07:21 15 Dezember 2017
SNA Radio
    Kampfroboter Soratnik auf Army 2016

    Kalaschnikow-Roboter vorgestellt: „Es dauert, bis die Maschine entscheiden darf“

    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Technik
    Zum Kurzlink
    812412

    Der russische Konzern Kalaschnikow hat seinen Kriegsroboter vorgestellt. Das „Automatisierte Kampfsystem Soratnik“, wie die neue Waffe formell heißt, vermag wirklich Vieles: Ziele selbständig finden und sogar selbständig angreifen – vorerst aber nur theoretisch. Sputnik fragte den Hersteller, wann Maschinen über Leben und Tod entscheiden werden.

    Das Geheimprojekt Soratnik ist in dieser Woche auf der Rüstungsmesse Army 2016 im Moskauer Vorort Kubinka erstmals öffentlich vorgestellt worden. Das Panzerfahrzeug mit Kettenlaufwerk misst rund 3,5  Meter in der Länge, ist fast zwei Meter breit und fast mannshoch. Sein Name bedeutet so viel wie „Kampfgefährte“.

    Kampfroboter Soratnik
    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Kampfroboter Soratnik

    Zur Hauptbewaffnung gehören ein 7,62mm bzw. 12,7mm-Maschinengewehr und ein Granatwerfer (mit Kaliber 30mm bzw. 40mm). Optional kann der Soratnik zudem mit acht Panzerabwehr-Raketen des Typs Kornet EM und einer Aufklärungsdrohne ausgerüstet werden.

    Gefechtsmodul mit Maschinengewehr, Infrarotsichtgerät und Videokameras
    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Gefechtsmodul mit Maschinengewehr, Infrarotsichtgerät und Videokameras

    Die Panzerung des „Kampfgefährten“ schützt vor Handfeuerwaffen, darunter auch vor   panzerbrechenden Projektilen vom Typ B-32. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 40 km/h. In dem um 360 Grad drehbaren Turm befinden sich Weitwinkel- und Kleinwinkel-Kameras, ein Infrarotsichtgerät und ein Laser-Entfernungsmesser.

    Ein Blick von hinten auf den Kampfroboter Soratnik
    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Ein Blick von hinten auf den Kampfroboter Soratnik

    Mit diesen Sensoren können auch 2500 Meter entfernte Ziele aufgespürt werden. Nach Angaben des Herstellers kann der Soratnik bis zu 240 Stunden lang autonom durch die Gegend streifen und dabei 400 Kilometer ohne Nachtanken zurücklegen – sowohl ferngesteuert als auch im „automatischen Modus“.

    „Automatisches Feuer“

    Aber auch im automatischen Modus ist der Roboter vorerst auf den Menschen angewiesen, wenn über den Waffeneinsatz entschieden werden muss. Die Kommunikation mit dem Bediener erfolgt per geschützten Funkkanal auf einer Entfernung von bis zu zehn Kilometern.

    Modus Fernsteuerung: Das Feuer leitet der Bediener
    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Modus Fernsteuerung: "Das Feuer leitet der Bediener"

    Sobald ein Ziel entdeckt sei, trete der Soratnik unbedingt mit dem Bediener in Verbindung, sagt Arkadi Priwalow, stellvertretender Generaldirektor des Konzerns Kalaschnikow, in einem Gespräch mit Sputnik.

    „Denn beim aktuellen Entwicklungsstand dieser Technik ist es für das Militär völlig undenkbar, die Maschine selbständig über die Bekämpfung des Ziels entscheiden zu lassen.“

    Automatischer Modus
    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Automatischer Modus

    Immerhin ist der Modus „automatisches Feuer“ bereits vorhanden. „Das ist eben jener Modus, der vorerst nicht aktiviert wird“, so der Kalaschnikow-Vizechef — jener Modus, „bei dem der Computer selbständig über die Vernichtung des entdeckten Ziels entscheidet“.

    Pionierpanzer IMR-3 bei der Rüstungsmesse Army 2016 bei Moskau
    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Dass künstliche Intelligenz selbständig über Leben und Tod entscheidet, ist für Priwalow Zukunftsmusik. „Das liegt in einer fernen Zukunft“, sagt er. Auch wenn es einige Entwicklungen bereits gäbe.

    „Ich denke, es werden jedenfalls noch mindestens zehn Jahre vergehen, bis die Menschen es gelernt haben, den automatischen Erkennungssystemen auch zu Lande zu vertrauen. Zu Wasser und in der Luft geht das einfacher. Das Land ist ein besonders schwieriges Umfeld für die künstliche Intelligenz.“

    Der Soratnik soll Priwalow zufolge noch mindestens ein Jahr lang getestet werden und kann erst frühestens 2018 den russischen Streitkräften übergeben werden — zum Probebetrieb. Die Einsatzzwecke reichen von Patrouillieren über Aufklärung bis zum Bewachen wichtiger Objekte. Zudem kann Soratnik der kämpfenden Truppe Unterstützungsfeuer geben und als Schlepper oder Minenräumer eingesetzt werden.

    Sergej Pirogow

    Zum Thema:

    Russischer Kampf-Roboter „Nerechta“ feuert auf Sprach-Befehl - VIDEO
    Nato-kompatibel: Kalaschnikow testet neues Scharfschützengewehr
    Tags:
    Soratnik, Kalaschnikow, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren