20:45 17 Februar 2018
SNA Radio
    Russischer eisenbahngestützter Raketenkomplex BZRK

    Russlands geplanter Atomraketen-Zug: „Albtraum für gegnerische Aufklärung“

    © Foto: Pressedienst der Strategischen Raketentruppen Russlands
    Technik
    Zum Kurzlink
    Neue Waffen für russische Armee (669)
    1127812

    Nach dem jüngsten Test der Startvorrichtung für den in Entwicklung befindlichen Eisenbahn-Raketenkomplex Bargusin klärt ein Experte über dessen Vorteile im Vergleich zum sowjetischen Vorläufer auf. Es geht um einen Zug, der Atomraketen mitführen soll.

    Der russische Militärexperte Viktor Murachowski erläuterte für sputniknews, die Startrampe sei eine Neuentwicklung: „Ihre Funktionsfähigkeit muss getestet werden. Diese Tests sind nun eben gelaufen.“ Der Testlauf hatte Medienberichten zufolge vor zwei Wochen auf dem Weltraumbahnhof Plessezk erfolgreich stattgefunden.

    Weiter sind laut Murachowski unmittelbare Raketen-Teststarts an der Reihe: „Alles läuft also nach Plan, es gibt keine Pannen. Ich denke, die russischen Streitkräfte werden dieses Raketensystem bekommen – entsprechend jenem Plan, der im staatlichen Rüstungsprogramm enthalten ist.“

    Mehr zum Thema: Waffen-Premieren in Russland 2016: zu Land, zur See und im Weltraum

    Der neue Waffe werde ihrem sowjetischen Vorläufer überlegen sein: „Für die sowjetische Anlage mussten spezielle Eisenbahnwagen gebaut werden. Von ihren Abmessungen her unterschieden sie sich von gewöhnlichen Waggons. Das neue Raketensystem entspricht völlig den Standard-Außenmaßen, die bei der Bahn üblich sind. Der Waggon mit der Rakete ist äußerlich von einem gewöhnlichen Kühlwagen nicht zu unterscheiden.“

    „Es wird schon gesagt, es handle sich um einen richtigen Albtraum für die gegnerische Aufklärung. Dem kann man zustimmen. Denn es gibt halt keine Aufklärungs-Merkmale, um den Zug mit Raketensystemen zu identifizieren“, so Murachowski.

    Russischer eisenbahngestützter Raketenkomplex BZRK
    © Foto: Pressedienst der Strategischen Raketentruppen Russlands
    Auch die Ausrüstungen für die Startrampe seien neu: „Da sich die Technologien geändert haben, gibt es nun ein neues Leitsystem mit geschützten digitalen Mehrfach-Verbindungslinien, aber auch neue Softwares, um Flugaufträge einzugeben.“ 

    Der für Militärausbildung zuständige Ressortchef der russischen Raketentruppen, Wladimir Nesterow, hatte noch im Februar angekündigt, die Ausbildung des Personals für das neue Waffensystem stehe ebenfalls auf dem Plan. „Wir begreifen natürlich, dass wir Fachkräfte brauchen werden, um dieses Raketensystem zu betreiben. In nächster Zukunft planen wir, mit ihrer Ausbildung zu beginnen“, sagte Nesterow damals im Radiosender Echo Moskwy.

    Eisenbahn-Raketensysteme hatten bereits den sowjetischen Streitkräften zur Verfügung gestanden. Insgesamt gab es damals zwölf solche Züge. Jeder davon führte drei ballistische Raketen mit. Nach dem Zerfall der Sowjetunion wurde im Sinne der damaligen Abrüstungsverträge auf diese Waffen verzichtet. Erst Jahre später wurde in Russland ein Neustart des Projekts beschlossen – diesmal auf einem höheren technologischen Niveau.

    Der jetzt geltende New-START-Abrüstungsvertrag zwischen Moskau und Washington verbietet die Entwicklung solcher Waffen nicht. Nach Angaben des Chefs der russischen Raketentruppen, Sergej Karakajew, soll der neue Raketen-Zug seinen sowjetischen Vorläufer in Sachen Präzision und Reichweite „deutlich übertreffen“.

    Themen:
    Neue Waffen für russische Armee (669)

    Zum Thema:

    Neue russische Superwaffe soll im „Ozean an Land“ auftauchen
    Neuer russischer Atomraketen-Zug soll in drei Jahren rollen
    Russlands ungewöhnlichste Waffen
    US-Raketen sind wie Zahnstocher im Vergleich zur russischen Sarmat-Rakete - Experte
    Tags:
    BZRK, Viktor Murachowski, Russland
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren