01:28 25 September 2018
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    Russisches Kampffahrzeug der Zukunft: Fernsteuerung, dann autonome Roboter

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    Bei der Entwicklung des ferngesteuerten Kampffahrzeugs Udar mussten russische Konstrukteure viele spezifische Schwierigkeiten überwinden. Wie ein Militärexperte erläutert, war die Aufgabe viel komplizierter im Vergleich zum Bau einer Drohne für Lufteinsätze. Trotzdem wird bereits an einem völlig autonomen Kampffahrzeug getüftelt.

    Der russische Militärexperte Viktor Murachowski sagte dem TV-Sender Swesda im Hinblick auf das Projekt Udar (dt. Schlag): „In der ersten Phase versuchen die Entwickler, ein unbemanntes Kampffahrzeug zu bauen, das vor der Kampflinie operieren und Einsätze im Sinne der Gefechtsaufklärung absolvieren soll.“ Das neue Kampffahrzeug auf BMP-3-Basis war im Herbst 2015 bei einer Ausstellung des russischen Verteidigungsministeriums präsentiert worden.

    Bei der Entwicklung ferngesteuerter Militärtechnik muss man laut Murachowski viele untypische Aufgaben lösen. Erstens muss der zuständige Operator die Kontrolle über das Kampffahrzeug behalten, selbst wenn der Gegner die Verbindung elektronisch stören will. Zweitens lassen sich jene Steuerungsmethoden, die für unbemannte Luftfahrzeuge geeignet sind, bei einem Kampf auf dem Boden schwer umsetzen.  

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    „Die Inhomogenität des Milieus, in dem ein Kampffahrzeug operiert, ist um zwei Größenordnungen höher als in der Luft. Neben den geografischen Besonderheiten der Gegend ist außerdem die Kampfsituation zu berücksichtigen. Der Einsatz eines solchen Kampffahrzeugs gestaltet sind deshalb um vier Größenordnungen schwieriger im Verhältnis zu jedem unbemannten Luftfahrzeug“, so Murachowski. 

    Das Kampffahrzeug Udar hat eine 30-mm-Maschinenkanone des Typs 2A42 mit einer Reichweite von bis zu 4.000 Meter sowie Panzerabwehr-Lenkwaffen des Typs Kornet, deren Reichweite bis zu 10.000 Meter beträgt. Die fortgeschrittene optisch-elektronische Zielvorrichtung ist ins Feuerleitsystem integriert.

    Ein Stabilisierungssystem ermöglicht, auch während der Fahrt zu schießen. Die Anlage Arena-E übernimmt abstandsaktive Schutzmaßnahmen. Am Rumpf des Kampffahrzeugs lassen sich Elemente der Reaktivpanzerung montieren.

    Neben dem festgesteuerten Schützenpanzer tüfteln Fachleute des zuständigen russischen Forschungsinstituts Signal auch an einem völlig autonomen robotisierten Kampffahrzeug auf BMP-3-Basis. Wladimir Schaschok, Leiter des Instituts, sagte in einem Interview, in Entwicklung befinde sich ein spezielles System, um alle Baugruppen und Aggregate des Kampffahrzeugs zu steuern.

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    Es geht darum, den wichtigsten Nachteil eines Roboters im Vergleich zu einem bemannten Kampffahrzeug zu überwinden. Marachowski erläutert: „Besatzungen von Kampffahrzeugen waren immer fähig, Informationen, die sich nicht formalisieren lassen, im Kampf zu empfangen und Entscheidungen blitzschnell zu treffen. In diesem Sinne waren die Maschinen immer den Menschen deutlich unterlegen.“ Nun soll das neue Steuerungssystem eben dazu dienen, die Situation sofort zu bewerten und Methoden zu wählen, um gegen jede Bedrohung vorzugehen.

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