04:02 05 Dezember 2020
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    Das deutsche Nachrichtenportal Der Spiegel hat unter Berufung auf digitalforensische Gutachten von neuen Beweisen für mögliche Unstimmigkeiten im Verfahren um die russischen Biathletinnen Olga Sajzewa, Jana Romanowa und Olga Wiluchina bei dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) im schweizerischen Lausanne berichtet.

    Der am Freitag veröffentlichte Artikel ist dem ehemaligen Chef der russischen Anti-Doping-Agentur (RUSADA), Grigori Rodtschenkow, gewidmet. Der 2016 in die USA geflüchtete „Whistleblower“ ist Kronzeuge im Prozess über vermeintliche Manipulationen mit Doping-Proben von Sajzewa, Romanowa und Wiluchina.

    Das Internationale Olympische Komitee (IOC) brachte zunächst neun eidesstattliche Versicherungen Rodtschenkows in das Verfahren ein. Dem Bericht zufolge existieren mehrere Gutachten, die den Verdacht stützen, dass die Dokumente vermutlich nicht von Rodtschenkow persönlich unterschrieben worden seien.

    „Ein digitalforensisches Gutachten kommt zu dem Schluss, dass auf zwei eidesstattlichen Versicherungen nur eine Fotodatei von Rodtschenkows Unterschrift eingefügt wurde. Die anderen sieben seien zwar per Hand unterzeichnet, doch – so bilanzieren es zwei vorgeblich unabhängige Experten – handle es sich dabei wahrscheinlich nicht um Rodtschenkows Handschrift.“

    Die Verteidigung der Athletinnen äußerte dem Portal zufolge bereits am ersten Verhandlungstag vor dem CAS im März Zweifel an der Authentizität der Signaturen. Daraufhin legte das IOC eine neue eidesstattliche Versicherung Rodtschenkows vor. Darin geht er aber nicht darauf ein, wie die Unterschriften auf den anderen Dokumenten zustande kamen. Rodtschenkow bestätigt nur die darin getätigten Aussagen.

    Mehrere Beweismittel der Schweizer Prozessakte stützen aus Spiegels Sicht nicht nur Sajzewas Unschuld, sondern werfen auch die Frage auf, wie glaubhaft die Vorwürfe eines systematischen Dopings während der Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi wirklich seien. Ob man womöglich dem „Whistleblower“ des mutmaßlichen „Sotschi-Komplotts“ allzu sehr geglaubt habe.

    Lausanner Verfahren

    Das IOC hatte im November 2017 Olga Sajzewa, Jana Romanowa und Olga Wiluchina wegen angeblicher Verletzung von Anti-Doping-Regeln lebenslang von der Teilnahme an Olympischen Spielen gesperrt und ihre Ergebnisse bei den Olympischen Spielen 2014 in Sotschi annulliert. Das Staffelsilber der Damen sowie Wiluchinas Silbermedaille im Sprint wurden aberkannt.

    Die Sportlerinnen bestreiten die Entscheidung. Die entsprechende CAS-Sitzung fand vom 2. bis 3. März statt.

    mo/mt

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