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01:51 19 September 2019
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    Russischer Soldat lässt eine Drohne starten

    Drohnen mit den Augen steuern: VR-Helm für russische Armee

    © Sputnik / Pavel Lisitsyn
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    Das russische Militär soll einem Zeitungsbericht zufolge einen fortgeschrittenen Virtual-Reality-Helm bekommen. Dieser bearbeite Videodaten einer Drohne, um ein präzises Bild zu erstellen. Die Drohne könne dabei mit Kopf- und Augenbewegungen gesteuert werden.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Donnerstag berichtet, hat das Forschungszentrum GNIIZ des russischen Verteidigungsministeriums gemeinsam mit der in Joschkar-Ola ansässigen Staatsuniversität einen militärischen Virtual-Reality-Helm mit dem Codenamen Swarog entwickelt.

    „Derzeit wird der Helm intern getestet. Anfang 2017 soll er unmittelbar dem Verteidigungsministerium zur Verfügung gestellt werden. Im Moment experimentieren wir mit den Parametern der Linsen, doch die Auflösung des Bildschirms ist bereits doppelt so hoch wie bei der ausländischen Konkurrenz. Der Sichtwinkel wird dabei nur durch das naturgegebene Blickfeld des Operators begrenzt“, sagte Alexej Petschkin, Forscher der Universität in Joschkar-Ola (etwa 760 Kilometer westlich von Moskau).

    Das Head-Mounted-Display bestehe aus zwei separaten Teilen, damit jedes Auge sein eigenes Bild bekomme. Die beiden Bilder unterscheiden sich nur leicht voneinander. Ihre Kombination erzeuge die Illusion eines 3D-Blicks. 

    Da der 400 Gramm schwere Helm zwei Bildschirme hat, wirkt er laut der Zeitung äußerlich schwerfälliger im Vergleich zu zivilen und Nato-VR-Geräten. Dafür steige die Auflösung deutlich. Der Operator, der Bilder von einer Drohne bekommt, könne die Gegend bis ins kleinste Detail beobachten. Aus großer Höhe sichte er dabei nicht nur Kampffahrzeuge, sondern auch einzelne Soldaten. 

    Der Helm soll nicht nur Daten erhalten, sondern die Drohne auch steuern können. Der Operator kann die Flughöhe ändern, indem er den Kopf senkt bzw. hebt. Die eingebauten gyroskopischen Sensoren verfolgen in Echtzeit diese Kopfbewegungen, aus denen dann die Kurskorrekturen resultieren.

    Zwei weitere Sensoren registrieren die Lage der Pupillen. Damit könne der Mensch die Flugrichtung korrigieren – er brauche nur in eine bestimmte Richtung zu blicken, um die Drohne abbiegen zu lassen. 

    Pionierpanzer IMR-3 bei der Rüstungsmesse Army 2016 bei Moskau
    © Sputnik / Sergej Pirogow
    Der russische VR-Experte Maxim Tschizhow kommentierte: „Die Anwendung eines Virtual-Reality-Geräts, um eine Aufklärungsdrohne zu steuern, hat viele Vorteile im Vergleich zu bewährten Bildschirmen und Joysticks. Ein moderner VR-Helm ermöglicht dem Operator das Gefühl, über dem Schlachtfeld zu fliegen. Dank dieser Simulation können Entscheidungen schnell getroffen werden, während die Drohne bei hohen Geschwindigkeiten adäquat gesteuert wird.“

    Tschizhow sagte, solch fortgeschrittene Geräte stünden derzeit keinen Nato-Armeen zur Verfügung und kämen nur bei manchen Drohnen-Sportwettbewerben vor. Vor diesem Hintergrund dürfe die russische Entwicklung im Militärbereich als beispiellos gelten.

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    Tags:
    Virtual-Reality, Drohne, NATO, Alexej Petschkin, Russland