16:19 28 November 2020
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    Biathlonfans haben den Termin sicher schon rot im Kalender markiert: Am 27. November geht im finnischen Kontiolahti der Biathlon-Weltcup 2020/2021 los. Doch was kann man von der Saison unter Corona-Bedingungen erwarten?

    Der Biathlon-Weltcup 2019/2020 endete als die Corona-Pandemie in Europa ankam: Zunächst gab es Geisterrennen vor leeren Rängen, die letzten Wettkämpfe wurden gar gänzlich abgesagt. Als sich das Corona-Geschehen nicht wie erhofft innerhalb einiger Monate eindämmen ließ, dürfte manchem Wintersportfan die bange Frage gekommen sein, ob er sich überhaupt auf die Saison 2020/2021 freuen darf. Die gute Nachricht ist: Die Wettkämpfe finden statt, wenn auch etwas anders als gewohnt.

    Zweimal Oberhof, dafür kein Ruhpolding

    Corona-bedingte Änderungen gibt es im Veranstaltungskalender. So wird der traditionsreiche Wettkampfort im bayerischen Ruhpolding in dieser Saison ausgelassen, dafür trägt das thüringische Oberhof gleich zwei Weltcups aus. Diese sollen vom 4. bis zum 10. Januar und vom 11. bis zum 17. Januar 2021 stattfinden. „Es ist ein bisschen unglaublich, Ruhpolding gehört eigentlich dazu“, kommentierte die deutsche Biathlon-Überfliegerin, Denise Herrmann. Sie müsse realistisch und froh sein, überhaupt Wettkämpfe laufen zu dürfen, sagte hingegen ihre Teamkollegin, Vanessa Hinz. Rund 17.000 Tickets sollen laut Veranstalter WSRO Skisport GmbH bereits verkauft sein, jedoch ist bisher nicht abschließend geklärt, ob überhaupt Zuschauer zugelassen werden. Mit einem Beschluss des Gesundheitsamtes diesbezüglich wird Mitte November gerechnet. Mehr als 9000 Zuschauer hält Hartmut Schubert, Staatssekretär im Finanzministerium und Oberhof-Beauftragter der thüringischen Landesregierung, für unrealistisch.

    Er befürchtet Millionen-Verluste durch die Austragung des Doppel-Weltcups. Für die Gewährleistung einer möglichst sicheren Austragung der Wettkämpfe hat der Deutsche Skiverband sportartenspezifische Hygiene- und Schutzkonzepte erstellt.

    Supersprint doch nicht so super

    Hinsichtlich des sportlichen Programms sollte in dieser Saison ebenfalls eine Neuerung kommen: der Supersprint. Diese Disziplin gibt es international zwar schon seit ein paar Jahren, im Weltcup sollte sie in der Saison 2020/2021 jedoch ihr Debüt geben. Das zweigeteilte Rennen beginnt zunächst mit der Qualifikation, bei der die Athleten, vergleichbar mit dem Sprint, einzeln auf Zeit laufen. Die Streckenlänge beträgt dabei drei Kilometer mit jeweils einer Stehend- und einer Liegendschießeinlage. Die besten 30 der Qualifikation starten anschließend zeitgleich im Finale und laufen eine Strecke von fünf Kilometern mit zweimal liegend und zweimal stehend Schießen. Gemäß vorläufigen Plänen der Internationalen Biathlon-Union (IBU) sollte die neue Disziplin das Weltcup-Finale in Oslo krönen, doch daraus wird nichts. Nach heftigen Protesten seitens der Athleten hatte der Verband die Pläne erst einmal wieder auf Eis gelegt und verkündet, das neue Format müsse zunächst im IBU-Cup getestet werden, bevor es auf der großen Weltcup-Bühne zur Anwendung kommen könne.

    Internationaler Sportgerichtshof mit Urteil gegen russischen Ex-Biathleten

    Auch hinsichtlich der seit Jahren im Raum stehenden Doping-Vorwürfe gegen russische Biathleten gibt es kurz vor Saisonbeginn Neuigkeiten. Der Internationale Sportgerichtshof Cas in Lausanne hat das im Februar ergangene Urteil des Biathlon-Weltverbandes IBU bestätigt, wonach der russische Ex-Biathlet Jewgeni Ustjugow des Dopings für schuldig befunden wurde.

    Die neue Biathlon Integrity Unit begrüßte das Urteil und verkündete, es „unterstreiche ihr Engagement dafür, dass Biathlon ein sauberer und vertrauenswürdiger Sport bleibt“. Alexej Panitsch, der Anwalt des russischen Ex-Biathleten, nannte das Urteil hingegen „lächerlich“ und kündigte an, die Entscheidung anzufechten. „Das ist weiterhin ein laufendes Verfahren, das wir mit Interesse beobachten. Nach unserem Verständnis ist das noch kein endgültiges Urteil. Daher ist es zu früh, dies zu kommentieren“, so die vorsichtige Einschätzung von Stefan Schwarzbach, Sprecher des Deutschen Skiverbandes.

    Sollte das Urteil bestehen bleiben, würden Ustjugow sämtliche Resultate der Jahre 2010 bis 2014 aberkannt werden. Darunter auch die Staffel-Goldmedaille bei Olympia 2014 in Sotschi, womit das Gold an die zweitplatzierten Deutschen ginge.

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