06:58 22 Januar 2020
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    Eishockey hat ein Problem: Die am Montag verkündeten Russland-Sanktionen der WADA würden auch die Eishockey-Weltmeisterschaften 2023 in St. Petersburg betreffen. Außerdem würde der Ausschluss der weltweit stärksten Mannschaft dem Wettbewerb wohl kaum guttun.

    Die von der WADA verhängte Sperre trifft Russland als große Sportnation und jeden einzelnen Athleten hart: Mit dem Ausschluss von Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften der kommenden vier Jahre könnten Monate, wenn nicht Jahre der Vorbereitung auf das, was der Höhepunkt der Karriere hätte sein sollen, vergeblich gewesen sein und der Traum von einer olympischen Medaille für so manchen Athleten für immer platzen.   

    Das Nationale Olympische Komitee Russlands will trotz der WADA-Entscheidung vom Montag die Vorbereitungen auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio fortsetzen. Das sagte Stanislaw Posdnjakow, Präsident des russischen NOK, am Mittwoch. „Die Situation verlangt von uns, alles zu tun, um die legitimen Rechte unserer sauberen Athleten zu gewährleisten.“

    Während die neuerlichen Strafmaßnahmen den russischen Sport als Ganzes treffen, dürfte es für den Eishockey ganz besonders knifflig werden. Kann man den Rekordweltmeister Russland einfach von Olympia und Weltmeisterschaften ausschließen? Welchen Wert hätten dann die Wettbewerbe und die Medaillen, fragen sich Kritiker und Fans. Neben anderen Sportarten wie Eiskunstlauf, Langlauf, Biathlon oder Rodeln ist es vor allem Eishockey, wo der Ausschluss von Top-Favorit Russland eine deutliche Lücke reißen würde. 2018 hatte Russland trotz Strafmaßnahmen olympisches Gold in Süd-Korea geholt – unter neutraler Flagge.  

    „In Pyeongchang war es richtig, dass man die Athleten, die nichts mit dem Fall zu tun hatten, auch spielen lässt. Man sollte von Pauschalitäten absehen”, sagt Franz Reindl, Präsident des Deutschen Eishockey-Bunds (DEB). Die neuerlichen Sanktionen findet er nach internationalen Gesichtspunkten jedoch völlig berechtigt. „Sie hatten die Chance, sich zu rehabilitieren und haben es nicht genutzt“, so Reindl.

    Sehr viel weniger sicher scheint der DEB-Chef in der Frage zu sein, was mit der nächsten Eishockey-Weltmeisterschaft passieren soll. Denn die soll eigentlich 2023 in St. Petersburg stattfinden und Russland ist mit dem aktuellen WADA-Beschluss von der Ausrichtung großer Sportereignisse ebenfalls ausgeschlossen.

    „Da bin ich überhaupt nicht sicher. Etwas Endgültiges zu sagen, ist verfrüht. Da müssen wir auch die möglichen Rechtsmittelfristen abwarten”, so Reindl.

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    Eishockey-Weltmeisterschaft, Weltmeisterschaft, Welt-Antidoping-Agentur (WADA), Eishockey