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15:30 14 Oktober 2019
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    Der Roboter Nerechta-2

    Klein, leise und tödlich: Selbstmord-Roboter für russische Armee

    © Foto: Russian Foundation for Advanced Research Projects in the Defense Industry
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    Ein kleiner militärischer Sprengpanzer wird in Russland einem Zeitungsbericht zufolge getestet. Der Roboter soll funkgesteuerte Sprengsätze transportieren, um gegnerische Anlagen und gepanzerte Kampffahrzeuge zu zerstören. Dabei ist er sehr leise und deswegen äußerst schwer zu entdecken.

    „Der Roboter Nerechta steht derzeit auf der Liste jener Robotersysteme, deren Indienststellung durch die Streitkräfte in Erwägung gezogen wird. Wenn er bei den Tests gut abschneidet, soll er den bewaffneten Aufklärungs- und Spezialeinheiten zur Verfügung gestellt werden“, sagte ein Militärsprecher, wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Montag berichtet. 

    © Sputnik .
    Russischer Kampf-Roboter „Nerechta“ feuert auf Sprach-Befehl

     

    Der Roboter wurde von dem im Gebiet Wladimir ansässigen Degtjarjow-Werk entwickelt. Dessen stellvertretender Chefkonstrukteur in Sachen  Roboter, Dmitri Fufajew, sagte dem Blatt: „Ursprünglich wurde dieses leichte Kettenfahrzeug als fahrbares Übungsziel eingesetzt, doch auf Initiative der Militärs rüsteten wir es um, damit es funkgesteuerte Sprengsätze transportieren kann. Derzeit wird das Fahrzeug im Produktionswerk getestet.“ 

    Der Roboter sieht nach Angaben des Blattes wie ein kleiner Panzer aus – rund 300 Kilogramm schwer und etwas länger als einen Meter. An der Stelle des Panzerturms befindet sich aber ein Sprengstoffbehälter. Das gepanzerte Fahrzeug ist in der Lage, mehrere Hundert Kilogramm Sprengstoff mit einer Geschwindigkeit von 11 km/h zu transportieren. Dank seines Gummi-Kettenlaufwerks und seines Elektromotors bewegt es sich praktisch geräuschlos.

    Die Karte des Schlachtfeldes und die Koordinaten jener gegnerischen Ziele, die zerstört werden sollen, werden vor dem Kampf in den Datenspeicher des Roboters eingegeben. Dann muss der zuständige Soldat nur einen Knopf auf dem Steuerpult drücken. Der Roboter empfängt per Funk den Befehl, wählt selbständig einen Weg zum Ziel und sprengt sich dort in die Luft. 

    Bei der jüngsten Waffenmesse Army-2016 hatten die Roboter laut Fufajew ihr Können bereits gezeigt: „Im Laufe einer Episode wurde eine Aufklärungseinheit mit Quads damit beauftragt, Stellungen eines angenommenen Gegners aufzuspüren. Nerechta-Roboter gaben den Einsatzkräften Deckung. Während der Demonstration zerstörte jedes Fahrzeug ein gepanzertes Objekt, indem es sich in die Luft sprengte.“

    „Künftig wollen wie die Fahrzeuge mit Roboterarmen ausrüsten und dadurch wiederverwendbar machen. Dann soll der Roboter eine Sprengladung aussetzen und zurückkehren. Für diese Zwecke wollen wir auch seine Geschwindigkeit erhöhen“, so Fufajew. 

    Pionierpanzer IMR-3 bei der Rüstungsmesse Army 2016 bei Moskau
    © Sputnik / Sergej Pirogow
    Der russische Militärhistoriker Alexej Chlopotow weist darauf hin, dass die Idee eigentlich seit Jahrzehnten bestehe: „Etwa der deutsche Sprengpanzer Goliath war während des Zweiten Weltkrieges an allen Fronten zum Einsatz gekommen. Er wurde ferngesteuert und nahm einen Doppelzentner Sprengstoff an Bord, um gegnerische Panzer und Soldaten zu bekämpfen sowie Gebäude zu zerstören.“

    Chlopotow unterstrich auch den Unterschied der russischen Entwicklung von den ausländischen Systemen wie beispielsweise iRobot FirstLook: „Die ausländischen Selbstmord-Roboter sind eigentlich nichts mehr als fahrbare funkgesteuerte Granaten. Sie werden durch Fenster geworfen, um kleinere Sprengladungen gegen die Täter einzusetzen, die sich dort verstecken. Der Nerechta-Roboter ist dagegen in der Lage, Panzer und Bauten zu zerstören.“

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    Nerechta-Kampfroboter, Alexej Chlopotow, Russland