00:17 23 Februar 2020
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    Neue Waffen für russische Armee (670)
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    Der neuartige russische Kampfjet T-50 hat einem Zeitungsbericht zufolge alle erforderlichen Ausrüstungen bekommen, um in Serie zu gehen. Ein entsprechender Vertrag wird schon vorbereitet. Damit ist die Sache allerdings noch nicht erledigt: Eine lange Nachbearbeitung steht bevor. Die Maschine wartet außerdem auf modernere Triebwerke.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Mittwoch berichtet, soll die achte Maschine des Typs T-50 am 20. Juni in Komsomolsk am Amur in den Himmel steigen. Von ihren Möglichkeiten her entspricht sie praktisch allen Anforderungen der Streitkräfte an den Kampfjet der 5. Generation.

    Ein Brancheninsider sagte dem Blatt: „Im Unterschied zu den bisherigen sieben Maschinen ist dieser Jet völlig mit jenen Geräten und Systemen ausgestattet, die in der Anforderungsliste enthalten sind. Ausgerechnet mit seinem Erscheinen kann davon die Rede sein, dass die T-50 als kampfstarke Einheit ein reales Gesicht bekommen hat und zu einer Serienproduktion im Interesse der Luft- und Weltraumkräfte bereit ist.“ (Stealth-Technologie >>> Die fünf tödlichsten Stealth-Kriegswaffen)

    Im Herbst soll die Flugzeugbau-Holding UAC einen Vertrag über die Erstserie mit dem Verteidigungsministerium unterzeichnen. Im kommenden Jahr sollen die ersten Maschinen an die Luftwaffe geliefert werden, wie deren Chef Viktor Bondarew mitteilte. 

    Der russische Militärexperte Ruslan Puchow, Chef der Denkfabrik CAST, erläuterte: „Die Erstserie soll mindestens zwölf Maschinen umfassen – eine Staffel also. Jene Flugzeuge, die jetzt getestet werden, zählen nicht dazu. Das heißt, im Jahr 2017 werden völlig neue Maschinen gebaut und geliefert, die der Anforderungsliste entsprechen sollen. Ihnen stehen dann Tests unmittelbar in der Truppe bevor. Danach kann von weiteren Ankäufen die Rede sein.“

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    Nach Ansicht von Puchow ist eine massive Produktion vorerst kaum zu erwarten: „Alles Neue ist sehr teuer. Es wäre falsch zu glauben, dass die Luftwaffe mit den ersten Maschinen irgendwelche Superkräfte bekommt. Die Nachbearbeitung nach der Indienststellung wird Jahre in Anspruch nehmen. Ein Beispiel wäre die Su-27. Deren Prototyp T-10 kam 1977 zustande. Zwischen jenem Prototyp und dem Endergebnis gab es eine Vielzahl von Änderungen an Konstruktion und Bordausrüstung. Nun die jüngste Modifikation Su-35S, die im vorletzten Jahr in Dienst gestellt wurde, kann als endgültig gelten. Ein ähnliches Schicksal erwartet nun offenbar auch die T-50.“

    Etwa die neuen Triebwerke befinden sich noch in Entwicklung. Die ersten serienproduzierten T-50-Kampfjets sollen die gleichen Triebwerke wie die S-35 bekommen. Dies reicht zwar aus, um eine Überschall-Marschgeschwindigkeit zu erreichen, entspricht aber nicht den Anforderungen der 5. Generation in Sachen Schub-Gewicht-Verhältnis und Treibstoffverbrauch. Die neuen Triebwerke sollen noch lange getestet und nachbearbeitet werden. Erst ab 2025, so der Bericht weiter, werden sie laut Prognosen zur Verfügung gestellt. Dann darf die T-50 ohne Vorbehalt als richtiger Kampfjet der 5. Generation gelten.

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    Die T-50 wird als Hauptkonkurrent der US-amerikanischen F-22 Raptor positioniert. Deren Entwicklungsprogramm wird auf insgesamt 74 Milliarden US-Dollar geschätzt, eine Maschine kostet rund 146 Millionen Dollar. Das russische Projekt soll um eine Größenordnung billiger sein.

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    F-22, T-50-Kampfjet, Russland