13:59 29 Oktober 2020
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    Nach seinem aufsehenerregenden Facebook-Video ist der Profifußballspieler Salomon Kalou von Hertha BSC suspendiert worden. Der Verein, die Deutsche Fußball Liga (DFL) und der deutsche Bundesgesundheitsminister Jens Spahn äußerten sich zum Vorfall.

    Der Ivorer veröffentlichte am Montag über Facebook Aufnahmen, die ungewöhnliche Einblicke in die Trainingsabläufe bei Hertha BSC geben. Darüber hinaus dokumentierte Kalou mit seinem rund 25-minütigen Film deutliche Verstöße gegen die strengen Hygienevorschriften für die Fußball-Bundesligisten.

    Im Clip ist unter anderem zu sehen, wie bei Kalous Mitspieler Jordan Torunarigha eine Probe für einen Corona-Test genommen wird. Zudem hatte der 34-Jährige Gespräche in der Umkleidekabine unter anderem mit dem Teamkollegen Vedad Ibisevic aufgenommen.

    Während der Video-Sequenz stimmte Kalou einen wilden „Corona-Gesang“ an und gab immer wieder Mitspielern oder Vereinsmitarbeitern die Hand. Außerdem filmte er Lästereien über die wegen der Pandemie gekürzten Gehälter.

    „Keine Toleranz“

    Die Deutsche Fußball Liga reagierte entsetzt auf das Video. Die Bilder des Offensivspielers aus der Kabine von Hertha BSC seien „absolut inakzeptabel“, twitterte die DFL.

    „Hierfür kann es keine Toleranz geben – auch mit Blick auf Spieler und Clubs, die sich an die Vorgaben halten, weil sie die Ernsthaftigkeit der Situation erfasst haben.“

    Herta nimmt Stellung

    Kalou wurde noch am Montag von Hertha BSC suspendiert. In einer Stellungnahme vom Montag betonte der Verein, dass Kalou mit dem Video aus der Kabine „gegen teaminterne grundlegende Regeln verstoßen“ und ein Verhalten gezeigt habe, „welches weder der Situation angemessen ist noch den Verhaltensregeln des Vereins“ entspreche.

    Der Spieler entschuldigte sich in der Mitteilung.

    „Ich habe nicht wirklich nachgedacht und mich darüber gefreut, dass unsere Tests alle negativ waren.“

    Spahn: Hygiene-Konzept der DFL macht trotzdem Sinn

    Der Schaden durch den brisanten Berliner Facebook-Clip ist für die um die Saisonfortsetzung kämpfende Fußball-Bundesliga kurz vor der wohl entscheidenden Sitzung der Bundesregierung am Mittwoch noch nicht abzusehen.

    Allerdings gab Jens Spahn am Dienstagmorgen im Deutschlandfunk bekannt, dass er auch nach Kalous Aufnahmen keinen Zweifel am Hygiene-Konzept der DFL habe.

    „Das grundsätzliche Konzept macht Sinn und kann auch Vorbild sein im übrigen für andere Profisport-Bereiche. Aber dann muss es auch gelebt werden.“

    Es sei wichtig gewesen, dass der Berliner Verein nach diesem Video auch Konsequenzen gezogen habe. Hoffentlich hätten jetzt alle verstanden, dass „es hier um etwas geht“.

    Spahn bezeichnete die Bundesliga auch als „Exportschlager“. Es sei klar, dass die Tests zunächst für das Gesundheitswesen verwendet werden. Und wenn dann noch etwas ginge, könne auch in der Bundesliga getestet werden. Dann könnte man im Profisport „Schritt für Schritt in einen neuen Alltag“ kommen.

    FDP will Strafen für Verstöße gegen Anti-Corona-Regeln

    Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner forderte harte Strafen für Fußballprofis wie Salomon Kalou, die sich nicht an Hygiene- und Abstandsregeln halten, und hob gegenüber der DPA hervor, dass jeder Verantwortung tragen solle.

    „Solches individuelle Fehlverhalten muss daher so streng geahndet werden, dass es selbst Fußballmillionären richtig weh tut. Dennoch darf daraus nun kein Schaden für die Liga insgesamt entstehen.“

    Eine Entscheidung über eine mögliche Fortsetzung der Fußballsaison könnte an diesem Mittwoch in der nächsten Videokonferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Ministerpräsidenten der Länder fallen. Dafür hat die DFL ein Hygienekonzept mit Serientests bei allen 36 Profiteams ausgearbeitet, das unter anderem von Spahns Ministerium und vom Arbeitsministerium begutachtet worden ist.

    Coronavirus

    Die Weltgesundheitsorganisation hatte am 11. März den Ausbruch des neuen Covid-19-Erregers als Pandemie eingestuft.

    Weltweit wurden laut der Johns-Hopkins-Universität (JHU) bereits mehr als 3,6 Millionen Menschen in 185 Ländern mit dem Virus SARS-CoV-2 infiziert. Bisher wurden demnach 251.898 Todesopfer registriert.

    Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle in Deutschland beträgt nach Angaben der Organisation 166.152. An der neuartigen Krankheit seien 6993 Patienten gestorben.

    mo/mt/dpa

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    Coronavirus, Fußball, Deutschland, Hertha BSC