03:25 19 November 2019
SNA Radio
    Stationierung russischer S-400-Raketen

    Russische S-400-Raketen erregen immer mehr Interesse im Ausland

    © Sputnik / Alexei Danichev
    Technik
    Zum Kurzlink
    Russlands Waffenexporte (275)
    610912
    Abonnieren

    Nach China verhandelt nun auch Indien einem Zeitungsbericht zufolge über den Kauf russischer Luftabwehrsysteme des Typs S-400. Andere Länder zeigen ebenfalls Interesse, doch Russland will zunächst seine Streitkräfte beliefern. Das neue Waffensystem erregte insbesondere nach seiner Stationierung in Syrien international Aufsehen.

    Wladimir Putins Berater für militärtechnische Kooperation, Wladimir Kozhin, sagte der Tageszeitung „Iswestija“, viele Länder seien daran interessiert, russische S-400-Systeme zu kaufen: „Allerdings können wir diese Systeme nicht an alle liefern, denn vorrangig sind die Lieferungen an die russische Armee. Trotzdem wird mit China und mit Indien verhandelt.“

    Der russische Militärexperte Ruslan Puchow erläuterte: „Als die S-400-Produkion begann, kam auch die Frage nach dem Export auf. Das russische Verteidigungsministerium hielt von Anfang an daran fest, dass zunächst die russische Armee damit versorgt werden muss. Diese Position wurde aber zugunsten der chinesischen Auftraggeber geändert. Als sie Interesse an den S-400-Systemen bekundeten, wurde eine Ausnahme für sie gemacht, und zwar wegen der Wichtigkeit der Beziehungen mit China. Ein Vertrag mit den Chinesen liegt schon vor.“

    Dieser chinesische Deal mit Russland sowie der S-400-Einsatz in Syrien beeinflussten nach Informationen des Blattes auch Indiens Interesse: Experten schließen nicht aus, dass es auch diesem Land gelingt, einen Exportvertrag auszuhandeln.

    Ende November 2015 hatte die türkische Luftwaffe einen russischen Frontbomber des Typs Su-24M im syrisch-türkischen Grenzgebiet abgeschossen. Im Hinblick auf jenen Zwischenfall beschloss Russland, S-400-Luftabwehrsysteme auf seinem Luftwaffenstützpunkt Chmejmim in Syrien zu stationieren. 

    Mit ihrer Reichweite von bis zu 400 Kilometer sind S-400-Raketen in der Lage, gegnerische Kampfjets, Spionageflugzeuge, ballistische Raketen und Marschflugkörper abzuschießen. Jedes System kann mehrere Ziele synchron unter Beschuss nehmen.

    Der russische Militärexperte Igor Korotschenko sagte der Agentur Ria Novosti, die S-400-Stationierung in Syrien habe ermöglicht, jegliche Verletzungen des syrischen Luftraums zu unterbinden und eine effiziente Flugabwehr dort zu sichern: „Dies unterstreicht erneut die beispiellosen taktisch-technischen Daten des S-400-Systems.“

    Bei einer Sitzung der russischen Kommission für militärtechnische Zusammenarbeit mit dem Ausland hatte Präsident Putin im März mitgeteilt, Russland habe im vergangenen Jahr verschiedene Militärtechnik im Gesamtwert von 14,5 Milliarden US-Dollar exportiert und neue Vertrage im Gesamtwert von 26 Milliarden Dollar geschlossen. Jene Sitzung fand in Nischni Nowgorod statt, und zwar in einem neuen Produktionswerk, wo auch S-400-Systeme gebaut werden sollen. Laut Putin wurde die Errichtung neuer Rüstungsbetriebe beschlossen, weil die Zahl der ausländischen Aufträge zunimmt.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Themen:
    Russlands Waffenexporte (275)

    Zum Thema:

    Irans Verteidigungsminister visiert in Moskau milliardenschwere Waffendeals an
    10 Milliarden Dollar: Russlands Waffenexport an Saudi-Arabien im Gespräch - Zeitung
    Russische Rüstung steht hoch im Kurs
    Saudi-Arabien zeigt Interesse an russischen S-400-Raketen
    Tags:
    S-400, Wladimir Kozhin, Wladimir Putin, Indien, Russland, China