17:51 28 April 2017
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    Mini-Drohnen

    Pentagon testet Mini-Drohnen in Scharen, Russland sucht billige Abschuss-Waffen

    © Foto: Defence Images / Richard Watt
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    Das Pentagon testet Mini-Drohnen, die in Scharen fliegen sollen, um eine moderne Flugabwehr überwinden zu können. In Russland wird unterdessen an neuen Waffen gebastelt, um kleine Ziele abzuschießen.

    Die in den USA geplanten Drohnen-Scharen könnten nach Ansicht des russischen Militärexperten Konstantin Makijenko wirklich gefährlich sein. „Diese Revolution im Militärwesen könnte sich ziemlich bald und plötzlich vollziehen. Es wird sehr schwer fallen, solche Scharen kleiner Drohnen zu bekämpfen“, zitiert die russische Onlinezeitung gazeta.ru Makijenko am Mittwoch. 
    Mini-Drohnen des Typs Black Hornet
    © Foto: Crown Copyright/MOD 2013

    William Roper, Chef des US-amerikanischen Büros für strategische Fähigkeiten (Strategic Capabilities Office), hatte kürzlich nach Angaben des Magazins  „National Interest“ mitgeteilt, das Pentagon teste einen Drohnen-Schwarm, der den Gegner aus der Luft angreifen bzw. Spionageeinsätze absolvieren soll. Ein solcher Schwarm ermögliche den Streitkräften viele Vorteile. Er fliege tief und lasse sich schwer bekämpfen.

    Roper erläuterte weiter, diese kleinen Drohnen mit dem Codenamen Perdix seien von ihrem Preis-Leistungs-Verhältnis her günstig. Ein solcher Schwarm könne von einem Flugzeug mitgeführt und bei Bedarf ausgesetzt werden. Der Nachteil bestehe allerdings darin, dass eine solche Drohne vorerst eine begrenzte Reichweite habe und nicht wiederverwendbar sei, hieß es.

    Mehr zum Thema: Pentagon gesteht Einsatz von militärischen Drohnen im eigenen Land

    Mini-Drohnen des Typs Black Hornet
    © Foto: Crown Copyright/MOD 2013
    Mini-Drohnen des Typs Black Hornet

    Nach Ansicht von Makijenko wäre die elektronische Kampfführung ein mögliches Gegenmittel, um die „intellektuellen Verbindungen“ innerhalb des Schwarms zu zerstören. Wie der russische Experte Denis Fedutinow für gazeta.ru erläuterte, gibt es neben Perdix in den USA auch weitere Drohnen-Projekte für Scharen-Einsätze wie Locust oder Gremlins.

    Der russische Militärhistoriker Alexej Chlopotow sagte der Tageszeitung „Iswestija“: „Der Himmel über den Kampfgebieten strotzt bereits ohnehin von kleinen unbemannten Luftfahrzeugen, deren Zahl immer zunehmen wird. Es ist eine schwierige Aufgabe, kleine Spione aufzuspüren und abzufangen. Flugabwehrraketen gegen sie abzufeuern, wäre ebenso wenig effizient wie ein Versuch, sie mit Goldklumpen abzuschießen. Denn ein solcher Spion kostet in der Regel höchstens 1.000 US-Dollar, während eine Rakete um eine Größenordnung teurer ist.“ 

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    Wie ließen sich kleine Drohnen dann abschießen? An einer passenden Waffe wird in Russland derzeit gebastelt. Oleg Tschischewski, Projektil-Konstrukteur des russischen Entwicklers NPO Pribor, sagte dem Blatt, ein solches Anti-Drohnen-Projektil habe einen winzigen Zünder, um in einem gewissen Abstand vom Ziel zu explodieren. Der richtige Zeitpunkt werde vom Computer automatisch berechnet. Dabei werde eine Wolke aus Tausenden Schrapnell-Kugeln dem Ziel entgegengeschleudert. In dieser Wolke habe die Drohne dann kaum Überlebenschancen.

    Laut Tschischewski soll die neue Waffe bereits „in nächster Zeit“ getestet werden. Falls die Tests erfolgreich durchgeführt werden, sollen insbesondere neue russische Schützenpanzer T-15 und Kurganez-25 mit solchen Projektilen ausgerüstet werden.

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    Drohnen, William Roper, Oleg Tschischewskij, Alexej Chlopotow, Konstantin Makijenko, USA, Russland
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