02:13 22 November 2019
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    Anti-Doping-Kampf: Bundesregierung will Whistleblower besser schützen, IOC investiert in Gen-Test

    © AP Photo / Alexander Zemlianichenko
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    Whistleblower im Sport sollen nach Willen der Bundesregierung künftig besser geschützt werden. Über externe Stellen sollen Hinweisgeber anonym Angaben zu Vergehen wie Dopingverstößen, Korruption und sexuellen Übergriffen machen können. Auch international soll Doping effektiver bekämpft werden.

    Laut ARD-Dopingredaktion will das Bundesinnenministerium (BMI) Sportverbände dazu verpflichten, externe Stellen einzurichten, über die anonyme Hinweise zu Vergehen wie Doping oder Wettbewerbsmanipulation entgegengenommen werden können. Whistleblowern käme im Spitzensport "erhebliche Bedeutung zu, da sie einen wesentlichen Beitrag zur Wahrung der Integrität des Sports leisten“.

    Solche Stellen gibt es bisher nur bei großen Verbänden wie dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) oder der Nationalen Anti-Doping-Agentur (NADA). Ein verbindlicher Zeitpunkt für die Einrichtung entsprechender Stellen bei anderen Verbänden wurde von der Bundesregierung bisher nicht genannt.

    "Hinweisgeberinnen und Hinweisgeber im Sport gehen oft ein hohes persönliches Risiko ein. Sport und Politik müssen diese besser schützen. Die Bundesregierung und der DOSB sollten schnellstmöglich aktiv werden und einen Gesamtbericht über externe Ombudsstellen im Sport veröffentlichen“, kommentiert Monika Lazar, Sprecherin für Sportpolitik der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen.

    Zum Schutz der Whistleblower prüft die Bundesregierung derzeit außerdem die Aufnahme einer Kronzeugenregelung in das Anti-Doping-Gesetz.

    International härteres Vorgehen gegen Doping gefordert

    Im Vorfeld der Olympischen Spiele 2020 in Tokio hat IOC-Präsident Thomas Bach am Dienstag bei der Welt-Anti-Doping-Konferenz in Kattowitz angekündigt,  künftig noch härter gegen Dopingsünder vorzugehen. Im Rahmen eines neuen Aktionsplans sollen unter anderem zehn Millionen Dollar für einen Gen-Test bereitgestellt werden. 

    „Diese neue Methode wird die Abschreckung erhöhen. Wir wollen, dass sich die Betrüger niemals sicher fühlen, zu jeder Zeit und überall“, sagte Bach.

    Der Gen-Test könnte einen Blutdoping-Nachweis Wochen oder gar Monate nach der EPO-Einnahme möglich machen. Das IOC will die Gen-Methode auch anwenden, wenn diese von der WADA noch nicht bis zu den Tokio-Spielen anerkannt ist.

    Auch auf politischer Ebene soll Bewegung in den Anti-Doping-Kampf kommen. Betreuer und Ärzte, die in Dopingfälle verstrickt sind, sollen künftig auch strafrechtlich belangt werden können.

    „Wir wollen die Regierungen ermutigen, nach wirksamen Wegen innerhalb ihrer jeweiligen nationalen Rechtssysteme zu suchen, um Menschen, die Teil des Umfelds sind, streng zu bestrafen“, so Bach. „Ein in einen Dopingfall verwickelter Arzt sollte nicht nur die Akkreditierung für Sportveranstaltungen verlieren.“

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    WADA, IOC, Deutscher Olympischer Sportbund DOSB, Dopingregeln, Dopingproben, Dopingtest, Doping