13:39 17 November 2018
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    Spielen, kämpfen, werben: Das erwartet Russlands Militär im Jahr 2017

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    (Aus-)Rüstung der russischen Armee (2017) (42)
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    Im nächsten Jahr soll ein Abkommen zwischen Russland und Syrien zur Schaffung eines russischen Marinestützpunktes als Ersatz für die materiell-technische Versorgungsstelle in Tartus in Syrien unterzeichnet und ratifiziert werden, was eine langfristige Militärpräsenz Russlands in der Mittelmeerregion bedeuten würde.

    Übersicht

    1 Fortsetzung der Syrien-Kampagne

    2 Russische Schiffe in Tartus

    3 „West 2017“ und andere Manöver

    4 Militärische Olympische Spiele in Sotschi

    5 Kampfjet T-50 als Zukunft

    6 U-Boote für Russlands Seestreitkräfte

    7 Waffen für Indonesien

    8 Vier Messen

     

    Die Gruppe der russischen Fliegerkräfte, die in Hmeimim stationiert ist, und die ständige Mittelmeer-Gruppierung der Kriegsflotte werden im kommenden Jahr den Kampf gegen die Terroristen in Syrien fortsetzen.

    Pionierpanzer IMR-3 bei der Rüstungsmesse Army 2016 bei Moskau
    © Sputnik / Sergej Pirogow

    Die Einheiten der russischen Streitkräfte werden an mehreren Militärmanövern teilnehmen, von denen die wichtigsten die strategischen Kommandostabsübungen „West 2017“ sein werden.

    In Sotschi finden 2017 die Welt-Militärspiele statt, die vom russischen Verteidigungsministerium mit den Olympischen Winterspielen 2014 verglichen werden.

    Im nächsten Jahr wird die Entwicklung und Indienststellung neuer Waffen sowie Militär- und Spezialtechnik fortgesetzt. So sollen die russischen Fliegerkräfte das Flugzeug T-50 bekommen. Zudem soll ein Mehrzweck-Atom-U-Kreuzer des modernisierten Projekts „Jassen“ auf Kiel gelegt werden, der die Serienproduktion von sieben U-Booten des Projekts 885 abschließen soll. Geplant ist der Baubeginn von sechs dieselelektrischen U-Booten des Projekts 636.6 „Warschawjanka“, die mit Kalibr-Raketen ausgerüstet werden sollen und für die Pazifikflotte bestimmt sind.

    Im Bereich der internationalen militärtechnischen Kooperation sollen Vereinbarungen zu Exportlieferungen von mehreren russischen Militärerzeugnissen erreicht werden, darunter nach Indonesien.

    Für den Sommer bzw. Herbst 2017 sind vier große internationale Messen geplant. In Sankt Petersburg findet die 8. Internationale Marine-Messe „MWMS 2017“ statt; im Gebiet Moskau – die 13. Internationale Luftfahrtmesse „MAKS 2017“ und das 3. Internationale militärtechnische Forum „Armija 2017“. In Nischni Tagil findet die 11. Internationale  Rüstungsmesse „Russia Arms Expo 2017“ statt.

    Fortsetzung der Syrien-Kampagne

    Die russische strategische Operation gegen internationale Terroristen, die 2015 gestartet wurde, wird fortgesetzt werden.

    Die russische Militärunterstützung hat zum Bestehenbleiben Syriens als Staat beigetragen und den syrischen Streitkräften geholfen, bedeutende Fortschritte im Antiterrorkampf zu erreichen, zur Offensive in den wichtigsten Richtungen überzugehen und große Teile des Landes von den Extremisten zu befreien.

    Die Kampfhandlungen der russischen Fliegerkräfte und Marine gegen die internationalen Terroristen in Syrien haben der ganzen Welt gezeigt, dass Russland langfristige strategische Operationen zum Schutz der Verbündeten und der eigenen nationalen Interessen in entfernten Gebieten umsetzen kann.

    Strategischer Bomber Tu-95MS der russischen Fliegerkräfte unterwegs zu einem Angriff gegen Objekte der Terroristen in Syrien. 17. November 2016
    © Sputnik / Russian Defense Ministry
    Strategischer Bomber Tu-95MS der russischen Fliegerkräfte unterwegs zu einem Angriff gegen Objekte der Terroristen in Syrien. 17. November 2016

    Die bewaffnete Konfrontation in Syrien dauert seit März 2011 an. Russland begann am 30. September 2015 auf Bitte des syrischen Präsidenten Baschar Assad um militärische Unterstützung, Angriffe gegen Objekte der internationalen Terrorgruppierungen Islamischer Staat (IS) und Dschebhat an-Nusra in Syrien zu fliegen. 

    In Syrien wurden der russische Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und eine materiell-technische Versorgungsstelle in Tartus eingerichtet. Für die Luftabwehr sorgen Raketensysteme S-400, S-300 und Flugabwehrkomplexe Panzyr.

    Im Mittelmeer ist eine ständige operative Gruppierung der russischen Kriegsflotte stationiert. Seit November nimmt an der Militärkampagne eine Schiffsgruppierung der Nordflotte mit dem schweren Atom-Raketenkreuzer „Pjotr Weliki“ und dem schweren Flugzeugträger „Admiral Kusnezow“ an der Spitze teil.

    Darüber hinaus wurde in Syrien das russische Zentrum zur Versöhnung der sich bekämpfenden Seiten ins Leben gerufen.

    Von den realen Aussichten für die Präsenz der russischen Streitkräfte in der Mittelmeerregion zeugt das Föderalgesetz über die Ratifizierung eines Abkommens zwischen Russland und Syrien auf Bitte der syrischen Seite über die unbefristete Stationierung der russischen Flugzeuggruppe auf dem Flugplatz Hmeimim in Latakia, der Russland kostenlos bereitgestellt wurde.

    Russische Schiffe in Tartus

    Die Aussichten der russischen Präsenz in der Region  werden auch durch die Verhandlungen mit der syrischen Seite über die Schaffung eines vollwertigen Marinestützpunktes statt der materiell-technischen Versorgungsstelle in der Hafenstadt Tartus bestätigt.

    Laut dem Vorsitzenden des Verteidigungsausschusses des Föderationsrates, Viktor Oserow,  befinden sich die Vorbereitungen auf die Unterzeichnung des Abkommens in der Schlussetappe. Dann soll das Abkommen durch die Seiten ratifiziert und ein Föderalgesetz werden.

    Matrosen des schweren Atom-Raketenkreuzers „Pjotr Weliki“.
    © Sputnik / Grigoriy Sysoev
    Matrosen des schweren Atom-Raketenkreuzers „Pjotr Weliki“.

    Das Verteidigungsministerium Russlands berichtete im Oktober 2016 über seine Pläne, in Tartus einen ständigen Marinestützpunkt einzurichten. Wie es im russischen Parlament hieß, kann das Abkommen mit einer Laufzeit von 49 Jahren abgeschlossen werden.

    „West 2017“ und andere Manöver

    Laut dem russischen Verteidigungsministerium wird es im nächsten Jahr auch zahlreiche Manöver geben. Die höchste Priorität hat dabei die Erhöhung des Niveaus der Ausbildung der Truppen durch das Implementieren neuer taktischer Handlungen, die auf den Kampferfahrungen aus gegenwärtigen bewaffneten Konflikten basieren. Des Weiteren soll die Arbeit der Stäbe durch den Einsatz moderner automatisierten Steuerungs- und Kommunikationssysteme vervollkommnet werden.

    Es sind Manöver zur Verlegung von Fliegerkräften zu operativen Flugplätzen und Truppengruppierungen in unbekannten Geländen vorgesehen, darunter im Rahmen von außerordentlichen Prüfungen der Einsatzbereitschaft der Militärverbände.

    Die russischen Truppen werden an mehreren internationalen Antiterror-, Militär- und Marineübungen teilnehmen, darunter im Rahmen der Schnellen Einsatzkräfte der OVKS (Zusammenwirken-2017) und der Streitkräfte der SOZ-Mitgliedsstaaten („Friedensmission 2017“).

    Darüber hinaus sollen die 3. Internationalen Armeespiele „ArMI 2017“ stattfinden, deren Schlussetappe vom 29. Juli bis 12. August stattfinden soll.

    Als Hauptmanöver gelten die für Herbst geplanten Kommandostabsübungen „West 2017“. Laut dem Generalstabschef, Waleri Gerassimow, ist das Hauptziel dieser großangelegten Übungen, die Gewährleistung der Sicherheit in der jeweiligen strategischen Richtung zu trainieren.

    Militärische Olympische Spiele in Sotschi

    Am Tag des Verteidigers des Vaterlandes, 23. Februar, findet die feierliche Eröffnung der 3. Welt-Militärspiele statt, die vom russischen Verteidigungsministerium als wichtigstes Sportereignis 2017 bezeichnet werden. Der Initiator der Spiele in den Olympiastätten ist Verteidigungsminister Sergej Schoigu. Der Hauptorganisator ist der ZSKA (Zentraler Armeesportklub).

    Vom 5. bis zum 8. Dezember 2016 fand in Sotschi der letzte Inspektionsbesuch der Kommission des weltweiten Militärsportverbandes (CISM) statt, die vom Generalsekretär der Organisation, Oberst Dorah Mamby Koita, geleitet wurde. Die Vertreter des CISM und des russischen Verteidigungsministeriums besichtigten die Sportobjekte und die Infrastruktur, die bei den Militärspielen 2017 genutzt werden sollen.

    „Ich bin mir sicher, dass die Spiele auf höchstem Niveau stattfinden werden. Ich denke, dass unser Motto ‘Freundschaft über Sport‘ völlig bestätigt wird. Wir sind uns sicher, dass die Veranstaltung erfolgreich sein wird. Alle Länder werden ihren Beitrag zu den Spielen leisten“, sagte der CISM-Generalsekretär. Die Kommission sei mit der Kooperation mit dem Organisator und dem Vorbereitungsstand zufrieden.

    • Internationale Armee-Spiele 2015 in Russland
      Internationale "Armee-Spiele 2015" in Russland
      © Sputnik / Maksim Blinov
    • Tschetschenische Spezialeinheiten bei der Militär-Expedition in der Arktis
      Tschetschenische Spezialeinheiten bei der Militär-Expedition in der Arktis
      © Sputnik / Waleri Melnikow
    • Internationale Armeespiele 2016
      Internationale Armeespiele 2016
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    • Internationale Armee-Spiele 2015 in Russland
      Internationale "Armee-Spiele 2015" in Russland
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    • Tschetschenische Spezialeinheiten bei der Militär-Expedition in der Arktis
      Tschetschenische Spezialeinheiten bei der Militär-Expedition in der Arktis
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    • Internationale Armee-Spiele 2016 in Russland
      Internationale "Armee-Spiele 2016" in Russland
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    • Militärübungen in Nordrussland
      Militärübungen in Nordrussland
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    Internationale "Armee-Spiele 2015" in Russland

    Die Welt-Militärspiele finden vom 22. bis zum 28. Februar in Sotschi statt. An den Spielen sollen rund 2000 Sportler aus 40 Ländern teilnehmen, die um 44 Medaillensätze in individuellen und Mannschaftswettbewerben kämpfen werden. Auf dem Programm stehen sieben Sportarten — Biathlon, Skilaufen, Skifahren, Orientierungslauf im Skifahren, Ski alpin, Sportklettern, Shorttrack.

    Das Programm der Wettbewerbe und der Verlauf der Strecken wurden mit nationalen Sportverbänden abgestimmt, die Jurorenteams wurden vorläufig gebilligt. Insgesamt werden 488 Juroren erwartet.

    Wie es im russischen Verteidigungsministerium hieß, erfolgt die Vorbereitung auf die Militärspiele, die wie die Olympischen Spiele alle vier Jahre stattfinden, gemäß dem Terminkalender. Die russischen Militärsportler seien auf Sieg gestimmt.

    Die russische Nationalmannschaft gewann bei den Welt-Sommerspielen im Oktober 2015 in Südkorea 135 Medaillen und war die erfolgreichste in der Geschichte dieser Wettbewerbe.

    Die Vertreter der russischen Streitkräfte sind seit 1995 Mitglieder des CISM. Seit dieser Zeit standen die ZSKA-Sportler fünfmal an der Spitze der Mannschaftswertung bei den Militärspielen.

    Der internationale Militärsportverband wurde 1948 in Nizza gegründet. Seine Hauptaufgabe ist das Anknüpfen von Verbindungen zwischen den Streitkräften verschiedener Länder im Sportbereich. CISM umfasst derzeit 135 Länder (106 davon sind aktive Mitglieder) und ist die größte Sportorganisation nach dem Internationalen Olympischen Komitee und der Internationalen Föderation für Universitätssport.

    Kampfjet T-50 als Zukunft 

    Die ersten Lieferungen von Kampfjets der 5. Generation T-50 sollen wie geplant 2017 erfolgen, wie der Oberste Befehlshaber der russischen Fliegerkräfte, Generaloberst Viktor Bondarjow, berichtete. „Alle Fristen werden eingehalten, die Tests erfolgen in einem schnelleren Tempo, es wurde bereits das achte Exemplar geliefert. Das Flugzeug zeigt ausgezeichnete flugtechnische Eigenschaften. Das ist unsere Zukunft, unsere Hoffnung“, sagte Bondarjow.

    Der Chef der Vereinigten Triebwerksbau-Korporation, Alexander Artjuchow, berichtete im Oktober, dass die T-50-Tests mit in Serie produziertem Triebwerk der „zweiten Etappe“ im 4. Quartal 2017 beginnen sollen.  Derzeit fliegen Versuchsmodelle mit dem Triebwerk der „ersten Etappe“, das bereits in die Serienproduktion gegangen ist.

    T-50 ist ein russisches Flugzeug der 5. Generation, das mit einem prinzipiell neuen Avionik-Komplex und einer aussichtsreichen Radaranlage mit Phased-Array Antenne ausgestattet ist. Der erste Flug fand 2010 in Komsomolsk am Amur statt. Zum ersten Mal wurde das Flugzeug auf der Luftfahrtmesse „MAKS 2011“ in Schukowski bei Moskau der Öffentlichkeit präsentiert. Derzeit laufen die Tests. Laut dem stellvertretenden Verteidigungsminister Juri Borissow soll die Serienlieferung an die russischen Fliegerkräfte 2018 beginnen.

    U-Boote für Russlands Seestreitkräfte

    2017 wird im Sewmasch-Betrieb in Sewerodwinsk ein Mehrzweck-Unterwasserkreuzer des modernisierten Projekts 885M „Jassen“ für die russischen Seestreitkräfte auf Kiel gelegt. Das wird das letzte von insgesamt sieben Atom-U-Booten sein, die vom St. Petersburger Maschinenbau-Konstruktionsbüro „Malachit“ entwickelt wurden.

    Das sechste U-Boot dieses Typs, die „Perm“, wurde im Juli 2016 auf Kiel gelegt. Der feierlichen Zeremonie wohnte der stellvertretende Oberbefehlshaber der Seestreitkräfte Vizeadmiral Viktor Burssuk bei. Nach seinen Worten wird die „Jassen“-Serie bis 2023 vollständig gebaut werden. Diese U-Boote seien für die Pazifik- und die Nordflotte bestimmt und werden „dieselben Aufgaben erfüllen, aber viel intensiver“.

    Die Wasserverdrängung eines U-Boots des Projekts 885M beträgt 13 800 Tonnen. Seine Tauchtiefe beläuft sich auf 520 Meter und seine Geschwindigkeit Unterwasser bei 31 Knoten. Es sollen bis zu 100 Tage autonomer Fahrt möglich sein. Die Besatzung ist 64 Mann stark. Diese U-Boote sind mit Minen, Torpedos vom Kaliber 533-Millimeter, Marschflugkörpern „Kalibr“ und „Onyx“ ausgerüstet.

    Atom-U-Boot des Projekts 885 „Jassen“
    Atom-U-Boot des Projekts 885 „Jassen“

    Diese Atom-U-Boote werden ausschließlich aus russischen Zulieferteilen gebaut. Das erste U-Boot der 885er Serie, die „Sewerodwinsk“, wurde der russischen Kriegsmarine im Juni 2014 überreicht. Der Testbetrieb dauerte bis zum Frühjahr 2016.

    „Die Entscheidung zum Bau einer Serie von U-Booten des Projekts 636.3 für die Pazifikflotte in den ‚Admiralitätswerften‘ ist getroffen worden. Das werden im Grunde die gleichen U-Boote sein, die bereits für die Schwarzmeerflotte gebaut wurden“, erklärte der Vizepräsident der Vereinigten Schiffbaukorporation (OSK), Igor Ponomarjow, im November 2016 gegenüber RIA Novosti. Für die Vervollkommnung des Projektes 636.3 „Warschawjanka“ ist nach seinen Worten das Verteidigungsministerium Russlands als Auftraggeber zuständig.

    Der Generaldirektor der „Admiralitätswerften“, Alexander Busakow, kündigte seinerseits an, dass das erste Diesel-Elektro-U-Boot des Projektes 636.6 für die Pazifikflotte im Herbst 2017 auf Kiel gelegt werde. Das sechste und letzte U-Boot, das „Kalibr“-Marschflugkörper tragen werde, solle 2021 gebaut werden.

    Bei „Warschawjanka“ handelt es sich um die dritte Generation von Diesel-Elektro-U-Booten, ihre Wasserverdrängung beträgt 3950 Tonnen, die Geschwindigkeit Unterwasser — 20 Knoten und die Tauchtiefe — 300 Meter. Die Besatzung besteht aus 52 Mann.

    Die Kampfeffizienz der neuen Modifikation des 636er-Projekts ist erhöht worden: Sie verfügt über Torpedos Kalibers 533 Millimeter (sechs Torpedorohre, die innerhalb von 15 Sekunden neu geladen werden können), Minen und „Kalibr-PL“-Raketen.

    Diesel-Elektro-U-Boot „Warschawjanka“
    © Sputnik / Vitaliy Ankov
    Diesel-Elektro-U-Boot „Warschawjanka“

    Weil sich die „Warschawjanka“-U-Boote schwer orten lassen, werden sie in der Nato als „schwarze Löcher im Ozean“ bezeichnet. Dank der großen Kampfstärke und Unauffälligkeit ist das eines der besten Nicht-Atom-U-Boote der Welt.

    Waffen für Indonesien

    Der russische Waffenexport wird 2017 trotz der internationalen Russland-Sanktionen voraussichtlich auf dem Niveau der letzten Jahre bleiben, das bei ungefähr 15 Milliarden US-Dollar pro Jahr liegt. Etwa 13 Milliarden Dollar entfallen dabei auf die Waffenexportbehörde Rosoboronexport. Diese wirkt mit mehr als 700 Unternehmen und Organisationen des Rüstungsindustrie-Komplexes Russlands zusammen und vertritt Russlands Interessen in etwa 70 Ländern.

    Bei der Ausstellung IndoDefence 2016  im November in Jakarta fanden ausführliche Verhandlungen zwischen Vertretern von Rosoboronexport und Indonesien statt. Unter anderem wurden dabei die Perspektiven für die Lieferung von „Warschawjanka“-U-Booten an Indonesien besprochen. Wie der stellvertretende Generaldirektor der Waffenexportbehörde, Sergej Goreslawski, präzisierte, ist die indonesische Seite, wie auch andere potenzielle ausländische Kunden, mit den Vorteilen des Projektes 636.3 vertraut. (Im Dezember 2015 hatte das U-Boot „Rostow-na-Donu“ dieses Typs vom Mittelmeer aus einen massiven Raketenschlag gegen Stellungen der Terroristen in Syrien.)

    Goreslawski zufolge verhandeln Moskau und Jakarta über die Lieferung der dritten Partie von Marineinfanteriefahrzeugen BMP-3F. „Nach den taktisch-technischen Eigenschaften, dem Preis-Leistungs-Verhältnis usw. suchen diese Fahrzeuge ihresgleichen auf dem internationalen Waffenmarkt. Deshalb warten wir auf ein Angebot Indonesiens bezüglich der BMP-3F“, so der Beamte.

    Die erste Partie aus 17 Fahrzeugen hatten die Indonesier im November 2010 im Rahmen eines bilateralen Vertrages über die Kreditierung Indonesiens mit einer Milliarde Dollar erhalten, der im September 2007 unterzeichnet worden war. Der zweite Vertrag über den Kauf von 37 Fahrzeugen für 114 Millionen Dollar wurde im Mai 2013 abgeschlossen. Im Januar 2014 erhielt Jakarta  die Lieferung.

    Noch führen Moskau und Jakarta intensive Beratungen über Su-35-Kampfjets. Es handelt sich laut Quellen um neun bzw. zehn Flugzeuge.

    Die Su-35 ist die vervollkommnete Version der Su-27/30-Familie, die Russland schon seit mehr als zehn Jahren sehr erfolgreich ins Ausland verkauft.

    Mehrzweck-Wasserflugzeug Be-200
    © AFP 2018 / Dmitry Kostyukov
    Mehrzweck-Wasserflugzeug Be-200

    Moskau rechnet damit, dass Jakarta Interesse für das Wasserflugzeug Be-200 zeigt, welches der Befehlshaber der indonesischen Luftstreitkräfte, Agus Supriatna, bei einer Ausstellung in Gelendschik (russische Region Krasnodar) im September zu sehen bekam.

    Dieses Wasserflugzeug hat sich schon mehrfach beim Löschen von Waldbränden, als Rettungsflugzeug nach Natur- bzw. Umweltkatastrophen usw. als sehr effizient bewiesen.

    Experten des Zentrums für Weltwaffenhandels-Analysen verweisen auf den sich zuspitzenden Konkurrenzkampf auf dem indonesischen Waffenmarkt zwischen Russland, Südkorea, Brasilien, den USA, den Niederlanden, Polen, China, Spanien, Frankreich usw. Den Experten zufolge war Russland mit 1,352 Milliarden Dollar der Spitzenreiter beim Waffenexport nach Indonesien zwischen 2008 und 2015. Zudem bekam Rosoboronexport in dieser Zeit Aufträge für 887 Millionen Dollar.

    Vier Messen

    Vom 28. Juni bis 2. Juli  findet in St. Petersburg zum achten Mal die Internationale Kriegsmarine-Expo statt, die seit 2003 durchgeführt wird, an der sich russische und ausländische Rüstungsunternehmen beteiligen werden.

    2017 werden dabei diverse Errungenschaften im Schiffsbau und bei der Entwicklung der Marinetechnik sowie neueste Technologien und Stoffe präsentiert.

    In Schukowski bei Moskau wird vom 15. bis 20. August die Internationale Luft- und Raumfahrtmesse MAKS-2017 stattfinden. Hinzu kommt vom 22. bis 27. August das dritte Internationale militärtechnische Forum „Army-2017“ in Kubinka (Gebiet Moskau).

    MAKS gehört zu den größten internationalen Foren der Luftfahrtbranche. Die Ausstellungen finden seit 1993 alle zwei Jahre statt. Ihr wichtigstes Ziel besteht darin, die besten russischen Technologien für gemeinsame Projekte mit ausländischen Partnern zu zeigen. Der Präsident Russlands hat die Schirmherrschaft über die Ausstellungen.

    2015 wurde die MAKS-Expo im Laufe von sechs Tagen von ungefähr 400 000 Menschen besucht. Dabei wurden unter anderem mehrere Verträge über die Lieferung von Su-35- und MiG-35-Kampfjets, die Entwicklung von neuesten Kampfdrohnen usw. unterzeichnet.

    MAKS 2015 in FOTOs: Highlights der russischen Flugzeugbauer

    Im Rahmen des Forums „Army-2017“ finden die meisten Veranstaltungen im Kongress- bzw. Ausstellungspark „Patriot“ auf dem Übungsgelände Alabino und dem Flugplatz Kubinka statt.

    Diese Foren werden seit 2015 veranstaltet. In diesem Jahr besuchten mehr als 500 000 Menschen das „Army-2016“-Forum, an dem sich Vertreter von mehr als 80 Ländern beteiligten.

    Dabei fanden mehr als 40 Präsentationen von russischen Militärprodukten für ausländische Auftraggeber statt. Auch 58 Unternehmen aus 13 Ländern stellten ihre Erzeugnisse vor. Zum ersten Mal führte das russische Verteidigungsministerium eine Zeremonie zur Unterzeichnung von 17 Staatsverträgen für insgesamt mehr als 130 Milliarden Rubel (umgerechnet beinahe zwei Milliarden Euro) durch. Unter anderem ging es um die Lieferung von sechs U-Booten des Projektes 636, drei kleinen Raketenschiffen und um die Modernisierung von mehr als 230 Einheiten Militärtechnik.

    Kleines Raketenschiff „Grad Swijaschsk“ (Projekt  21631 „Bujan-M“)
    © Foto : Russian Southern Military District Press Service
    Kleines Raketenschiff „Grad Swijaschsk“ (Projekt 21631 „Bujan-M“)

    Verteidigungsminister Sergej Schoigu stellte fest, dass sich das „Army“-Forum  „als eine der führenden internationalen Waffen- und Militärtechnik-Ausstellungen etabliert“ habe und zu einem Ort für die Förderung des Zusammenwirkens zwischen den Behörden und Vertretern der Geschäftskreise sowie zu einem wirksamen Mechanismus für die Aufnahme von neuesten Entwicklungen in die Produktion geworden sei.

    Darüber hinaus ist für den 6. bis 9. September in Nischni Tagil (Gebiet Swerdlowsk) zum elften Mal die „Russia Arms Expo 2017“ angesetzt, die seit 1999 regelmäßig stattfindet.

    Daran werden sich mehr als 400 Unternehmen und Vertreter von Militärbehörden aus mehr als 50 Ländern beteiligen. Diese Ausstellung wird gewöhnlich von mehr als 20 000 Menschen besucht. Der wichtigste Vorteil der „Russia Arm Expo“ besteht darin, dass sich in Nischni Tagil ein einmaliges Übungsgelände befindet, auf dem die Kampf- und Betriebsmöglichkeiten der neuesten Technik vollständig präsentiert werden können.

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    BMP-3F, Onyx-Raketen, Sewerodwinsk, Jassen (U-Boot), U-Boote vom Typ Warschawjanka, Kalibr-Rakete, Atom-Raketenkreuzer Pjotr Weliki, Be-200, MiG-35, Su-35, T-50-Kampfjet, Army-2017, IndoDefence 2016, Russia Arms Expo 2017, MAKS 2017, MWMS 2017, West 2017, CISM, OVKS, SOZ, Alexander Busakow, Sotschi, Indonesien, Syrien, Russland