21:09 02 Juli 2020
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    Fast wären sie nicht mehr aus dem Land rausgekommen, jetzt kommen sie nicht mehr zurück – die chinesischen Biathleten bekommen die mit dem Coronavirus verbundenen Belastungen zu spüren. Der norwegische Star-Biathlet Ole Einar Björndalen, der gemeinsam mit Ehefrau Darja Domratschewa das chinesische Team trainiert, schildert die Situation.

    Das neuartige Coronavirus, mit dem jüngsten Berichten zufolge mehr als 72.000 Menschen infiziert sind, und an dem bisher über 1.800 Menschen gestorben sind, geht auch an dem Spitzensport nicht spurlos vorbei. In einem Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ schilderte Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen, welche Auswirkungen die mit der Lungenkrankheit verbundenen Reisebeschränkungen auf seine Schützlinge haben.

    Seit dieser Saison trainiert Björndalen gemeinsam mit seiner Frau, der viermaligen Olympiasiegerin Darja Domratschewa, das chinesische Biathlon-Team. Wegen des tödlichen Virus, das inzwischen den Namen COVID 19 trägt, durfte die Mannschaft nicht wie geplant nach China zurück, um sich zuhause auf die Weltmeisterschaft im italienischen Antholz vorzubereiten, so Björndalen. Weitere Athleten aus China nach Europa zu holen, sei ebenfalls nicht möglich gewesen.

    „Wenn wir zwei, drei Tage früher als geplant nach China gereist wären, wären wir auch nicht mehr aus dem Land rausgekommen. Da haben wir Glück gehabt“, erzählt der 46-Jährige. Seit Oktober seien seine Schützlinge in Europa und hätten sich im bayerischen Ruhpolding und im österreichischen Hochfilzen auf die Titelkämpfe vorbereitet. Wegen der geltenden Reisebeschränkungen hat der chinesische Cheftrainer die Befürchtung, dass seine Athleten mindestens noch bis Mai oder Juni in Europa werden bleiben müssen.

    „Das ist keine einfache Situation für die Athleten und das Team. Das ist vor allem schwer für die Familien der Athleten und der Betreuer“, so Björndalen. „Die sind alle in ihren Wohnungen eingesperrt, dürfen nicht raus, dürfen nicht einkaufen gehen, nichts. Die sind jetzt fast einen Monat zu Hause.“

    Im italienischen Antholz findet derzeit die Biathlon-Weltmeisterschaft statt. Fünf der insgesamt zwölf Rennen sind bereits absolviert. Für den DSV konnte bisher nur Denise Herrmann mit Rang zwei in der Verfolgung einen Medaillenplatz erringen.

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    Tags:
    Coronavirus, Biathlon-Weltcup, Biathlon