14:40 14 Dezember 2019
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    Olympische Ringe (Symbolbild)

    Kommt die Sportliche Deutsche Einheit? Mitteldeutschland kämpft um Olympia 2030

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    Eine Thüringer Bank hat einen ehrgeizigen Plan: 2030 sollen die Olympischen Winterspiele in Thüringen, Sachsen und Bayern stattfinden. Die Initiative „Olympia 2030“ wurde am Montag vorgestellt und stößt auf positive Resonanz.

    Im Geiste von 30 Jahren Mauerfall will Ostdeutschland mit einem ehrgeizigen Zukunftsprojekt punkten, das der Region Aufschwung und Bekanntheit bringen und die Menschen in Ost- und Westdeutschland zusammenschweißen soll. Geht es nach den Initiatoren des Projektes, sollen 2030 die Olympischen Winterspiele nach Thüringen, Sachsen und Bayern geholt werden. Die Idee geht auf die VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden eG zurück, die sich in Thüringen schon länger im Sport engagiert und beispielsweise Kredite an Vereine vergibt.

    Dass der Vorschlag ausgerechnet von seiner Bank komme, erklärt Mike Helios, Sprecher der VR-Bank Bad Salzungen Schmalkalden, damit, dass die Bank in der Region tief verwurzelt sei und sich dem Gemeinwohl verpflichtet fühle.

    „Und Gemeinwohl ist mehr, als das Verwalten von Konten. Wir investieren schonlange leidenschaftlich in Zukunftsideen, weil sie dazu beitragen, die Welt zu verbessern und das Leben der Menschen in der Region lebenswerter zu machen. Auch darin sehen wir unseren genossenschaftlichen Auftrag – ein Selbstverständnis, das bereits mit Friedrich Wilhelm Raiffeisen und dem Leipziger Hermann Schulze Delitzsch Mitte des 19. Jahrhunderts seinen Siegeszug durch die Welt antrat. Ihre Idee von damals ist heute Wirklichkeit. Und Tradition verpflichtet!“

    Am Montag wurde die neue Internetseite olympia2030.de vorgestellt, auf der das ausführliche Papier zum Projekt einsehbar ist.

    „Die Idee stammt aus dem Jubiläum 30 Jahre Mauerfall. Wir wollen die ländliche Struktur stärken, das ‚abgehängt sein‘ aus den Köpfen bekommen und ein Zeichen gegen baulichen Gigantismus setzen“, sagte Initiator Mike Helios der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

    Deutschland und insbesondere der Osten des Landes habe herausragende Voraussetzungen dank der bestens ausgebauten Sportstätten wie in Oberhof, Oberwiesenthal, Altenberg und Erfurt, die über langjährige Erfahrung in der Austragung von großen internationalen Wettkämpfen wie Weltcups und Weltmeisterschaften verfügen. Daher seien weder große Investitionen noch „baulicher Gigantismus“ vonnöten, um sie für die Olympischen Winterspiele 2030 vorzubereiten. Das spiele auch in puncto Umweltschutz und Nachhaltigkeit keine geringe Rolle.

    Zudem seien die deutschen Sportstätten Zuschauermagneten, sodass die Stadien immer bestens gefüllt seien. Für die Athleten solle sich das „Trauerspiel“ von Olympia 2018 in Peongchang nicht wiederholen, wo sie ihre Siege vor nahezu leeren Tribünen einfuhren. „Im Vergleich zu jedem Weltcup war das ein Trauerspiel. Das haben unsere Sportlerinnen bei Olympischen Spielen nicht verdient“, wird der ehemalige Biathlonbundestrainer Gerald Hönig zitiert. Beim Biathlon liegt die Zuschauerkapazität in Oberhof bei 25.000 Zuschauern, in Peongchang waren es gerade einmal 7500. Und gut besuchte Wettkämpfe bedeuten auch gute Einnahmen für die Region.

    „Ich wünsche mir sehnlichst Olympische Spiele in Deutschland – Was kann es Schöneres geben, als Olympische Spiele in seinem Heimatland?“, so IOC-Präsident Thomas Bach. Ähnlich begeistert klingen die Reaktionen diverser Politiker und (ehemaliger) deutscher Spitzensportler. So meint etwa Abfahrer Thomas Dreßen, für einen deutschen Wintersportler könne es nichts Besseres geben und ganz allgemein sei das eine „coole Geschichte” für den Wintersport.

    „Ich glaube, es ist auch unser Job, durch unser Auftreten Deutschland davon zu überzeugen, dass Olympische Spiele wieder mal schön und keine Belastung wären“, so Rodel-Olympiasiegerin Natalie Geisenberger.

    Und Frank Ullrich, Olympiasieger, mehrfacher Weltmeister und Gesamtweltcupsieger im Biathlon, Ex-Bundestrainer und langjähriges Mitglied der Technischen Kommission der Internationalen Biathlon-Union sagt:

    „Als Sportler und später als Trainer durfte ich an 11 Olympischen Winterspielen rund um den Globus teilnehmen und mit unserem Team viele Olympiasiege feiern. Schon als kleiner Junge habe ich davon geträumt, dass irgendwann mal in Thüringen Olympische Winterspiele stattfinden. Deshalb bin ich von Persönlichkeiten begeistert, die solche Visionen haben und sich dafür einsetzen. Schließlich hat der Wintersport in Thüringen und Sachsen eine lange Tradition und ich bin sicher, dass wir uns hier, an jenen Orten, die auf der Welt großes Ansehen genießen und die zurecht als Wiege großer sportlicher Erfolge gelten, als perfekte, faire und freundliche Gastgeber präsentieren werden.“

    Zuletzt war Deutschland mit den Bewerbungen für die Olympischen Winterspiele2022 in München sowie die Olympischen Sommerspiele 2024 in Hamburg gescheitert.

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    Tags:
    IOC, Deutscher Olympischer Sportbund DOSB, Bayern, Sachsen, Thüringen, Biathlon, Sport, Olympia