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12:23 14 Oktober 2019
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    Kampfhubschrauer Ka-52

    Panzerabwehr-Waffen gegen westliche Sanktionen: Neue Marktchancen für Kalaschnikow

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    Russische Kampfhubschrauber haben in Syrien einem Zeitungsbericht zufolge neue Panzerabwehr-Lenkwaffen des Konzerns Kalaschnikow eingesetzt. Diesen Waffen winken nun gute Exportchancen. Auch von der russischen Armee erhielt der Konzern einen Großauftrag. All dies half ihm laut Experten dabei, seine sanktionsbedingten Marktverluste zu verkraften.

    Nach Informationen der Tageszeitung „Iswestija“ haben russische Kampfhubschrauber Mi-28N und Ka-52 bei ihrem Syrien-Einsatz neue Panzerabwehr-Lenkwaffen des Typs Ataka und Wichr-M testweise eingesetzt. Eine Mi-28N zerstörte etwa einen gegnerischen Schützenpanzer des Typs BMP-1 und ein Bauwerk, wo sich Terroristen verbarrikadiert hatten.

    Der russische Militärexperte Viktor Murachowski sagte dem Blatt: „Die Panzerabwehr-Lenkraketen sind keine eng spezialisierten Anti-Panzer-Waffen mehr. Nach der israelischen Operation Gegossenes Blei im Jahr 2008 wurde klar, dass sie nicht nur gegen Kampffahrzeuge und eigentliche Kämpfer effizient sind, sondern auch Gebäude und sogar Luftfahrzeuge verschiedener Klasse zerstören können. Es kommt auf das Projektil an. Wurden die Panzerabwehr-Lenkwaffen zuvor mit Hohlladungsgeschossen bestückt, um die Reaktivpanzerung zu ‚durchbrennen‘, so setzt man derzeit auch Splitter- und Sprengmunition oder Aerosol-Munition ein, um Bauwerke anzugreifen.“ 

     

    Dass solche Lenkwaffen nun von neuen russischen Hubschraubern eingesetzt wurden, ist laut Murachowski ziemlich charakteristisch. Die Mi-28 und die Ka-52 steigen allmählich zu russischen Exporthits auf. Mi-28-Maschinen werden bereits an den Irak geliefert, um dort gegen IS-Kämpfer zum Einsatz zu kommen. Ägypten will unterdessen mit Ka-52 seine bei Frankreich gekauften Mistral-Schiffe ausstatten. 

    Vor diesem Hintergrund bekommt auch die Wichr-M-Lenkwaffe, mit der die Ka-52 ausgerüstet ist, neue Exportaussichten. Sie ist lasergelenkt, hat eine Reichweite von bis zu 10.000 Meter und wird in Kalaschnikow-Werken gebaut. Den russischen Luftstreitkräften steht diese Waffe erst seit Ende 2015 zur Verfügung – der Konzern lieferte sie im Rahmen eines Großauftrags. Die Rakete ist in der Lage, die Panzerung gegenwärtiger ausländischer Panzer zu durchbrechen – auch trotz abstandsaktiver Schutzmaßnahmen.

    Murachowski meinte, die Wichr-M-Waffe habe den Kalaschnikow-Konzern faktisch vor Bankrott gerettet: Wegen der westlichen Sanktionen habe der Konzern ja den US-amerikanischen und den europäischen Handfeuerwaffen-Markt verloren.

    Generell sagte der russische Militärexperte Igor Korotschenko: „Die Verhältnisse eines realen Krieges ermöglichen, die Effizienz der neuentwickelten Waffensysteme und Militärtechnik zu testen. Während der Kampfhandlungen in Syrien haben die russischen Streitkräfte erstmals modernste Luftwaffen-, Marine- und Raketensysteme eingesetzt, aber auch modernstes Militärgerät für Kommunikation, Datenübertragung und elektronische Kampfführung. Zum Einsatz kamen auch Drohnen und Systeme der Satellitenaufklärung. Man testete dort neue gelenkte Munition. Der reale Einsatz ermöglichte, Schwächen rechtzeitig aufzudecken und Maßnahmen zu treffen, um sie zu beseitigen. Damit wurden unter anderem Fachleute der zuständigen russischen Rüstungsbetriebe unmittelbar vor Ort beauftragt.“

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    Wichr-M, Mi-28, Ka-52, Kalaschnikow, Igor Korotschenko, Viktor Murachowski, Russland