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    Neue russische Drohnen – auszudrucken direkt am Kampffeld - VIDEO

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    Nach der Präsentation einer per 3D-Druck hergestellten Drohne in Russland erläutern Experten nun, welche perspektiven diese Entwicklung hat. Sie könnte insbesondere beim Militär zum Einsatz kommen. Dabei wäre es künftig nicht mehr nötig, Ersatzteile extra zu lagern, wie die Zeitung „Iswestija“ schreibt, denn sie könnten vor Ort gedruckt werden.

    „Iswestija“ zitiert am Mittwoch den zuständigen Ressortchef des russischen Herstellers UIMC, Alexander Kalinin, mit den Worten, die Drohne sei sehr leicht: „Dies ermöglicht ihr, ohne Fallschirm praktisch auf jeder Oberfläche zu landen, wobei die Konstruktion nicht beeinträchtigt wird. Außerdem ist die Maschine um eine Größenordnung günstiger als die üblichen Drohnen, weil die Arbeitsintensität bei der Herstellung reduziert werden konnte, während manuelle Operationen bei der Bearbeitung von Einzelteilen praktisch fehlen.“

    „Eine Beschädigung der Drohne wird für den Nutzer also nicht kritisch. Da die Technologie simpel und die Produktionszeit kurz ist, bekommt man die Möglichkeit, Einzelteile oder sogar komplette Drohnen bei einem Kampfeinsatz direkt in den Stellungen zu drucken“, so Kalinin.

    Die neue Drohne gehört laut Kalinin zur taktischen Klasse und kann für Aufklärung, Zielzuweisung und Beobachtungen aus der Luft eingesetzt werden. Sie ist 3,8 Kilogramm schwer und kann mehr als 0,2 Kilogramm Nutzlast mitführen. Künftig soll auf dieser Grundlage, wie es hieß, ein 35 Kilogramm schweres Luftfahrzeug entwickelt werden – mit einer Nutzlastkapazität von bis zu acht Kilogramm.

    Der russische Drohnen-Experte Denis Fedutdinow sagte dem Blatt, es sei das erste Mal, dass in Russland ein kompliziertes Luftfahrzeug per 3D-Drucker „hergestellt“ wird. Bisher seien nur einzelne Komponenten der Konstruktion demonstriert worden.

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    „Dass nun ein Flug-Demonstrator gebaut wurde, zeugt von ernsthaften Fortschritten bei der Entwicklung solcher Technologien im Land. Der 3D-Druck beschleunigt deutlich die Produktion: Fast alle wichtigen Vorgänge sind dabei automatisiert, die manuelle Arbeit ist auf ein Minimum reduziert. Künftig soll dies ermöglichen, alle erforderlichen Komponenten vor Ort zu drucken, anstatt viele Ersatzteile in der Truppe als Vorrat zu lagern oder jede beschädigte Drohne ins Produktionswerk zur Reparatur zu schicken. Das ist eine sehr aussichtsreiche Entwicklungsrichtung“, sagte Fedutdinow.

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    Die Präsentation der Drohne hatte kürzlich im Rahmen der internationalen Messe Innoprom 2016 im russischen Jekaterinburg stattgefunden. Der Hersteller UIMC, Teil der Staatsholding Rostec, der in Kooperation mit dem in Rybinsk ansässigen Konstruktionsbüro Lutch gearbeitet hatte, erläuterte in einer Mitteilung: „Die Fertigung einer solchen Drohne nimmt ungefähr einen Tag in Anspruch. Die Bestandteile werden vor dem Start baukastenartig zusammengebaut – innerhalb von 15 bis 20 Minuten.“

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    3D-Drucker, Drohne, UIMC, Denis Fedutdinow, Alexander Kalinin, Russland