04:06 15 August 2020
SNA Radio
    Technik
    Zum Kurzlink
    Neue Waffen für russische Armee (670)
    151505
    Abonnieren

    In Russland wird an einem luftgestützten Laser gearbeitet. Offenbar wurde das sowjetische Projekt A-60 neugestartet. Dessen Aufgaben und Vorgeschichte sind ins Visier russischer Medien gerückt.

    Wie der Nachrichtensender Rossija-24 berichtet, wurde ein neues russisches Militärprojekt am Rande des Forums Armija-2016 aktiv diskutiert: Ein Flugzeug soll eine Laserwaffe bekommen. Wegen der Geheimhaltung gibt es vorerst kaum offizielle Details, doch offenbar geht es nach Angaben des Senders um das neugestartete sowjetische Projekt A-60. 

    Das im Rahmen jenes Projekts umgerüstete Flugzeug auf Il-76-Basis trug am Bug Ausrüstungen, um das Ziel anzuvisieren. Die eigentliche „Kanone“ wurde am Rumpf installiert – ihre Aufgabe bestand dem Bericht zufolge darin, gegnerische Satelliten im Orbit blind zu machen, aber auch Solarmodule bei Bedarf zu zerstören.

    Fotos: Die besten russischen Militärflugzeuge

    Der Sender verweist darauf, dass Laserwaffen ihre Nachteile haben. Unter anderem verbrauchen sie viel Energie. Bei einer luftgestützten Anlage lässt sich dieses Problem aber relativ simpel lösen: Am Rumpf werden Generatoren montiert, wobei ihre Rotation durch den Luftstrom während des Fluges entsteht. Der Strom für den Laser-Einsatz wird also im Flug erzeugt. 

    Der Laserstrahl zerstreut sich außerdem an Luftpartikeln. Seine Effizienz kann durch Wetterbedingungen beeinträchtigt werden – etwa durch Regen. Deshalb ist es effizienter, die Anlage eben an einem Flugzeug zu installieren und in einer großen Höhe einzusetzen.

    US-Armee wird mit Laserkanonen ausgerüstet – VIDEO

    Die Onlinezeitung gazeta.ru berichtete über die Vorgeschichte des aktuellen Projekts. Der sowjetische Hersteller Almaz hatte noch Ende der 1960er Jahre mit Forschungs- und Entwicklungsarbeiten an einem luftgestützten Laser begonnen. Später stieg auch der Flugzeugbauer Berijew in das Projekt ein.

    Der fliegende Laser auf Il-76-Basis wurde bei Moskau getestet. Im April 1984 traf er ein luftgestütztes Übungsziel. Der Treffer wurde als erfolgreich eingestuft: Das Ziel wurde wie geplant beschädigt.

    Der Laser soll vor allem optisch-elektronische Geräte außer Gefecht setzen. Der russische Militärexperte Konstantin Makijenko erläuterte für gazeta.ru, es sei falsch, die Anlage als Instrument zum Abfangen von Gefechtsköpfen ballistischer Raketen zu betrachten.

    Ein Sprecher von Almaz sagte der Onlinezeitung: „Der Zerfall der Sowjetunion und die nachfolgende drastische Talfahrt der Wirtschaft haben leider das Tempo der Entwicklungsarbeiten äußerst negativ beeinflusst.“

    Gegen Ende der 1990er Jahre wurde das Projekt wegen Unterfinanzierung praktisch eingestellt. In den 2000er Jahren wurden die Arbeiten laut gazeta.ru zunächst wiederaufgenommen, dann erneut unterbrochen. Letztendlich beschloss das Verteidigungsministerium jedoch einen weiteren Neustart.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Sputnik kommentierenvia Facebook kommentieren
    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (670)

    Zum Thema:

    Russland baut modernere Kampfjet-Radare: „Übergang in eine neue Welt“
    Satelliten im Visier sowjetischer High-Tech-Waffen
    Laser gegen russischen „Satan“: Washingtons neue Waffe gegen ballistische Raketen
    Russland tüftelt an drahtloser Strom-Übertragung per Laser im All
    Tags:
    Laserwaffen, Il-76, Konstantin Makijenko, Russland