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    Alexander Kokorin und Pawel Mamajew (Archivbild)

    Nach skandalöser Schlägerei: Russische Kicker Kokorin und Mamajew vorzeitig aus Haft entlassen

    © Sputnik / Ewgeni Bijatow
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    Ein Gericht der Region Belgorod hat heute die Haftentlassung für die Fußballspieler Alexander Kokorin und Pawel Mamajew angeordnet. Dies teilte die Anwältin Tatjana Stukalowa zunächst in ihrem Instagram-Account mit.

    „Nach Hause“, steht auf dem geposteten Bild geschrieben, auf dem symbolhaft ein Fußball auf einem Rasen zu sehen ist.

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    Публикация от Татьяна Стукалова (@stukalova_official)

    „Die beste Nachricht für heute“, heißt es in einem Kommentar.

    „Hurra!!!!! Gute Nachricht!!!!!!“, so eine weitere Userin.

    „Gott!!!! Ich weine vor Freude!!!!!!! Ich bin so froh!!!!! Danke!!!! Danke allen!!!!!!!“

    „Gratulation!“

    So klingen die ersten Reaktionen der Russen.

    Später bestätigte die Pressesprecherin des regionalen Gerichts, Irina Sasonowa, dass die Anträge von Alexander Kokorin, Pawel Mamajew und Alexander Protassowizki bewilligt worden seien.

    Die Entscheidung über die vorzeitige Entlassung der Fußballspieler wird laut der Anwältin von Kokorin, Tatjana Stukalowa, am 17. September in Kraft treten. Für das Beschwerderecht gebe es zehn Tage. Die Anklageseite unterstützte aber die Position der Verteidigung: „Die Beschuldigten haben sich bewährt, wurden sofort zur Arbeit zugelassen, bekamen zwei Lobe.“

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    ФСИН поддержала ходатайства Кокорина и Мамаева об УДО. Представители Федеральной службы исполнения наказаний дадут положительную характеристику осужденным футболистам Павлу Мамаеву и Александру Кокорину, которые подали ходатайство об условно-досрочном освобождении. В пятницу, 6 сентября, на территории ИК-4 в Белгородской области пройдет выездное заседание Алексеевского районного суда, который рассмотрит ходатайства спортсменов, а также младшего брата нападающего "Зенита" Кирилла Кокорина. ▪️ "Характеристика будет положительной. Они зарекомендовали себя с хорошей стороны. Наши сотрудники это видят и отмечают. Футболисты активно, хоть и недолго, проявили себя в жизни колонии. Они выступили организаторами нескольких спортивных мероприятий, провели матч", — приводит слова заместителя директора ФСИН России Валерия Максименко "Московский комсомолец". ▪️ Представитель службы также отметил, что благодаря пропаганде Кокориным и Мамаевым здорового образа жизни в колонии увеличилось количество осужденных, которые занимаются спортом и физкультурой. ▪️ "Обо всем этом мы и напишем, и скажем на заседании. Вывод однозначный: мы поддерживаем их ходатайства об УДО. Ну а дальше пусть суд решает", — добавил замдиректора ФСИН. В октябре минувшего года нападающий "Зенита" Кокорин, полузащитник "Краснодара" Мамаев, младший брат Кокорина Кирилл и футболист любительской лиги Александр Протасовицкий стали участниками двух потасовок в центре Москвы. Сначала компания избила на улице Виталия Соловчука. Следующий конфликт произошел в кафе, где подозреваемые избили Дениса Пака и ударили по лицу гендиректора НАМИ Сергея Гайсина, который пытался их успокоить. Восьмого мая Пресненский суд Москвы назначил Кокориным по полтора года колонии общего режима, Мамаеву и Протасовицкому — год и пять месяцев. Источник: https://rsport.ria.ru #Мамаев #Кокорин

    Публикация от НОВОСТИ 18+ (@news_see_)

    Der Anwalt Juri Padalko sagte bereits gegenüber russischen Journalisten, dass die Männer nach ihrer Entlassung höchstwahrscheinlich „in den Sport zurückkehren und ihre Sportlerkarrieren fortsetzen werden“.

    Welche Perspektiven?

    Kurz vor der heutigen Gerichtsverhandlung äußerte sich der russische Sportminister Pawel Kolobkow zur möglichen Zukunft der Sportler:

    „Nach der Entlassung wird das Wichtigste für die Jungs sein, erneut das Recht zu bekommen, in ihren Mannschaften zu spielen (…). Was die Nationalmannschaft angeht: Wir haben jetzt ein gutes Team mit vielen jungen Sportlern, deswegen ist es zu früh für Kokorin und Mamajew, von der Nationalmannschaft zu reden.“

    Trotzdem äußerte er die Hoffnung, dass sie in die Nationalmannschaft zurückkehren und dass „sie alle verübten Handlungen begreifen und die richtigen Folgen ziehen werden“.

    Der Vertrag von Kokorin mit seinem Team war bekanntlich bereits am 1. Juli ausgelaufen. Nach seiner Entlassung wird Kokorin als freier Agent tätig sein. Russische Medien schreiben dazu, dass der FC Zenit dem Sportler offenbar einen neuen Vertrag anbieten wird. Kokorin erklärte im August, dass er bereit sei, seine Karriere bei Zenit zu beenden und sogar kostenlos für sein Team zu spielen.

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    Саша, ты свободен💙 Наконец-то🙏 Через #10дней он выйдет на волю! #кокорин #свободукокорину

    Публикация от 💙Z E N I T💙 (@zenit.fan.zone)

    Tarass Barabasch, der Generaldirektor von Zenit, kommentierte seinerseits die Gerichtsentscheidung:

    „Die Entlassung von Kokorin ist eine gute Nachricht für uns. Ich treffe mich mit Kokorin in nächster Zeit.“

    Die Situation um Mamajew scheint nicht so positiv zu sein. Sein Verein hatte sich bereits im Oktober 2018 an den entsprechenden Ausschuss des russischen Fußballverbands gewandt und gebeten, die Verletzung des Arbeitsvertrags durch den Fußballspieler festzustellen. Die Sitzung fand jedoch nicht statt, weil Mamajew selbst anwesend sein soll. Viktor Beressow vom russischen Fußballverband sagte kurz vor der heutigen Gerichtssitzung, dass die Frage in Bezug auf die Kündigung des Vertrags zwischen dem Sportler und Krasnodar erst eine bis zwei Wochen nach seiner Entlassung behandelt werden könne. „Zunächst müssen die Seiten informiert und die Schiedsrichter zusammengerufen werden. Wir haben bestimmte Fristen.“

    Russische Medien schreiben dazu, dass sich die Position der Leitung trotz der komplizierten Lage im Klub Krasnodar (wichtige Spieler sind verletzt) nicht geändert habe: Der Verein will offenbar den Vertrag kündigen, bislang gibt es aber keine offiziellen Kommentare zur heutigen Entlassung von Mamajew.

    Um in dieser Saison spielen zu können, muss laut den Regeln auf jeden Fall bis Ende September ein entsprechender Vertrag zwischen Mannschaften und Spielern geschlossen werden.

    Hintergrund

    Im Oktober 2018 waren der Stürmer von Zenit St. Petersburg, Alexander Kokorin, der Mittelfeldspieler von Krasnodar, Pawel Mamajew sowie der jüngere Bruder von Kokorin und Fußballspieler einer Amateurliga, Alexander Protassowizki, an zwei Schlägereien im Zentrum Moskaus beteiligt.

    Zunächst griffen sie auf der Straße den Fahrer einer Moderatorin des russischen TV-Senders „Perwy Kanal“, Witali Solowtschuk, an. Danach gingen sie in ein Café, wo sie den Chef eines Departements im russischen Industrie- und Handelsministerium, Denis Pak, attackierten. Unter anderem wurde der Generaldirektor des Staatlichen Forschungsinstituts NAMI für Automobile, Sergej Gajssin, der die Angreifer beruhigen wollte, dabei verletzt.

    Am 8. Mai wurden sie von einem Moskauer Gericht verurteilt: Kokorin erhielt eineinhalb Jahre hinter Gittern, Mamajew und Protassowizki bekamen einen Monat weniger.

    Im August 2019 hatten die Anwälte einen Antrag über die vorzeitige Haftentlassung eingereicht.

    ak/sb

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    Tags:
    Gefängnis, Fußball, Moskau, Skandal, Gericht, Russland