15:59 19 Januar 2017
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    Russische Luftwaffe verdoppelt Abwehr-Potenzial

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    (Aus-)Rüstung der russischen Armee (2017) (17)
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    Russlands Flugabwehr bekommt bis Ende 2022 die modernsten Modelle der Raketenkomplexe S-300B4, Buk-M3, Top-M2 sowie Nahbereichsverteidigungssysteme und Flugabwehrraketen einer neuen Generation, wie der Chef der russischen Flugabwehrraketentruppen, Generalleutnant Alexander Leonow, am Donnerstag mitteilte.

    Der Anteil an modernsten Modellen in den russischen Flugabwehreinheiten wird demnach mehr als 70 Prozent betragen. Bis Ende 2020 werden Leonow zufolge alle Flugabwehrtruppen und —formationen der Bodentruppen mit den Raketenkomplexen des Typs S-300B4, Buk-M3, Top-M2 und den Nahbereichsverteidigungssystemen sowie Flugabwehrraketen einer neuen Generation ausgerüstet.

    Damit soll des Kampfpotenzials der Flugabwehrtruppen folglich der Flugabwehreffektivität verdoppelt werden.

    „Im Ergebnis wird ein sicheres Flugabwehrsystem in allen strategischen Richtungen errichtet werden, das nicht nur die Truppeneinheiten, sondern auch wichtige Staatsobjekte innerhalb ihrer Verantwortungsbereiche verteidigen kann“, so Leonow abschließend.

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    (Aus-)Rüstung der russischen Armee (2017) (17)

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    Tags:
    Luftwaffe, Flugabwehrsystem, Armee, S-300B4, Buk-M3, Russland
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    Alle Kommentare

    • Nemanja
      Was ist mit Serbien? Sollen wir uns gegen die Kolonisten mit KUB und S125 verteidigen?
    • Andy_Mail
      S-300B4 sollte wohl S-300V4 heißen, und Top-M2 wohl eher Tor-M2... Wobei ich natürlich erkenne, dass das russische B dem deutschen V bzw. W entspricht, und das russische p dem deutschen r :-)
    • TeslaAntwort anAndy_Mail(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Andy_Mail,
      Gut erkannt!
      Das ist mir beim Top-M2 auch aufgefallen, aber bei S-300B4 dachte ich, dass es sich dabei vielleicht um eine entwicklung für Schiffe (Salzresistent) oder ähnlich handeln könnte.

      Danke für die Erklärung "B und V/W"!
    • TeslaAntwort anNemanja(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Nemanja,
      Wenn die Serben geeint agieren würden, dann würde sich Serbien auch besser verteidigen können und Russland würde dann bestimmt noch mehr militärisch und wirtschaftlich helfen. Und Serbien sollte nicht mehr mit der NATO oder mit der EU Beitrittsverhandlungen führen. Herr Milorad Dodik macht es in Bosnien vor.

      Wenn Russland stark ist, dann wird es niemand wagen Serbien wieder anzugreifen oder in russischer Nachbarschaft Kriege zu beginnen.

      Bei dieser Entwicklung wird Russland ab 2023-2025 gänzlich unangreifbar sein (medial, militärisch, politisch, wirtschaftlich, etc.) und ab 2030 werden Russland und China die weltweit dominantesten Länder darstellen.

      Die USA erwarten jetzt ähnliche Zeiten, wie sie die Sowietunion und später auch Russland unter Gorbatschow und Jeltsin durchlebt haben.
      Herr Trump hat bereits eine Art amerikanische "Perestroika" angekündigt. Ob das US System stark genug ist, um diese Perestroika zu verkraften?
      Nein!
      Selbst für die US-Schattenregierung scheint das mehr oder weniger klar zu sein. Vermutlich war genau aus diesem Grund Herr Kissinger letztes Jahr in Moskau zu Besuch bei Putin, um für Nachsicht zu bitten.
    • Andy_MailAntwort anTesla(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tesla,
      aber gerne doch :-)
      Die schiffsbasierte Version der S-300 hat übrigens die Abkürzung F (für Fort). Da gibt es mittlerweile die F, FM und FM2. Wobei ich vermute, dass kaum noch jemand das Bezeichnungsdurcheinander der S-300-Systeme richtig durchblickt: V(W), P, F, und die unzähligen Modernisierungsvarianten davon: V1, V2, VM, VM1, VM2, VMD, PT, PS, PM, PMU, usw. usf.
    • TeslaAntwort anAndy_Mail(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Andy_Mail,
      Dass es so viele Varianten gibt, wusste ich auch nicht.
      Wie du siehst, bin ich da kein Experte. ;-)
      Weisst du vielleicht auch was konkret bei den S-300 immerwieder modernisiert wird, oder ist das ein Geheimnis?
    • Andy_MailAntwort anTesla(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Hallo Tesla,
      Luftabwehrsysteme gehören grundsätzlich zu den technisch anspruchsvollsten Entwicklungen überhaupt. Erforderlich ist eine geradezu ungeheuer anmutende Präzision im Zusammenspiel zwischen dem Radar, dem zugrundeliegenden Computersystem und der Rakete bzw. deren Steuerungssystem. Man soll sich das vorstellen: bekämpft werden Ziele mit bis zu 6500m/s, und die Rakete fliegt mit einer ähnlichen Geschwindigkeit - ergibt nach Adam Riese eine Relativgeschwindigkeit von ca. 13000m/s - also 13km/s. Falls sich im Zusammenspiel zwischen den drei o.g. Komponenten ein Rechenfehler von lediglich 1 Millisekunde ergibt, fliegt die Rakete 13 Meter am Zielobjekt vorbei und Nichts wird mit einem Treffer.
      Ein (zumindest aus meiner persönlichen, ganz subiektiven Sichtweise) schönes Beispiel hierfür passierte im I. Golfkrieg der USA mit dem Irak. Die Amis haben sich dort ganz schön mit ihrem Patriot-System blamiert. Die Rakete hatte in ihrem Steuerungssystem eine digitale Uhr, die Ihre Zeit in 20-bit gespeichert hat. Demgegenüber hatte der zentralle Steuerungscomputer eine Uhr mit einer Genauigkeit von 32-bit. Nach einem Neustart werden diese Systeme einander angeglichen und das System arbeitet einwandfrei. Was aber nicht berücksichtigt wurde, ist, dass nach einer längeren Laufzeit von mehreren Stunden die beiden "Uhren" nicht mehr syncron laufen und es passierte was passieren musste: ein Patriot-System aufgestellt zum Schutz einer Ami-Kaserne in Saudi Arabien wurde morgens eingeschaltet und war den ganzen Tag in Bereitschaft. Abends feuerte Sadam eine Scud-Rakete auf eben diese Kaserne ab und die Abgefeuerten Patriots verfehlten ihr Ziel. Dass die Scud dann mitten in der Kaserne explodiert ist, braucht man wohl nicht mehr zu erwähnen.
      Aber zurück zu Deiner Frage. Falls dich die Thematik interessiert gibt es da die Seite peters-ada.de/s300.htm - dort findet man recht viele Informationen gerade über die S-300 Systeme - auch wenn diese wohl nicht vollständig sind. Auch die Wikipedia hat einen recht ausfühlichen Artikel zu diesem Thema: de.wikipedia.org/wiki/S-300_%28Flugabwehrraketensystem%29
      Grundsätzlich ist zu sagen, dass alle drei o.g. Hauptkomponenten ständig modernisiert/weiter entwickelt werden. Die Radare, die Steuerungs-/Computer-Systeme des Leitstands und die Raketen selbst. Bei den letzteren geht es sowohl um die genauigkeit der Zielverfolgung als auch um die Rechweite. Das im Artikel erwähnte S-300V4-System benutzt die vom S-400-System verwendete Rakete mit 400km Reichweite - so dass es mit diesem durchaus vergleichbar ist.
      Interessant ist es vielleicht auch, dass bei den Russen in den 90-er Jahren ein modernisierungsbedarf entstand, nachdem man den USA (idiotischerweise) ein (wohl nicht vollständiges) S-300 System verkauft hat. In der Jeltzin-Ära ist ja vieles möglich gewesen und damals dachte man ja wohl noch, dass die USA ein "Freund" wären. Letztlich mussten die Parameter der S-300-Systeme geändert werden, weil man ja nicht wollte, dass die Amis es zu einfach haben sollten, die russische Luftabwehr zu überwinden...
    • TeslaAntwort anAndy_Mail(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Andy_Mail,
      Vielen Dank für diese ausfürliche Antwort! :-)
      Von dieser Panne der Amerikaner im Irak habe ich nicht gewusst.
    • Andy_MailAntwort anTesla(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Tesla,
      ja, da reden die Amerikaner nicht gerne drüber. Hier einer der Links dazu:
      www.deutschlandfunk.de/runder-fehler.676.de.html?dram:article_id=25495
      Frau Gräfe schreibt zwar, dass die Rakete nicht abgefeuert wurde - aber da scheiden sich eben die Geister - die Software des Steuerungssystems hat ja nicht gewusst, dass es da einen Rundungsfehler gegeben hat...
    • TeslaAntwort anAndy_Mail(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Andy_Mail,
      Ein interessanter Bericht!
      Danke!
      War die Unzuverlässigkeit der Patriot Raketen der Grund, warum Israel eigene Abwehrraketen entwickelt hat?
      Wie gut sind die Patriot Raketen heute?
    • Andy_MailAntwort anTesla(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Hallo Tesla,
      nun, der beschriebene Softwarefehler der Patriot-Systeme war von der Herstellfirma als Update angeblich bereits vier Tage vor dem Einschlag in der US-Kaserne in Israel eingetroffen - nur eben gerade nicht bei der betroffenen Baterie in Saudi Arabien - hier war das Update ein Tag nach dem Einschlag eingetroffen :-) Wie auch immer - dieses Problem dürfte sich mittlerweile längst erledigt haben. Ansonsten sind die Patriot-Systeme von ihren technischen Parametern nicht schlecht. Wie gut sie aber tatsächlich sind, wissen wahrscheinlich nur die absolut eingeweihten Experten der Herstellfirma und natürlich auch die US-Militärs - wir, die Normal-Sterblichen sind lediglich auf das angewiesen, was uns die o.g. Experten zur Verügung stellen. Fakt ist, dass das Patriot-System so einiges an Kritik einstecken musste, und dass die Angaben zu dessen verlässlichkeit (Trefferwahrscheinlichkeit) zwischen 20% und über 90% schwanken. Auch hier sind die wahren Zahlenangaben nur schwer nachvollziehbar. Die neueste Modifikation der Patriot ist die PAC-3 Ausfürung - sie hat eine Rechweite von ca. 160km und eine Bekämpfungshöhe von bis zu 45km. Und hier kommen wir zu dem Unterschied zum "istraelischen" Arrow-System. Dieses System ist eher als Ergänzung zum Patriot-System zu betrachten und nicht als dessen Ersatz. Entwickelt haben es nicht die israelis selbst, sondern (beginnend in der Reagan-Ära, als dieser noch von SDI geträumt hat) in Zusammenarbeit mit US-Herstellern. Nicht zuletzt haben die Israelis eine tief verwurzelte Angst (wahrscheinlich nicht unberechtigt) vor den Raketen des Irans, so dass die Arrow-Raketen insbesondere auf die Bekämpfung von aus großen Höhen ankommenden balistischen Raketen speziallisiert wurden: Reichweite 100km und Bekämpfungshöhe ebenfalls 100km. Die können also aus dem Stand senkrecht auf 100km Höhe steigen - also an die Grenze zwischen Atmosphäre und Weltraum :-)
    • TeslaAntwort anAndy_Mail(Kommentar anzeigenKommentar ausblenden)
      Hallo Andy_Mail,
      Ich bin skeptisch, dass eine Rakete mit der horizontalen Reichweite von gerade Mal 100km auch vertikal 100km hoch fliegen kann. Und selbst wenn diese Rakete so hoch fliegen könnte, dann wäre sie eher dazu da, um Sateliten abzuschiessen als schnelle und ausweichende Angriffsraketen abzufangen.
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