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    Raketenschiff des Projekts 21631 Bujan-M

    Neuer Marine-Trumpf: Russland macht seine Raketenschiffe noch stärker

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    Russlands kleine Raketenschiffe der Bujan-M-Klasse, die mit ihren Angriffen auf syrische Dschihadisten weltweit Schlagzeilen gemacht haben, sollen nun einem Zeitungsbericht zufolge noch stärker werden. Sie bekommen aktive Phased-Array-Radare und modernere Flugabwehrsysteme.

    Russische Kriegsschiffe feuern Marschflugkörper auf IS-Ziele in Syrien ab
    © Foto : Ministry of Defence of the Russian Federation
    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Montag unter Berufung auf russische Marine-Kreise berichtet, steht das Erscheinungsbild der Bujan-M-Schiffe mit einer neuartigen Radaranlage bereits fest. Das Radar werde derzeit getestet. Das Testprogramm soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden.

    Im Gegensatz zu den bisherigen Modellen ist die neue Radaranlage, hieß es, keine rotierende Konstruktion über dem Deckshaus. Dieses bekomme stattdessen flache Antennen an drei seiner Seiten. Jede Antenne bestehe aus vielen Empfangs- und Sende-Modulen.

    Mit ihrer 180-Grad-Umsicht soll die Radaranlage see- und luftgestützte Ziele, darunter tieffliegende Marschflugkörper und Drohnen, blitzschnell selektieren und anvisieren. Sie könne auch im Sinne der elektronischen Kampfführung zum Einsatz kommen.

    Das Phased-Array-Radar macht dem Bericht zufolge den Kern der seegestützten Version des Flugabwehrsystems Panzir-SM aus. Dabei sei es möglich, Ziele in 75 Kilometer Entfernung zu entdecken und in 40 Kilometer Entfernung zu treffen.

    Der russische Marine-Experte Alexander Mosgowoj sagte dem Blatt: „Ab 2017 sollen solche Radare an den in Bau befindlichen Bujan-M-Raketenschiffen installiert werden, aber auch an jenen fünf Schiffen dieser Klasse, die bereits im Kaspischen und im Schwarzen Meer den russischen Streitkräften zur Verfügung stehen.“

    Das neue Radar und das Panzir-SM-System sollen laut Mosgowoj jeweils die gegenwärtige Radaranlage Positiv und das Fla-System Gibka mit dessen Igla-M-Raketen ablösen. Die fünf Bujan-M-Schiffe, denen diese Umrüstung bevorsteht, hatten zuvor mit ihren Raketenangriffen auf syrische Stellungen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS, auch Daesh) international für Aufsehen gesorgt – Marschflugkörper des Typs Kalibr waren damals zum Einsatz gekommen.

    Wie der Experte weiter erläuterte, haben Phased-Array-Antennen nicht nur eine höhere Effizienz, sondern lassen sich auch gut ins aktuelle Tarnkappen-Konzept einbetten, indem sie Teil des Schiffsrumpfes werden.

    Als besonderer Trumpf der russischen Kriegsflotte rücken nach Ansicht des Experten kleine Raketenschiffe vorrangig ins Visier des Gegners: „Es ist wichtig, dass unsere Schiffe ein effizientes Flugabwehrsystem bekommen, das ihnen einen Schutz vor Luft- und Raketenangriffen garantiert.“

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    Tags:
    Igla-M, Fla-System Gibka, Panzir-S-System, Bujan-M, Terrormiliz Daesh, Alexander Mosgowoj, Russland