03:12 17 November 2019
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    Nun auch für Kampfjets: Überschall-Rakete BrahMos vor neuem Test

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    Die luftgestützte Version des russisch-indischen Marschflugkörpers BrahMos soll bald einem Zeitungsbericht zufolge praktisch getestet werden. Indien will damit seine Kampfjets ausrüsten. Ein Experte schließt nicht aus, dass auch Russland eine Indienststellung erwägen könnte – etwa im Interesse der Schwarzmeerflotte.

    Praveen Pathak, Sprecher des russisch-indischen Herstellers BrahMos Aerospace, sagte der Tageszeitung „Iswestija“: „Wir haben die Startvorrichtung modernisiert. Derzeit wird sie getestet – und demonstriert dabei die Vereinbarkeit des fortgeschrittenen Überschall-Marschflugkörpers BrahMos mit dem Su-30MKI-Jäger der indischen Luftwaffe. Während der nächsten Testphase im August soll geprüft werden, wie sich die Rakete vom Flugzeug loslöst. Im September oder Oktober wollen wir eine Rakete erstmals aus der Luft unmittelbar abfeuern. Generell haben wir die Arbeiten an diesem System bereits zu 90 Prozent geleistet.“

    Fotos: Deal mit Indien: Russischer Kampfjet Su-30MKI als Rafale-Ersatz

    Pathak betonte, das indische Militär sei begeistert von jener Feuerkraft und jener Reichweite, die durch die „tödliche Kombination“  des Jagdflugzeugs mit der neuen Rakete ermöglicht sein sollen.

    „Um diese Kampfjets mit BrahMos-Raketen ausstatten zu können, musste man konstruktive Änderungen vornehmen (…)  Zwecks einer erfolgreichen Integration wurde die Masse der luftgestützten Rakete um 500 Kilogramm und die Länge um fast 0,5 Meter reduziert“, so Pathak.

    Die BrahMos-Rakete war ursprünglich auf Basis des russischen Seezielflugkörpers Jachont entwickelt worden. Derzeit kann sie von landgestützten Startvorrichtungen, Überwasserschiffen und U-Booten abgefeuert werden. Nun sind Su-30MKI-Kampfjets als Trägersysteme an der Reihe. Den indischen Streitkräften stehen 350 solche Flugzeuge zur Verfügung – das Land will sie auch weiterhin in russischer Lizenz bauen. Zunächst sollen rund 40 Kampfjets mit BrahMos-Raketen bestückt werden.

    Der russische Militärexperte Andrej Frolow sagte dem Blatt: „Als luftgestützte Version hat die Rakete sehr gute Exportaussichten. Niemand außer Russland und Indien baut Überschall-Marschflugkörper. Die neue Version der BrahMos-Rakete soll einen zusätzlichen Marktanschluss ermöglichen.“

    Nach Ansicht von Frolow könnten Länder wie Algerien, Kasachstan und Vietnam an der luftgestützten Rakete Interesse bekommen, denn sie verfügen ebenfalls über Su-30-Jäger verschiedener Modifikationen. Auch der Iran signalisierte Bereitschaft, solche Kampfjets zu kaufen und in russischer Lizenz zu bauen.

    Frolow kommentierte: „Mit diesem stärksten luftgestützten Seezielflugkörper erweitert die Su-30MKI (Fotos: Russische Kampfjets für den Export>>>) noch mehr ihre Kampf-Möglichkeiten. Bislang konnte nur der MiG-29K/KUB-Jäger Raketen einer solchen Klasse abfeuern. Doch der Kh-31- und der Kh-35-Marschflugkörper, die ihm zur Verfügung stehen, sind der BrahMos-Rakete unterlegen – sowohl in Sachen Reichweite, als auch in Bezug auf die Masse ihrer Gefechtsköpfe. Wenn die Tests der luftgestützten BrahMos-Version nun erfolgreich verlaufen, wird dies möglicherweise auch die russischen Streitkräfte dazu bewegen, eine Integration der Rakete mit jenem Su-30SM-Kampfjet in Erwägung zu ziehen, den die Marineflieger der russischen Schwarzmeerflotte bekommen haben.“

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    Anti-Schiffsrakete BrahMos, Su-30MKI, Indien, Russland