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02:01 19 September 2019
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    Laser gegen russischen „Satan“: Washingtons neue Waffe gegen ballistische Raketen

    © REUTERS / Breakthrough Initiatives
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    Das Pentagon will 2021 einen Laser zur Bekämpfung von ballistischen Raketen testen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Die USA werden die Raketenabwehr stärken und die Entwicklung von Kampflasern zur Vernichtung von ballistischen Raketen fortsetzen. Bei einer Sitzung des Kongresses am Mittwoch bezeichneten Vertreter des Verteidigungsministeriums Russland, den Iran und Nordkorea als Gegner. Laut Pentagon-Berater Brian McKeon sorgt Russland für besondere Beunruhigung, weil es den INF-Vertrag verletze und im Ganzen ein aggressives Vorgehen zeige.

    Solche Erklärungen der USA und anderer Nato-Länder sind in der letzten Zeit im Rahmen des Informationskrieges regelmäßig zu hören. Im US-Kongress hatten sie zum Ziel, von den Vertretern der Exekutive mehr Geld für das Militär zu fordern. Nach offiziellen Angaben will das Pentagon 2017 für verschiedene Programme im Bereich Raketenabwehr 7,5 Milliarden US-Dollar ausgeben, was etwas mehr als ein Prozent des gesamten US-Haushalts ist. Diese Mittel haben eine entscheidende Bedeutung bei der Entwicklung und Verbesserung des US-Raketenabwehrsystems, darunter der Entwicklung von Laserwaffen.

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    Nach Pentagon-Angaben können sich Laserwaffen als effektiv erweisen. Die Präsentation der Möglichkeiten eines Kampf-Lasersystem, das zur Vernichtung von ballistischen Raketen in der Anfangsphase des Fluges bestimmt ist, sei für 2021 geplant, sagte der Direktor der Agentur für Raketenabwehr, Vizeadmiral James Siring.

    „Wir haben unsere Anstrengungen auf die Entwicklung eines effektiveren und leichteren Lasers konzentriert, der an Bord eines Flugzeugs installiert wird“, sagte Siring. Ihm zufolge geht es dabei um eine nicht besonders starke Anlage, für deren Entwicklung das Pentagon in den kommenden fünf Jahren 278 Millionen US-Dollar bekommen will. In früheren Jahren wurde für die Entwicklung von Laserwaffen, die auf Boeing 747-400F installiert werden sollten, fünf Milliarden US-Dollar ausgegeben. Die letzten Tests fanden im Februar 2010 statt. Damals wurde damit eine ballistische Flüssigkeitsrakete vernichtet.

    Anzumerken ist, dass die weltweit stärkste russische ballistische Rakete RS-20W (SS-18 Satana) gerade eine Flüssigkeitsrakete ist. Wie der russische Militärexperte Wladimir Dworkin jedoch betonte, wurde das Programm zur Installierung von Kampflasern an Bord einer Boeing 747-400 anschließend wegen zu hoher Kosten und unzureichender Effizienz geschlossen.

    Jetzt werden die Arbeiten anscheinend fortgesetzt. Wie es aus offenen Quellen heißt, testete die amerikanische Rüstungsforschungs-Agentur DARPA die neue Laser-Kampfanlage Excalibur, die aus 28 Faserlasern besteht und Strahlen aus einer Entfernung von mehr als sieben Kilometern fokussieren kann. Die Anlage soll modernisiert und ihre Kapazität auf 100 Kilowatt erhöht werden – dies würde für die Vernichtung von Raketen, Geschossen, Drohnen und lebendiger Kräfte ausreichen.

    Russland entwickelt wohl ebenfalls solche Anlagen. Allerdings werden keine Details bekanntgegeben. Diese Tatsache wurde 2014 vom ehemaligen Generalstabschef Juri Balujewski bestätigt. Bekannt ist, dass in der Sowjetunion seit Mitte der 1950er-Jahre an der Entwicklung und Tests von Laserwaffen mit hoher Leistungsfähigkeit gearbeitet wurde. Laut dem Militärexperten Leonid Karjakin wurden in der Sowjetunion bereits vor 30 Jahren die Tests von bordgestützten Laseranlagen beendet. „Laserkanonen“ wurden auf Schiffen bzw. Landungsschiffen mit einer Wasserverdrängung von 800 Tonnen installiert. Das Gewicht der Laseranlagen machte rund zehn Prozent von dieser Kennzahl aus.

    Die Tests der Laseranlagen in der Schwarzmeerflotte hatten gezeigt, dass sie Marschflugkörper und Meeresziele treffen können. Doch dafür mussten sie leistungsstarke Laserstrahlen haben. Mit dem Zerfall der Sowjetunion wurden diese Projekte geschlossen und die Schiffe, auf denen die Anlagen montiert waren, der Ukraine übergeben. Karjakin zufolge gibt es eine unbestätigte Version, dass bei der Ausmusterung eines Schiffs der Schwarzmeerflotte geheime Dokumente bezüglich der Tests der Laseranlagen verschwanden, die Kiews Regierung an die US-Geheimdienste verkauft haben soll. 

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    Ob dies tatsächlich stimmt, ist nicht bekannt. Allerdings berichteten US-Behörden am 8. April 2013 offiziell über die Pläne zur Ausstattung von Kampfschiffen mit Laseranlagen, die Drohnen und kleinere Schiffe treffen können.

    Dworkin zufolge stellen die neuen US-Entwicklungen der Gefechtsanlagen für Drohnen keine Gefahr für die strategischen Kräfte Russlands dar. „Falls die Laseranlagen auf Flugzeugen bzw. Drohnen installiert werden, könnten sie mit diesen Waffen die Patrouillengebiete der russischen Atom-U-Boote abfliegen, jedoch nicht die Stationierungsorte der ballistischen Interkontinentalraketen. Allerdings werden die Patrouillengebiete der strategischen U-Boote sicher von russischen Flugzeugen und Schiffen überwacht. Das Abfliegen dieser Gebiete würde die Vorbereitung auf einen Atomkrieg mit Russland bedeuten, was für die USA absolut unannehmbar ist“, so Dworkin.

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    Tags:
    Laser, INF-Vertrag, Rakete RS-20W (SS-18 Satana), DARPA, Pentagon, NATO, James Siring, Wladimir Dworkin, USA, Russland