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23:05 19 August 2019
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    Die T-50 auf der Moskauer Luftschau

    Sci-Fi-Waffen und Flüge in „Scharen“: Russlands künftige Kampfjets

    © Sputnik / Maksim Blinov
    Technik
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    Künftige russische Kampfjets der 6. Generation sollen elektromagnetische Waffen bekommen, um elektronische Anlagen des jeweiligen Gegners außer Gefecht zu setzen. Eigentlich gibt es schon jetzt Entwicklungen und Instrumente mit ähnlichen Funktionen.

    Der russische TV-Sender Swesda kommentiert in seiner Onlineausgabe: „Die Möglichkeiten elektromagnetischer Waffen beschränken sich längst nicht mehr darauf, Stoff für Science-Fiction-Filme zu liefern. Derzeit sind zwei Typen solcher Waffensysteme bekannt. Entweder wird das Magnetfeld verwendet, um ein Projektil zu beschleunigen, oder wirkt die elektromagnetische Strahlung unmittelbar auf das Ziel ein, um elektronische Ausrüstungen, Kommunikations- und Leitsysteme außer Gefecht zu setzen.“

    Ausgerechnet das letztere Prinzip soll dem Bericht zufolge beim russischen Kampfjet der 6. Generation zur Anwendung kommen. Radare des Gegners sollen dadurch gestört werden. Der Sender zitiert Wladimir Michejew, Fachmann des russischen Herstellers KRET, mit den Worten: „Künftig wäre eine elektronische Einwirkung möglich, um die elektronischen Komponenten gegnerischer Anlagen direkt zu zerstören.“

    Laut Michejew sollen künftige Kampfjets sowohl in bemannter als auch in unbemannter Version gebaut werden. Dabei fliegen sie voraussichtlich „in Scharen“, um die Trümpfe der beiden Versionen zu kombinieren. Die unbemannten Maschinen sollen kompliziertere Manöver absolvieren und bei Bedarf auch in den Weltraum steigen. Ihnen stehen dann auch elektromagnetische Waffen zur Verfügung, um den Piloten schädliche Einwirkung der elektromagnetischen Strahlung zu ersparen.

    Video: Russlands Zukunftskampfjet T-50 über der Krim gesichtet

    Wladimir Michajlow, einst Russlands Luftwaffenchef und nun Ressortleiter bei der Flugzeugbau-Holding UAC, hatte zuvor angekündigt, dass der russische Kampfjet der 6. Generation im Zeitraum bis 2025 in den Himmel steigen soll. Die hyperschnelle, äußerst wendige und multifunktionale Maschine soll, wie es hieß, aus Verbundwerkstoffen bestehen. 

    Der im Moment modernste russische Kampfjet T-50 zählt zur 5. Generation. Er absolviert derzeit Testflüge und soll bald in Serie gehen. Doch parallel wird bereits an moderneren Maschinen getüftelt.

    Mehr zum Thema: Russland stattet T-50-Zukunftsjäger mit futuristischem Radar aus

    Was elektromagnetische Waffen betrifft, hatte der russische Hersteller UIMC beim internationalen Militärtechnik-Forum Armija 2015 eine bodengestützte Mikrowellen-Kanone präsentiert. Konkrete Details werden geheim gehalten, doch die Waffe soll nach Angaben des Unternehmens in der Lage sein, gegnerische Luftfahrzeuge im Radius von mehr als zehn Kilometer außer Gefecht zu setzen.

    Eigentlich können auch gegenwärtige Instrumente der elektronischen Kampfführung in gewisser Hinsicht als Waffen betrachtet werden. Die Anlage Chibiny, die an russischen Jagdflugzeugen montiert wird, ermöglicht beispielsweise, Funktionen gegnerischer Radare zu stören. Ein weiteres Beispiel wäre die Anlage Rytschag-AW an russischen Transport- und Kampfhubschraubern. Sie soll luft- und bodengestützte Geräte des Gegners „blind machen“ und sie dadurch an der Ziererfassung hindern.

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    Tags:
    Mikrowellen-Waffen, T-50-Kampfjet, UAC, Konzern Radioelektronische Technologien (KRET), Wladimir Michejew, Russland