12:07 18 Dezember 2017
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    Messegirls auf Army 2016

    Army 2016: Militärmesse bei Moskau zeigt auch Sensationen

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    Neue Waffen für russische Armee (669)
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    Auf der seit drei Tagen unweit von Moskau geöffneten repräsentativen Messe Army 2016 zeigt die russische Rüstungsindustrie laut Verteidigungsminister Sergej Schoigu ihr gestiegenes Potential.

    „Die bedeutendsten Konzerne und Konstruktionsbüros präsentieren sich hier“, sagte der Minister. „Ihre besten militärischen Produkte, die in kurzer Zeit den Truppen zur Verfügung gestellt werden sollen. Russische Waffen haben sich mehrmals als effizient bewährt. Jährlich bestehen sie ein strenges Examen im Laufe von großangelegten Truppenübungen, Trainings und überraschenden Kontrollen. Sie haben sich auch während des Militäreinsatzes in Syrien gut bewährt.“

    Panzir-S: Dieses Kurzstrecken-Flugabwehr-Raketensystem hat beim König von Bahrain Interesse geweckt
    © Sputnik/ Nikolaj Jolkin
    Panzir-S: Dieses Kurzstrecken-Flugabwehr-Raketensystem hat beim König von Bahrain Interesse geweckt

    Pionierpanzer IMR-3 bei der Rüstungsmesse Army 2016 bei Moskau
    © Sputnik/ Sergej Pirogow
    Der Minister betonte, dass „seit einigen Jahren ein entscheidender Schritt zur Modernisierung der russischen Streitkräfte getan wurde. Die Messe kann dabei zur Bündelung der Wissenschaft und Industrie, Produktion und Ausfuhr einheimischer Hochtechnologieprodukte mit militärischer Zweckbestimmung, aber auch zur Festigung der internationalen Partnerschaft beitragen.“

    Es gebe auf der Messe die Gelegenheit für unmittelbare Gespräche zwischen russischen und ausländischen Entwicklern und Herstellern von Militärproduktion, unterstrich Schoigu. „Auch werden die ausländischen Kollegen sich ein weiteres Mal von der hohen Zuverlässigkeit der russischen Waffen vergewissern können.“

    Waffenshow auf der Messe Army 2016
    © Sputnik/ Nikolaj Jolkin
    Waffenshow auf der Messe Army 2016

    In diesem Jahr ist die Messe nach allgemeiner Meinung viel umfassender, als es das vorige Mal der Fall war. 2015 waren hier z.B. rund 7.000 Exponate ausgestellt, jetzt werden bereits über 11.000 Muster von Wehrtechnik gezeigt.

    Bei der Rüstungsindustrie-Messe wird insbesondere die neueste Technik demonstriert, die vorläufig als geheim gilt und deswegen dem breiten Publikum vorenthalten bleibt. Sie wird im geschlossenen Teil der Schau gezeigt, zu dem nur Angehörige der Verteidigungsressorts Zutritt haben. Laut den Fachleuten, die die geschlossene Vorführung vorbereitet haben, wird es dabei viele Sensationen geben. Vor allem geht es um Entwicklungen im Bereich der elektronischen Kampfführungssysteme, neuartige Drohnen, elektronische Waffen auf neuer physikalischer Grundlage sowie um Entwicklungen im Bereich der Raumkommunikation, Funkmesstechnik und Fernerkundung.

    Messe „Army 2016“
    © Sputnik/ Nikolaj Jolkin
    Messe „Army 2016“

    So das lenkbare Waffensystem für die Besatzung eines Panzerabwehrlenkraketenkomplexes. Das System besteht laut Andrej Druschinin, Experte des Konstruktionsbüros für Gerätebau Schipunow, aus einer Radaranlage, die eine Fläche von bis zu acht Quadratkilometern auf Ziele abscannt. Außerdem gewährleistet es Satelliten- oder Funksprechverbindung mit der zwei Mann starken Besatzung.

    Der Besatzung steht darüber hinaus ein Steuerungstablett zur Verfügung, das an das Gelände gebunden wird. Der Gehilfe des Geräteführers setzt sich mit dem Richtschützen in Verbindung. Dieser sendet die Daten entweder direkt an die Abschussvorrichtung oder an die Radaranlage, um die Gegend zusätzlich abzusuchen und die zusätzlichen Daten an die Besatzung zu senden. Der Komplex eignet sich für die Bekämpfung von Panzerkampfwagen, anderen
    Panzerfahrzeugen und gepanzerten Bauten sowie tieffliegender Flugzeuge und in der Luft stehender Hubschrauber.

    Dies ist der weltweit einzige Komplex, der im Unterschied zu anderen Panzerabwehrlenkkomplexen auch Luftziele bekämpfen kann. Er wird von den russischen Streitkräften bereits in unterschiedlichen Modifikationen verwendet. Beispielsweise hat „Kornet“ eine Schussweite von bis zu zehn Kilometern und wird insbesondere für ausländische Kunden gefertigt.

    Im Gegensatz zu den Erzeugnissen dieser Art aus der amerikanischen Produktion ist der russische Panzerabwehrlenkkomplex kompakter, weil er von den Soldaten selbst getragen wird, während die Amerikaner ihn auf sperrige Stative setzen und auf Jeeps stellen.

    Army 2016: Ingenieur diskutiert mit Militärs
    © Sputnik/ Nikolai Jolkin
    Army 2016: Ingenieur diskutiert mit Militärs

    Die Veranstalter der Messe Army 2016 verstehen als ihr Hauptziel die Suche nach fortgeschrittenen technischen und technologischen Lösungen, die anschließend bei der Waffenproduktion eingesetzt werden sollen. Das Militär sagt, was es braucht, die Forschung antwortet, ob es machbar ist, und die Produktion überlegt, wie es zu verwirklichen wäre. Abgesehen davon ist die Messe dazu da, die Militärgüter aus russischer Produktion im internationalen Markt einzuführen. Nicht zufällig sind Delegationen aus 80 Ländern gekommen, um die Ausstellung zu besichtigen. Man hört, dass auch der König von Bahrain, der sich zur Messe persönlich eingefunden hat, Interesse an den russischen Luftabwehrsystemen gezeigt hat.

    Nikolai Jolkin

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