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00:48 18 Juli 2019
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    Ballistische Rakete Wojewoda

    Hyperschall-Trümpfe für neue russische Interkontinental-Rakete

    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    Technik
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    Bei der ballistischen Interkontinental-Rakete RS-28 Sarmat, die in Russland entwickelt wird, fliegen die manöverfähigen Gefechtsköpfe voraussichtlich schneller im Vergleich zu ihren Vorläufern. Entsprechende technische Optionen sollen bereits getestet worden sein.

    Der russische TV-Sender Swesda kommentiert in seiner Onlineausgabe: „Die Sarmat-Rakete soll in gewisser Hinsicht bestimmen, in welcher Richtung sich die Mittel der nuklearen Abschreckung weltweit weiter entwickeln werden. Mit den Arbeiten an Sarmat werden eigentlich gleich mehrere Aufgaben gelöst. Unter anderem sollen die Gefechtsköpfe zu einem wesentlichen Teil neu gestaltet werden (…) Die Arbeit an der RS-28 erfordert vor allem höhere Geschwindigkeits-Parameter, um jede bestehende und in Entwicklung befindliche Raketenabwehr überwinden zu können.“ 

    Der manöverfähige Hyperschall-Wiedereintrittskörper der neuen Rakete wird im Westen als Yu-71 und in Russland gelegentlich als „Erzeugnis 4202“ bezeichnet. Die Gefechtsköpfe sollen laut Experten in der Lage sein, mit einer Geschwindigkeit von 6.000 bis 10.000 km/h zu manövrieren, so der Bericht. Um das zu erreichen, wären neue Steuerungssysteme nötig. 

    Mehr zum Thema: Waffen-Premieren in Russland 2016: zu Land, zur See und im Weltraum

    Der russische Militärexperte Alexej Leonkow sagte dem Sender: „Im Weltraum sind spezielle Steuertriebwerke für Manöver zuständig, in der Atmosphäre gewöhnlich die Steuerruder. Doch bei einer 10-Mach-Geschwindigkeit werden solche Mittel nicht mehr funktionieren.“ Eine zu große Kraft sei erforderlich, um die Flugbahn eines Gefechtskopfes bei solch einem Tempo zu ändern, hieß es.

    Eine weitere Aufgabe ist, so der Bericht weiter, die Kontrolle im Flug: Eine Fernsteuerung bei zehn Mach funktioniert nicht, deshalb braucht jeder Wiedereintrittskörper wahrscheinlich einen steuernden Computer.

    Hyperschall-Wiedereintrittskörper für künftige Sarmat-Raketen sollen bereits getestet worden sein. Nach Informationen der Tageszeitung „Iswestija“  hatte eine Ende April vom Gebiet Orenburg aus abgefeuerte Interkontinental-Rakete (vorerst eines anderen Typs) eben eine für Sarmat entwickelte Nutzlast getragen.

    Viktor Jessin, Ex-Stabschef der strategischen Raketentruppen, sagte dem Blatt, die Sarmat-Rakete sei halb so leicht wie ihr Vorläufer Wojewoda (Nato-Codename: Satan), dabei aber effizienter und in der Lage, Ziele in jeder Region der Welt zu treffen.

    „Die wichtigste Anforderung an die neue Rakete ist eine flexible Reaktion auf die Entwicklung der nationalen US-Raketenabwehr im Zeitraum bis 2030. Die Energie-Optionen der Rakete sollen ihr außerdem ermöglichen, Ziele nicht nur über den Nordpol, sondern auch über den Südpol zu treffen“, so Jessin.

    Die Sarmat-Raketen sollen laut Jessin in den Silos ihrer Vorläufer stationiert werden, Diese Silos sollen dabei grundlegend modernisiert und technologisch umgerüstet, aber auch mit Raketenabwehr-Elementen geschützt werden.

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    Tags:
    Interkontinentalrakete RS-28 Sarmat, Alexej Leonkow, Russland