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    Strategischer Bomber Tu-160

    Tu-160-Bomber und seine Trümpfe: „Praktisch in jeder Region der Welt“

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    Der Langstreckenbomber Tu-160, in Russland auch als Weißer Schwan bekannt, ist für Patrouillenflüge in abgelegenen Gebieten bestens geeignet. Ein Experte klärt über seine Möglichkeiten auf.

    Der russische Flugzeug-Experte Juri Peljajew sagte dem TV-Sender Swesda: „Als Hauptstandort der strategischen Bomber Tu-160 gilt die Luftwaffenbasis in der Stadt Engels, Gebiet Saratow. Diese Maschinen können jedoch in praktisch jeder Region der Welt zum Einsatz kommen – genauso wie die Tu-95-Bomber, die auch in Engels stationiert sind.“ 

    Der Experte erläuterte, eine Tu-160 sei in der Lage, 12.000 Kilometer zurückzulegen. Mit Hilfe von Luftbetankung bleibe sie mehr als 24 Stunden lang in der Luft: „Wenn eine Maschine bei Saratow abhebt und etwa über dem Südchinesischen Meer nachgetankt wird, kann sie sich mehrere Stunden lang nahe der US-Küste aufhalten.“

    „Nicht auszuschließen ist auch die Nutzung von Zwischenlandeplätzen – beispielsweise auf Sachalin oder Kamtschatka. Von dort aus können diese Bomber bei Bedarf schnell Positionen erreichen, um Objekte eines potenziellen Gegners anzugreifen. Dabei brauchen sie nicht einmal die gegnerische Flugabwehr-Zone zu betreten, denn die mitgeführten Waffen sind fähig, Ziele in einer Entfernung von 2.000 bis 5.000 Kilometer zu treffen. Man muss sich also nicht unbedingt der Küste jenes Landes nähern, das sich als feindlich gegenüber Russland erweist“, so Peljajew.  

    Derzeit stehen 16 Bomber des Typs Tu-160 den russischen Streitkräften zur Verfügung. Jeder davon hat eine vierköpfige Besatzung und lässt sich von seiner Stärke her mit einem Atom-U-Boot vergleichen, das im Kriegsfall mit seinen Raketen fähig wäre, „mindestens eine US-Küste zu verwüsten“, wie der Sender formulierte. 

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    Mittlerweile stehen neue Marschflugkörper Kh-555 und Kh-101 dem Bomber zur Verfügung. Sie sind sowohl gegen strategische als auch gegen taktische land- und seegestützte Ziele effizient. Beim russischen Syrien-Einsatz hatten Tu-160-Bomber ihr Können bereits gezeigt. Sie griffen damals Anlagen der Terrorgruppe IS an, ohne den russischen Luftraum zu verlassen. 

    Seit Jahren sorgen spektakuläre Übungseinsätze der Tu-160 international für Aufsehen. Noch Ende der 1990er Jahre waren zwei solche Maschinen beispielsweise entlang der norwegischen Küste geflogen, um dann nach einem zwölfstündigen Flug Raketen gegen Übungsziele auf einem südrussischen Truppenübungsplatz abzufeuern. Später gab es auch Patrouillen über dem Atlantik und über dem Pazifik sowie über dem Indischen Ozean.

    Herbert Carlisle, General der US-Luftwaffe, zeigte sich kürzlich in einem Interview mit „USA Today“ darüber besorgt, dass Russland wieder stärker wird. Unter anderem verwies er eben auf Patrouillenflüge russischer Bomber nahe der US-Westküste.

    Russland tüftelt unterdessen bereits an einem neuen Langstreckenbomber. Dieser wird vorerst als PAK DA bezeichnet und soll die Tu-160 ablösen. Doch, wie der Sender prognostiziert, bleibt die Tu-160 noch mindestens 15 bis 20 Jahre in Dienst.

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    Kh-101, Kh-555, Tu-160, Herbert Carlisle, USA, Russland