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    Skandal nahe Staatsgrenze: Sowjetische Su-27 bekleckert Nato-Spion

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    Um Spionageflugzeuge der Nato zu verscheuchen, griffen sowjetische Kampfpiloten manchmal zu unkonventionellen Methoden. Ein Zwischenfall im Norden lief auf einen internationalen Skandal hinaus.

    Der TV-Sender Swesda berichtet am Mittwoch in seiner Onlineausgabe über einen Zwischenfall vom 13. September 1987, als sich ein norwegisches Spionageflugzeug des Typs P-3 Orion der sowjetischen Staatsgrenze über der Barentssee näherte, um dort Informationen zu sammeln.

    Eine alarmierte sowjetische Su-27 des 941. Jagdflieger-Regiments stieg in den Himmel. Den Kampfjet flog Pilot Wassili Zimbal. Eigentlich war das eine Routinemission, denn Nato-Flugzeuge wurden nahe der Grenze fast täglich beobachtet. 

    Der norwegische Seeaufklärer sah die Su-27, wollte jedoch seine Mission nicht unterbrechen. Er setzte gerade Sonarbojen in jenem Meeresgebiet ab, um herauszufinden, wann sowjetische U-Boote in See stechen.

    Es war dem sowjetischen Piloten verboten, das Feuer zu eröffnen. Um den Spion zu verjagen, simulierte er eine Attacke und störte einige Male in Folge mit seinem Triebwerksstrahl den Norweger am Weiterflug. Doch das Nato-Flugzeug ignorierte alles.

    Um den Abwurf einer weiteren Boje zu verhindern, kam der russische Kampfjet von unten – direkt unter den Rumpf der norwegischen Maschine. Dabei strich er mit seinem linken Seitenleitwerk zufällig einen Propeller der Orion. Der Propeller ging kaputt, seine Splitter durchlöcherten den Rumpf des Luftspions. Dieser ändere sofort den Kurs und flog weg von der sowjetischen Grenze. 

    Viktor Tschurin, einst Oberstleutnant der sowjetischen Luftabwehr, sagte dem Sender: „Der Su-27-Pilot wollte sich damit nicht begnügen. Um den Effekt zu unterstreichen und sich einprägsam zu verabschieden, holte er das Nato-Flugzeug ein und warf etwas Treibstoff auf dessen Cockpit ab. Danach kehrte er auf seinen Flugplatz zurück.“ 

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    © Foto : Pressedienst des Militärbezirks West für Nordflotte

    Der Zwischenfall löste einen internationalen Skandal aus. Norwegen bestellte den sowjetischen Botschafter ein – dieser bekam Fotos, die vom Luftspion gemacht wurden und den sowjetischen Kampfjet mit der Bordnummer 36 aus kurzer Distanz zeigten. Die Norweger protestierten gegen „gefährliches und unprofessionelles Vorgehen“ des sowjetischen Piloten.

    Der Skandal konnte schließlich vertuscht werden. Der Sender kommentiert: „In dieser Geschichte ist eine Tatsache bemerkenswert: Nach jenem Zwischenfall am 13. September hielten sich ausländische Aufklärungsflugzeuge drei oder vier Tage lang vom Seegebiet fern, wo sich sowjetische U-Boote konzentrierten. Und jede nächste Annäherung eines sowjetischen Kampfjets löste hysterische Funkkontakte aus.“

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    P-3 Orion, Su-27, NATO, Norwegen, Russland