05:09 01 Dezember 2020
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    (Aus-)Rüstung der russischen Armee (2017) (42)
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    Um kleine Drohnen zu bekämpfen, ist eine spezialisierte mobile Anlage einem Zeitungsbericht zufolge in Russland entwickelt worden. Sie sendet Störungen, um die Steuerung der Drohnen aus großer Distanz lahmzulegen. Ein Militärexperte erläutert, warum Maßnahmen in diesem Bereich derzeit so wichtig sind.

    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ am Donnerstag berichtet, ist die Anlage mit dem Codenamen Repellent fähig, kleine Drohnen zu entdecken und unschädlich zu machen, indem deren Steuerungskanäle durch Störungen beeinträchtigt werden. Die Anlage kann auch direkt am Kampffeld zum Einsatz kommen.

    Die anfliegenden Drohnen werden zunächst funktechnisch aufgespürt, die Reichweite beträgt dabei mehr als 35 Kilometer. Wenn sie näher kommen, können sie auch direkt beobachtet werden – für diese Zwecke ist die Anlage mit einem effizienten optischen System ausgerüstet.

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    Selbst kleine Ziele können auch bei schlechtem Wetter sowie nachts entdeckt werden. Generell ist die Anlage auch in der Arktis einsetzbar – sie soll laut den Entwicklern auch bei 45 Grad unter null funktionsfähig bleiben.

    Entwickelt wurde die Anlage vom russischen Forschungszentrum für elektronische Kampfführung. Dessen Geschäftsführer Alexander Sarkisjan sagte dem Blatt: „Die Entwicklungsarbeiten sind bereits abgeschlossen. Die Anlage hat alle erforderlichen Tests hinter sich – darunter auch das Testprogramm des Verteidigungsministeriums. Sie bestätigte völlig ihre geplanten Parameter. Nun wird über die Indienststellung entschieden.“ 

    Die Anlage wird auf einen Lkw des Typs MAZ-6317 montiert. Ihren Kern bildet ein Teleskopmast mit einem Störsender. Der gepanzerte Fahrzeugaufbau beherbergt die Ausrüstungen zum Steuern der Anlage. Der zuständige Soldat sitzt an einem Pult, das äußerlich einem Bürotisch ähnelt, und beobachtet auf den Bildschirmen die Situation. Sarkisjan sagte, künftig sei geplant, auch eine tragbare Version der Anlage zu entwickeln.

    Der russische Militärexperte Oleg Scheltonoschko erläuterte: „Kleine unbemannte Luftfahrzeuge absolvieren in einem modernen Krieg nicht nur Aufklärungseinsätze, indem sie die Gegend fotografieren, sondern helfen auch dabei, das Artilleriefeuer zu korrigieren.“

    „Dank ihrer geringen Abmessungen sind sie mit Standard-Flugabwehrsystemen kaum abzuschießen. Eine Schar solcher Drohnen lässt sich nur bekämpfen, wenn ihre Steuerungs- und Navigationskanäle durch starke Funkstörungen beeinträchtigt werden. Das Signal einer Drohne ist aber sehr schwach, deshalb sind gegenwärtige funktechnische Anlagen wie Awtobasa oder Moskwa nicht in der Lage, solche Drohnen zu orten“, so der Experte.

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    Tags:
    Drohne, Repellent, Alexander Sarkisjan, Russland