21:53 16 November 2019
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    Anne Haug gewinnt den Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii (12.10.2019, Kailua-Kona)

    Erste Deutsche: Anne Haug gewinnt Ironman-WM-Titel auf Hawaii

    © AP Photo / Marco Garcia
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    Anne Haug hat als erste deutsche Frau den Titel bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gewonnen.

    Anne Haug klatschte schon lange vor dem Roten Teppich mit den begeisterten Fans ab. Das Grinsen im Gesicht wurde mit jedem Schritt breiter. Die 36 Jahre alte Profi-Triathletin aus Bayreuth hat mit einer grandiosen Vorstellung nach dem Triumph von Jan Frodeno am Samstag (Ortszeit) in Kailua-Kona auch noch für den ersten deutschen Frauen-Sieg bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii gesorgt.

    "Das ist fantastisch, ich kann es selbst kaum glauben", sagte Haug der ARD.

    In ihrem überhaupt erst vierten Rennen über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren und 42,2 Kilometer Laufen bot Haug von Beginn an eine starke und vor allem taktisch exzellente Leistung und spielte am Ende ihre Laufstärke aus. Haug benötigte 8:40:10 Stunden. Mit dem vierten Platz bestätigte zudem Laura Philipp, das auch bei den Frauen eine deutsche Ära beginnen könnte.

    Mit 8:01 Minuten Rückstand auf die spätere Vizeweltmeisterin Lucy Charles-Barclay war Haug in die zweite Wechselzone gekommen. Eine Top-Ausgangsposition. Zumal die eigentliche Topfavoritin weit weg war: Bei Daniela Ryf aus der Schweiz ging praktisch nichts. Die Siegerin der vergangenen vier Jahre schwamm, fuhr und rannte der Spitze diesmal nur hinterher.

    Anders als Haug. In neuen giftgrünen Laufschuhen wirkte sie auch nach sechseinhalb Stunden körperlicher und mentaler Schwerstarbeit im welligen Pazifik, auf dem windigen Radkurs und der heißen Laufstrecke immer noch leichtfüßig. Kilometer um Kilometer verkürzte sie den Rückstand auf Charles-Barclay. Noch vor der Hälfte der 42,2 Kilometer lag die von Rennbeginn an Führende für Haug in Sichtweite. Das setzte noch mal Kräfte frei.

    Es war ein Rennen, wie auf Haug zugeschnitten. Beim Schwimmen nicht abreißen lassen, auf dem Rad eine starke Gruppe erwischen und beim Laufen alles geben. So hatte es sich die ehemalige Kurzdistanz-Vizeweltmeisterin idealerweise vorgestellt. Sie setzte es in die Realität um.

    Nach fast auf die Sekunde genau siebeneinhalb Stunden war es soweit: Haug zog an Charles-Barclay, deren größte Stärke das Schwimmen ist und die noch vermeintlich größte Schwäche das Laufen, vorbei.

    Erst Mitte August hatte sie die Qualifikation für Hawaii perfekt gemacht. Als Bronze-Medaillengewinnerin des Vorjahres musste sie den Ironman Kopenhagen nur finishen. Haug gewann ihn in deutscher Rekordzeit.

    Dass sie nur wenige Wochen Erholungs- und erneute Vorbereitungszeit auf das WM-Rennen hatte, machte Haug auch nichts aus. Dass sie wegen einer Fußverletzung und eines Ermüdungsbruchs monatelang nicht richtig in diesem Jahr trainieren konnte, war ihr auch nicht anzumerken. Dass sie ihren kompletten Rennplan in diesem Jahr über den Haufen werfen und ihre Teilnahme bei der EM in Frankfurt/Main absagen musste - auch egal.

    ai/dpa

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    WM, Deutschland, Hawaii