09:08 18 Juli 2018
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    Neue Su-25-Version: Russische „Saatkrähen“ lernen Raketen auszuweichen

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    Das bewährte russische Erdkampfflugzeug Su-25 wird einem Zeitungsbericht zufolge modernisiert. Nun bekommt die Maschine mehr Schutz vor Boden-Luft-Raketen. Außerdem gibt es neue Optionen, um Präzisionswaffen aktiv einzusetzen. All dies soll den Kampfjet deutlich stärker machen.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Donnerstag berichtet, erhält die russische Luftwaffe im laufenden Jahr mehrere modernisierte Erdkampfflugzeuge des Typs Su-25SM3. Im Zeitraum bis Ende 2020 sollen insgesamt mehr als 40 Maschinen auf diese Weise modernisiert werden. Die Su-25 ist in Russland auch als „Gratsch“ bekannt – auf Deutsch „Saatkrähe“.

     

    Die neue Modifikation soll in der Lage sein, Panzer oder weitere Kampffahrzeuge bei jedem Wetter und auch nachts zu zerstören, selbst wenn diese Ziele mit Flugabwehrsystemen wie Stinger oder Patriot geschützt sind. Um einen Abschuss durch Boden-Luft-Raketen zu vermeiden, hat der modernisierte Kampfjet eine elektronische Anlage  des Typs Witebsk, die anfliegende Raketen „blind“ macht und die Arbeit der gegnerischen Radare stört.

    Ein zuständiger Fachmann im Bereich der elektronischen Kampfführung sagte dem Blatt: „Die Witebsk-Anlage sendet nicht nur Störungen, sondern entdeckt auch die Strahlung gegnerischer Radaranlagen (darunter auch Flugabwehr-Radare), identifiziert sie und berechnet mit hoher Präzision die Koordinaten der Strahlungsquelle. Die gesammelten Daten werden an die Zielvorrichtung der Su-25SM3 weitergeleitet.“

    Wie es hieß, funktioniert die Anti-Raketen-Anlage nach demselben Prinzip wie jene am neuen Panzer Armata, und zwar mit Ultraviolett-Sensoren, die auf ionisierte Luft reagieren. Der Kampfjet kann damit nicht nur mehreren zeitgleich abgefeuerten Boden-Luft-Raketen weichen, sondern auch deren Startvorrichtung sofort aufspüren und angreifen. Für diese Zwecke hat das Flugzeug gelenkte Luft-Boden-Raketen Kh-58 sowie weitere Raketen und Bomben. 

    Die Zielvorrichtung SOLT-25 ermöglicht den Piloten, gegnerische Kampffahrzeuge in einer Entfernung von mehreren Kilometern zu orten – auch wenn es regnet oder schneit. Zur Verfügung stehen sowohl ein optisches als auch Wärmesichtgerät. Ein Laser-Entfernungsmesser ermittelt nicht nur die Distanz zum gesuchten Objekt, sondern markiert dieses als Ziel auch für Lenkmunition.

    Die Su-25 war bereits in verschiedenen Militärkonflikten zum Einsatz gekommen – von Afghanistan bis Syrien. Der Militärexperte Anton Lawrow bezeichnete die Maschine als „Arbeitspferd der russischen Luftwaffe“. 

    Wie er erläuterte, besteht das wichtigste Problem der bisherigen Su-25-Versionen darin, dass sie Präzisionsmunition nur begrenzt einsetzen können und vor modernen Flugabwehrsystemen wenig geschützt sind: „Die neue Su-25SM3 hat keine solchen Probleme. Sie kann gegnerische Flugabwehrraketen bekämpfen oder ihnen ausweichen, aber auch Ziele in großer Entfernung mit Präzisionswaffen zerstören.“ Die neue Modifikation des Kampfjets soll relativ billig, aber effizient sein, prognostizierte der Experte.

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    Tags:
    Su-25SM3, Kh-58USchK, Russland
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