16:29 26 September 2020
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    Neue Waffen für russische Armee (670)
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    Der russische Konzern Shvabe hat bei der inzwischen zu Ende gegangenen Messe für Militärtechnik Army 2016 einen Indiumgalliumarsenid-Bildsensor mit einer Auflösung von 0,9 bis 1,4 zeigte. Mit dem neuen Gerät können Kompaktkameras für Drohnen bis hin zu Gefahrmeldeanlagen und Optik für Panzerkampfwagen und andere Panzerfahrzeuge ausgerüstet werden.

    Im Kampfgebiet entstehe immer wieder eine Situation, in der Feuer, Staub, Rauch und Nebel die Beobachtung erschweren, erklärte der Vize-Generaldirektor Sergei Popow in einem Interview mit Sputnik. „Unter solchen Bedingungen verlieren die Panzerfahrer oft die Orientierung. Diese Kamera löst in diesem Fall das Problem der Sichtverhältnisse. Soll der Fahrer das Kampfgelände in einer Entfernung von bis zu drei Kilometern gut übersehen, braucht er diese Optik.“

    Kamera mit Indiumgalliumarsenid-Bildsensor
    © Sputnik / Nikolai Jolkin
    Kamera mit Indiumgalliumarsenid-Bildsensor

    Eine Kamera mit solch einem Bildsensor kann eine gewöhnliche undurchsichtige Aktenmappe durchleuchten und auf dem Bildschirm ihren gesamten Inhalt zeigen.

    Eine Kamera mit Shvabe-Bildsensor durchleuchtet eine Aktenmappe und zeigt auf dem Bildschirm deren Inhalt.
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Eine Kamera mit Shvabe-Bildsensor durchleuchtet eine Aktenmappe und zeigt auf dem Bildschirm deren Inhalt.

    „Es stellte sich heraus“, so Popow weiter, „dass das Polyethylen der Mappe bei dieser Frequenz die Strahlung durchlässt, die sich im Bildsensor spiegelt. Das sind aber keine Röntgenstrahlen. Unser Gerät funktioniert wie eine gewöhnliche Videokamera, nur in einem anderen Frequenzbereich. Folglich empfängt sie nur Signale und setzt uns keinerlei Strahlung aus.“

    Außerdem zeigte Shvabe Ferngläser mit einem Dämpfer, der die Vibration des Hubschraubers ausgleicht, welche das Festhalten des Bildes erschwert.

    „Bei der elektronischen Kampfführung, wenn Geräusche speziell erzeugt werden, oder bei Störungen durch einen beliebigen Motor, etwa den eines Hubschraubers, wenn es eine starke Vibration gibt, konnten wir ein stabiles Bild mit einem kleinen Kreisel erzeugen, der, nachdem er in Schwingung geraten ist, die Sichtlinie festzuhalten erlaubt“, so der Vize-Generaldirektor.

    In jedem gewöhnlichen Schützenpanzerwagen befinden sich bis zu 30 unterschiedliche Erzeugnissen von Shvabe: beheizte Frostschutzscheiben, Periskope, Brillen für Nachtfahrten. Für die Hubschrauber entwickelt der Konzern noch eine Zielentdeckungs- und Zielverfolgungsanlage, die mit drei Darstellungsoptionen versehen ist: Vollfeldvideo, Infrarotvideo von drei bis fünf Mikrometern und den Ultrakurzwellenbereich im Infrarot-SWIR-Spektrum.

    Auf der Messe zeigte die Holding einige wenige von den 6.500 Erzeugnissen ihrer Produktpalette: Visiere, Ferngläser, Beobachtungs- und Lenkgeräte für Panzerfahrzeuge, Messgeräte, medizinische Geräte und sogar Nachtsichtgeräte für Hubschrauberpiloten.

    Monokulares Nachtsichtgerät
    © Sputnik / Nikolai Jolkin
    Monokulares Nachtsichtgerät

    Die Holding verdankt ihren Ursprung dem Schweizer Unternehmer und Wegbereiter Theodor Schwabe, der bereits 1837 sein einmaliges Unternehmen zur Herstellung optischer Geräte in einer renommierten Handelsstraße von Moskau eröffnete. Er versah die Moskauer nicht nur mit Brillen, sondern machte sie auch mit dem Phonographen von Thomas Edison vertraut und richtete eine der ersten Sternwarten Russlands ein.

    Nikolai Jolkin

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