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    Russland tüftelt an „Neunaugen“ gegen U-Boote

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    In Russland wird ein neuer Hubschrauber entwickelt, der von Kriegsschiffen mitgeführt werden soll, um gegnerische U-Boote zu jagen. Er wird voraussichtlich die bewährte Ka-27 ablösen. Experten prognostizieren, wie die geplante Maschine aussehen könnte.

    Wie der TV-Sender Swesda berichtet, befindet sich das Projekt mit dem Codenamen Minoga (dt. Neunauge) derzeit in der Forschungs- und Entwicklungsphase. Die geplanten taktisch-technischen Daten werden geheim gehalten.

    Der russische Branchenexperte Wladimir Karnosow sagte dem Sender: „Der Grund für die Entwicklung des neuen Hubschraubers ist klar: Die Kriegsflotte braucht eine solche Maschine, denn die im Jahr 1973 entwickelte Ka-27 des Herstellers Kamow ist veraltet, ihre Serien-Exemplare dienen allmählich aus.“

    Der Militärexperte Dmitri Drosdenko, einst Kampfpilot, kommentierte: „Man kann vermuten, dass der Hubschrauber nur für die Suche nach U-Booten konzipiert wird und kleiner sein soll als die Ka-27, die unter anderem als Rettungsmaschine zum Einsatz kommt. Die geringeren Abmessungen sollen dem neuen Hubschrauber ermöglichen, auf kleineren Schiffen zu landen.“

    Karnosow stimmte zu: „Die Ka-27 hat ein Höchststartgewicht von zwölf Tonnen. Ihre Abmessungen wurden von den Konstrukteuren im Hinblick auf die Nutzlast bestimmt. Seitdem wurden die (insbesondere elektronischen) Geräte leichter. Deshalb wäre es sinnvoll, die Entwicklung eines neuen Hubschraubers in Erwägung zu ziehen, der etwa halb so schwer wäre wie die Ka-27. Auf einem Schiff könnten dann zwei neue Maschinen an Stelle einer alten platziert werden. Das wäre für Fregatten und Korvetten besonders wichtig.“

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    Der Sender zitierte den Generalkonstrukteur des Entwicklers Kamow, Sergej Michejew, mit den Worten, der neue Hubschrauber bekomme einen für den Hersteller traditionellen Koaxialrotor: „Ich denke, dem Koaxial-Schema gehört die Zukunft, und zwar wegen seiner aerodynamischen Besonderheiten.“

    Der in Nischni Nowgorod ansässige Hersteller Poljot, so der Bericht weiter, bastelt bereits an neuen digitalen Kommunikationsgeräten, die den Hubschrauber in automatisierte Systeme der Truppenführung völlig integrieren sollen. Wie es hieß, ist unter anderem ein besserer Schutz vor Störungen geplant.

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    Wie ein Fachmann der Rüstungsbranche erläuterte, werden auch neue Softwares entwickelt, die bei Bedarf sich selbst testen und optimale Kommunikations-Modi finden sollen. Neben der eigentlichen Funkverbindung sollen auch Video-, Radar- und Navigationsdaten effizienter übertragen werden.

    Es gibt aber genug Zeit, um die elektronischen Ausrüstungen weiter zu modernisieren: Laut Michejew soll die Serienproduktion des neuen Hubschraubers in rund zehn Jahren beginnen.

    Vorerst setzt die Kriegsmarine weiterhin auf den Ka-27-Hubschrauber. Dieser hat seine Vorteile. Er ist fähig, gegnerische U-Boote in einer Tiefe von bis zu 500 Metern zu orten und zu zerstören – auch nachts und bei schlechtem Wetter. Der russische Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ soll im laufenden Jahr nach Angaben des Senders gleich fünf Ka-27-Versionen an Bord nehmen.

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