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07:09 17 Juli 2019
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    Russischer Su-27-Jet (Archivfoto)

    Su-Kampfjets halten Nato mit riskanten Manövern von russischen Grenzen fern

    © Foto : US Air Force / Thomas J. Doscher
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    Nesawissimaja Gaseta
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    US-Präsident Barack Obama hat nicht vor, das „Verhalten“ russischer Piloten mit seinem Amtskollegen Wladimir Putin zu besprechen, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Montag.

    Laut dem US-amerikanischen Zentralkommando-Sprecher Danny Hernandez kam es Ende der vergangenen Woche im internationalen Luftraum über der Ostsee zu einem weiteren Vorfall unter Beteiligung eines russischen Jagdflugzeugs Su-27, das ein US-Spionageflugzeug RC-135 abfing. Dabei manövrierte die russische Maschine gefährlich. Das russische Verteidigungsministerium betonte daraufhin, dass die russischen Piloten alle Sicherheitsmaßnahmen einhielten.

    Vertreter des Pentagon und des russischen Verteidigungsministeriums besprachen den Vorfall über einen speziellen Verbindungskanal. Nach US-Angaben hat das russische Jagdflugzeug nicht einfach das Abfangen geübt, sondern ist der linken Flügelspitze des US-Flugzeugs bis auf 15 Metern nahe gekommen, wodurch eine gefährliche Situation ausgelöst wurde. Der Sprecher des Weißen Hauses, Josh Earnest, sagte bei einem Pressebriefing: „Die Handlungen der russischen Militärflieger entsprachen nicht den üblichen Verhaltensnormen im internationalen Luft- und Seeraum.“

    Kurz zuvor war es in gleichen Gebiet zu einem Vorfall mit dem US-Zerstörer „Donald Cook“ gekommen, über den russische Su-24-Bomber und bordgestützte Hubschrauber der Baltischen Flotte hinwegfegten, wobei ab und zu Übergänge zu Angriffen imitiert wurden. Die US-Seite legte zur Bestätigung ihrer Vorwürfe Foto- und Videomaterialien vor. Laut US-Außenminister John Kerry hätte der US-Zerstörer gemäß den Regeln das Feuer gegen die gefährlich und provokativ nahegekommenen russischen Bomber eröffnen können. „Wir verurteilen ein solches Verhalten. Das ist unvernünftig, provokativ und gefährlich. Laut den Regeln der Kampfhandlungen hätten die russischen Flugzeuge abgeschossen werden können“, sagte Kerry.

    Gemäß einer Vereinbarung zwischen der Sowjetunion und den USA zur Vorbeugung von Vorfällen auf hoher See und im Luftraum kann tatsächlich als Antwort auf einen imitierten Angriff das Feuer eröffnet werden. Doch schon in Sowjetzeiten erfolgten gefährliche Aktionen vor allem seitens des US-Militärs. Das delikate Vorgehen der russischen Piloten wurde anscheinend als Charakterlosigkeit bzw. Schwäche wahrgenommen.

    Zum ersten Mal wurde eine Antwort im US-Stil vor zwei Jahren im Schwarzen Meer gegeben, als der US-Zerstörer „Donald Cook“ mit einem russischen Bomber Su-24 zusammentraf. Diesmal befand sich der Zerstörer zwar ebenfalls in internationalen Gewässern, näherte sich jedoch auf 70 Kilometer dem Hauptstützpunkt der Baltischen Flotte an. Klar ist ebenfalls, dass das Auftauchen des RC-135-Spionageflugzeugs nahe der russischen Küste dem russischen Militärkommando ebenfalls nicht gefiel. Es liegt auf der Hand, dass Moskau entschlossen in den Grenzgebieten vorgeht. Diese Entschlossenheit hängt nicht nur mit einzelnen Fällen, sondern mit der Ost-Erweiterung der Nato zusammen, bei der die Staaten des Baltikums nicht nur mit vielen Nato-Truppen, sondern auch mit Waffen versorgt werden, die die russische Sicherheit bedrohen.

    Es ist gut, dass die außenpolitischen und Militärbehörden spezielle Verbindungskanäle haben, über die Konfliktsituationen schnell besprochen werden können. Allerdings liegen die Gründe der Konfrontation viel tiefer. Wie Earnest aber betonte, hat US-Präsident Barack Obama bislang nicht vor, dieses Problem mit Wladimir Putin zu besprechen.

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    Tags:
    USS Donald Cook, RC-135U, Su-24, Su-27, John Kerry, USA, Russland