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18:15 17 Oktober 2019
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    Russischer eisenbahngestützter Raketenkomplex BZRK

    Russlands Raketenzug und sein Vorläufer: „Alles soll anders sein“

    © Foto : Pressedienst der Strategischen Raketentruppen Russlands
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    Bei der Arbeit am sogenannten Eisenbahn-Raketenkomplex gibt es Fortschritte: Die dafür geeignete Rakete soll bald getestet werden. Experten erläutern, welche konstruktiven Probleme gelöst werden müssen, um den mit Atomraketen bestückten Zug (Codename: Bargusin) wie geplant in Betrieb zu nehmen. Ähnliche Waffen hatte einst auch die Sowjetunion.

    Der russische Technik-Experte Andrej Sobolew sagte dem TV-Sender Swesda: „Offenbar kann davon die Rede sein, dass die Parameter der eigentlichen Startvorrichtung bereits kalkuliert sind. Dies bedeutet, dass die Vorserien-Tests zum Greifen nah sind. Auch die Frage, wie das Kommando-Modul und weitere Hilfssysteme platziert werden sollen, ist offenbar bereits durchgearbeitet – genauso wie die Frage nach dem Platzieren der eigentlichen Rakete.“

    Juri Solomonow, Generalkonstrukteur des in Moskau ansässigen Entwicklers MITT, hatte in der laufenden Woche mitgeteilt, die ballistische Interkontinental-Rakete für den neuen russischen Raketenzug solle im Herbst 2016 getestet werden. Das Testprogramm ziele  darauf ab, die geplanten konstruktiven Lösungen zu überprüfen. 

    Mehr zum Thema: Waffen-Premieren in Russland 2016: zu Land, zur See und im Weltraum

    Der Sender weist darauf hin, dass die wichtigste Aufgabe darin besteht, die riesengroße Rakete mit mehreren Sprengköpfen in einem Eisenbahnwagen zu verstauen. Ein weiteres Problem ist die starke Druckbelastung auf das Gleis.

    Oleg Torbinski, einst Oberstleutnant der Raketentruppen, erläuterte: „Wenn die Rakete von einer mobilen Startrampe abgefeuert wird, erhöht sich der Druck auf den Schienenweg drastisch. Der Zug ist ja ohnehin sehr schwer – und beim Start wird er dazu noch durch die Energie der nach oben springenden 100-Tonnen-Rakete an das Gleis gedrückt.“

    Der Militärexperte Wladislaw Schurygin bestätigte: „Der Eisenbahn-Raketenkomplex der früheren Generation war sehr schwer. Daraus resultiere eine ganze Reihe von Begrenzungen bei seiner Weiterfahrt. Beim neuen Komplex soll alles anders sein – andere Raketen, andere Lenksysteme und so weiter.“

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    In Bezug darauf, welche Raketen konkret mitgeführt werden sollen, gab es vorerst keine offizielle Ankündigung. Experten gehen aber davon aus, dass es sich um eine Version der Rakete RS-24 Jars handeln könnte. Vermutlich kann jeder Zug fünf oder sogar sechs Raketen mitführen.

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    Laut Solomonow soll die Arbeit am Raketenzug im Hinblick auf die Ergebnisse der geplanten Tests fortgesetzt werden. Die Indienststellung findet voraussichtlich im Jahr 2019 oder 2020 statt.

    Eisenbahn-Raketensysteme hatten bereits den sowjetischen Streitkräften zur Verfügung gestanden. Insgesamt gab es damals zwölf solche Züge. Jeder davon führte drei ballistische  Raketen mit. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde im Sinne der damaligen Abrüstungsverträge auf diese Waffen verzichtet. Erst Jahre später wurde in Russland ein Neustart des Projekts beschlossen – diesmal auf einem höheren technologischen Niveau.

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    Tags:
    BZRK, MITT, Wladislaw Schurygin, Oleg Torbinski, Andrej Sobolew, Russland