mick Schumacher, Formel E, Formel-1