04:55 24 November 2017
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    Militärübungen in Russland

    Russland tüftelt an weitreichender Abfangrakete: „Kein leichtes Opfer werden“

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    Russland entwickelt eine Abfangrakete mit einer größeren Reichweite, die einem Medienbericht zufolge in den neuen Raketenschild um Moskau integriert werden könnte. Wie ein Militärexperte betont, gewinnt die Luft- und Raketenabwehr immer mehr an Bedeutung.

    Wie der russische TV-Sender Swesda am Dienstag in seiner Onlineausgabe berichtet, gibt es Hinweise darauf, dass die derzeit in Entwicklung befindliche Abfangrakete mit einer größeren Reichweite in den geplanten gestaffelten Raketenschirm A-235 integriert werden könnte. Dieser soll das Industriegebiet Moskau schützen – sowohl vor gegnerischen Raketen als auch vor manöverfähigen Raumflugkörpern. Das Projekt soll Führungszentralen, Radaranlagen, Flugabwehrwaffen und Abfangraketen mit verschiedener Reichweite kombinieren.

    Dass Russland an einer Rakete aktiv tüftelt, um Gegner aus großer Entfernung abzufangen, hatte kürzlich der Vizechef der Luft- und Weltraumkräfte, Viktor Gumenny, mitgeteilt. Dies soll den Streitkräften ermöglichen, jede Aufgabe im Sinne der Luft- und Raketenabwehr termingemäß zu erfüllen, wie Gumenny gegenüber dem Radiosender RSN betonte.

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    Bereits in den 1970er Jahren hatte die Sowjetunion mit Entwicklungsarbeiten an weitreichenden Abfangraketen begonnen. Die Rakete A-925 (auch bekannt als 51T6) wurde konzipiert, um gegnerische Ziele aus einer Entfernung von bis zu 600 Kilometern und einer Höhe von bis zu 670 Kilometern abzufangen.

    Was Abfangraketen mit einer kleinen Reichweite betrifft, wurde eine davon im diesjährigen Sommer auf dem Truppenübungsplatz Sary-Schagan getestet, der in Kasachstan liegt und von Russland gepachtet wird. Wie es damals hieß, verlief der Test erfolgreich. Der Typ der Rakete wurde allerdings nicht bekannt gegeben.

    Die Radaranlage Don-2N in der Ortschaft Sofrino
    © Sputnik/ Kirill Kallinikov
    Die Radaranlage Don-2N in der Ortschaft Sofrino

    Nach Ansicht des russischen Militärexperten Igor Korotschenko verschiebt sich der Schwerpunkt bei militärischen Entwicklungen derzeit immer mehr in den Luft- und den Weltraum. Dementsprechend soll sich auch die Infrastruktur im Verteidigungsbereich entwickeln.

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    Der Sender zitiert den Experten mit den Worten: „Die jüngsten Kriege der USA und ihrer Nato-Verbündeten illustrieren ausgezeichnet, wie ein moderner Krieg geführt wird. Es geht dabei vor allem um massive Luftangriffe sowie den intensiven Einsatz von Marschflugkörpern und weiteren Präzisionswaffen, um den Gegner buchstäblich in den ersten Wochen des Krieges auszubluten, die politische Führung des angegriffenen Landes in die Knie zu zwingen, die wichtigsten Führungs- und Entscheidungszentralen außer Gefecht zu setzen und die Militär- und Verteidigungs-Infrastruktur zu zerstören. Wenn ein Land seiner Luft- und Raketenabwehr nicht genug Aufmerksamkeit schenkt, ist es dazu verurteilt, ein leichtes Opfer zu werden.“

    Die Modernisierung der russischen Raketenabwehr ist laut Korotschenko in diesem Sinne völlig gerechtfertigt: „Diese Fragen sind von höchster Priorität und, ich würde sagen, ebenso wichtig wie die weitere Entwicklung der strategischen Atomkräfte.“

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    Tags:
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