01:27 21 November 2019
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    Die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart (L) beim Spiel für den UEFA-Superpokal in Istanbul

    Klopp und Liverpool holen Sieg: Lob oder Kritik für erste Schiedsrichterin im Supercup-Finale?

    © Sputnik / Michail Kirejew
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    Jürgen Klopp hat gestern mit dem FC Liverpool das Finale um den Supercup gegen den FC Chelsea gewonnen. Das Spiel wurde von Entscheidungen der Französin Stéphanie Frappart geleitet. Fast alle waren dabei korrekt.

    Anfang August war berichtet worden, dass die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart mit ihren Assistentinnen Manuela Nicolosi und Michelle O'Neill das Spiel des UEFA-Superpokals leiten wird. „Es wird das erste Mal sein, dass eine Frau ein bedeutendes UEFA-Wettbewerbsspiel der Männer leitet“, hieß es damals von der UEFA.

    Gestern fand das Top-Spiel zwischen Liverpool und Chelsea in Istanbul statt. Im Vorfeld vom Supercup äußerte sich Jürgen Klopp zum historischen Moment:

    „Es gibt so viele Dinge in der Welt, bei denen wir offensichtlich nicht klug sind, die richtige Entscheidung zu treffen. Das hier ist eine sehr kluge Entscheidung, eine Schiedsrichterin in einem sehr, sehr wichtigen, einem großen Spiel einzusetzen. Es ist das erste, aber ich hoffe nicht das letzte Mal.“

    Später lautete seine Einschätzung so: „Ich habe ihnen nach dem Spiel gesagt, dass wir, wenn wir so gespielt hätten, wie sie das Spiel geleitet haben, 6:0 gewonnen hätten.“ Sie seien wirklich gut gewesen. Sie seien wahnsinnig unter Druck gewesen. „Sie sind ruhig geblieben und haben getan, was in einem wichtigen Spiel zu tun ist. Ich könnte nicht mehr Respekt haben.“

    Wichtigste Szenen des Spieles

    • Die Französin zählt zwei Tore nicht. Diese von Christian Pulisic und Mason Mount – die beiden waren im Abseits. Offenbar hat die Französin in der ersten Episode einen Hinweis vom Video-Referee bekommen. Selbst vergeudete die Schiedsrichterin keine Zeit für die Durchsicht.
    • Drei gelbe Garten für Alexander-Arnold, J. Henderson und Azpilicueta.
    • Foulelfmeter für Chelsea. Adrián foulte Chelseas Joker Abraham, und die Schiedsrichterin gibt einen Strafstoß.

    Das Wichtigste: In diesem Spielmoment traf sie eine schnelle Entscheidung, ohne das VAR-System genutzt zu haben. Später wurde dies vom Video-Assistenten bestätigt.

    Allein neben starken Männern

    Es ist bekannt, dass die Schiedsrichter körperlich stark belastet sind. Die körperliche Form ist offenbar der Hauptgrund dafür, warum es im männlichen Fußball so wenige Frauen gibt. Frappart teilte zuvor bei einer Pressekonferenz mit, dass sie sich an allen Tests wie für die Männer beteiligt habe.

    „Wenn wir aufs Feld gehen, gibt es keinen Gender-Unterschied“, sagte die Frau damals.

    Und das hat sie gestern bewiesen: Die Schiedsrichterin, die 54 Kilogramm wiegt und 164 Zentimeter groß ist, verbrachte 120 statt 90 Minuten auf dem Fußballfeld.

    Es gab jedoch Fehler

    Elfmeterschießen: Adrián hielt den entscheidenden zehnten Versuch von Chelseas Tammy Abraham und entschied damit das Spiel. Adrián stand bei der Schussabgabe mit beiden Beinen vor der Torlinie. Laut aktuellen Regeln hätte zumindest ein Fuß die Linie berühren müssen.

    Reaktionen im Netz

    Wie finden deutsche Fußballamateure die Arbeitsergebnisse von Frappart?

    So reagierten russische Fußballfans:

    „Sie machte dies ziemlich cool“, hieß es in einem Kommentar.

    ​Ein weiterer Facebook-Nutzer schrieb dabei, dass die Französin und ihre Assistentinnen „knapp fehlerfrei“ gearbeitet hätten. 

    Ein User schrieb, dass alle von der Arbeit des Schiedsrichterin begeistert seien, und fragte dabei einen russischen Sportkommentator danach, ob man vielleicht nur weibliche Referees im Fußball haben sollte.

    Andere beschwerten sich über ihre umstrittene Entscheidungen, über ihre nicht besonders schnelle Reaktion und wenig Gewissheit.

    ak/mt

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    Tags:
    Jürgen Klopp, Istanbul, Entscheidung, Spiel, UEFA, Fußball