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    U-Boot-Flotten im Vergleich: Russlands Aufholjagd mit Chancen

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    Die US-amerikanische U-Boot-Flotte soll der russischen weiterhin überlegen bleiben, so der Pentagon-Chef. Tatsächlich haben die USA deutlich mehr Atom-U-Boote. Aber auch Russlands Kriegsmarine hat ihre Trümpfe. Militärexperten beschäftigen sich mit dem aktuellen Stand der Dinge und mit den Aussichten.

    Der russische Militärexperte Konstantin Siwkow, einst Kapitän zur See, sagte der Onlinezeitung vz.ru, Russland sei derzeit in Sachen U-Boote den USA tatsächlich unterlegen: „Lohnt sich eine Aufholjagd auf Amerika? Sie lohnt sich wohl, wenn wir die Aufgabe zum Schutz unserer Interessen in globaler Hinsicht lösen wollen.“

    Pentagon-Chef Ashton Carter hatte jüngst auf dem Marinestützpunkt in Groton (Connecticut) gesagt, die Überlegenheit der US-amerikanischen U-Boot-Flotte gegenüber Russland und China sei zwar kein „angeborenes Recht“, werde aber bestehen bleiben.

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    Wie die Onlinezeitung weiter berichtet, hat die US-Navy derzeit 53 Atom-U-Boote, die russische Kriegsmarine nur 16 (19 weitere werden gebaut). Dazu noch hat Russland 57 Diesel-U-Boote, während Amerika überhaupt keine. Dies geht auf unterschiedliche Strategien zurück: Seit Ende der 1950er Jahre bauen die USA keine dieselgetriebenen  U-Boote mehr, weil diese für autonome Missionen weniger geeignet sind.

    Wenn es um einen technischen Vergleich von Atom-U-Booten geht, hat Russland in mancher Hinsicht seine Vorteile. Medienberichten zufolge wurde beispielsweise ein U-Boot gebaut, das mehrere Wochen lang in sechs Kilometer Tiefe operieren kann. So etwas haben weder die USA noch China.

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    Generell ist es nach Ansicht des russischen Marine-Experten Michail Nenaschew falsch, von einer vollständigen Überlegenheit der USA zu sprechen: „Könnten die Amerikaner mindestens ein Gebiet des Weltmeeres zeigen, wo wir nicht in der Lage wären, uns ihnen entgegenzusetzen oder zurückzuschlagen?“

    Russland habe Optionen, die jegliches Gerede von seinem hoffnungslosen Rückstand widerlegen würden, so Nenaschew. Er wies insbesondere auf jenen Einsatz hin, als ein russisches Diesel-U-Boot Marschflugkörper des Typs Kalibr gegen syrische Stellungen der Terrorgruppe IS abgefeuert hatte. 

    Seit mehreren Jahren übe die russische U-Boot-Flotte außerdem aktiv im Weltmeer. „Ihre professionellen Qualitäten haben inzwischen zugenommen. Dies ermöglicht selbst mit der vorhandenen Zahl der U-Boote, sowohl operativ-taktische als auch strategische Aufgaben zu lösen. Zwar braucht Russland mehrere Dutzend neue U-Boote, doch auch jetzt würden wir den Amerikanern nicht zuraten, die Kampfbereitschaft unserer Flotte real auf den Prüfstand zu stellen“, mahnte Nenaschew.

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    Tags:
    U-Boot, Konstantin Siwkow, Ashton Carter, China, USA, Russland