13:05 03 Juni 2020
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    Neue Waffen für russische Armee (670)
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    Der russische Jagdbomber Su-34 soll nach Angaben des Militärs stärkere Waffen erhalten. Aber auch jetzt ist er durchaus effizient, wie der Syrien-Einsatz bestätigt. Nun erläutert ein Experte, was konkret verbessert werden könnte.

    Wie der russische TV-Sender Swesda in seiner Onlineausgabe berichtet, verfügt die Su-34 derzeit zwar über eine 30-mm-Maschinenkanone, doch die wichtigsten Trümpfe des Kampfjets sind Raketen an Außenlaststationen und Bomben.

    Der Militärexperte Wladimir Karnosow sagte dem Sender im Hinblick auf die Leistungen der Su-34 in Syrien: „Ein interessantes Moment war der Abwurf von Präzisionsbomben des Typs KAB-500S, wobei Ziele mit Hilfe von GLONASS-Satelliten anvisiert wurden. Das war der erste Einsatz dieser Munition.“

    Mehr zum Thema: Kampf gegen IS: Russlands „smarte“ Bomben und Raketen

    Laut Karnosow sind solche Bomben auch bei schlechtem Wetter effizient. Sie werden eingesetzt, wenn die Koordinaten des Ziels im Voraus bekannt sind: Beispielsweise Depots oder Bunker werden dabei ins Visier genommen.  

    Der stellvertretende Verteidigungsminister Juri Borissow hatte kürzlich den Syrien-Einsatz der Su-34 gelobt und angekündigt, die russische Luftwaffe bekomme bis zum Jahr 2020 insgesamt 92 solche Flugzeuge, wobei der Liefervertrag möglicherweise vorfristig erfüllt werde. Dabei soll der Jagdbomber, wie es hieß, stärkere Waffen bekommen.

    Karnosow sagte nun weiter, vor dem Syrien-Einsatz habe es widersprüchliche Informationen über KAB-500S-Bomben gegeben. Manchen Berichten zufolge seien sie sehr teuer, weshalb ein Ankauf fraglich sei: „Als Bilder auftauchten, wie unsere Kampfjets diese Bomben abwerfen, legte dies den Gedanken nahe, dass die Bombe doch in Serie gegangen war.“ 

    „Nicht jeder Kampfjet kann diese Bombe tragen, denn sie ist ziemlich schwer. In dieser Hinsicht ist die Su-34 auch deswegen gut, dass die Maschine eine große Reichweite bei ihrer Nutzlastkapazität hat“, so der Experte.

    Er schließt nicht aus, dass die Su-34 auch modernere Seezielflugkörper erhalten könnte: „Beispielweise wurde eine neue Kh-35-Modifikation entwickelt. Es wäre logisch, die neue Anti-Schiff-Rakete dem Kampfjet anzupassen.“

    Derzeit sind Su-34-Kampfjets mit überschallschnellen Luft-Boden-Raketen des Typs Kh-15 ausgestattet. Eine solche Rakete steigt zunächst in einer aeroballistischen Flugbahn auf eine Höhe von 40.000 Meter, dann beginnt ein Sturzflug zum Ziel – mit einer Geschwindigkeit von 5 Mach. Die Munition ist dafür geeignet, strategisch wichtige stationäre Ziele zu zerstören.

    Die Kh-15 ist etwas veraltet, könnte aber laut Experten modernisiert werden. Nach Ansicht von Karnosow wären aeroballistische Raketen künftig ebenfalls eine passende Option für den Kampfjet: „Solche Raketen erhöhen deutlich die Möglichkeiten der Su-34. Diese kann in einer großen Entfernung vom Ziel zum Einsatz kommen, um nicht für die gegnerische Flugabwehr erreichbar zu werden.“

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    Kh-35, KAB-500, Su-34, Juri Borissow, Russland, Syrien