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    Roboter sollen besteuert und vor sexueller Belästigung geschützt werden

    © Sputnik / Evgeny Biyatov
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    Die ausbleibenden Einkommens- und Gewinnsteuern für Roboter sind laut Microsoft-Gründer Bill Gates ein unfairer Vorteil der Maschinen gegenüber Menschen. In einem Interview für die Zeitschrift „Quartz“ plädiert er für eine Besteuerung von Unternehmen, die Roboter einsetzen, sowie für die Finanzierung alternativer Beschäftigungsarten für Menschen.

    Damit soll Gates zufolge zumindest provisorisch die Automatisierung vieler Arten von menschlichen Aktivitäten ausgebremst werden.

    Bereits 2007 hatte sich das European Robotics Research Network (ERRN) mit der Entwicklung von Normen der Robotornutzung befasst, wie die russische Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag schrieb. Laut einem europäischen Richtlinienentwurf könnte die Menschheit im 21. Jahrhundert „zum ersten Mal mit Erscheinungen einer fremden Vernunft, nämlich der Robotervernunft konfrontiert werden“. Das würde „diverse ethische, soziale und wirtschaftliche Probleme zur Folge haben“, teilt ERRN mit.

    „In der Robotertechnik kommen inzwischen psychologische Probleme vor, beispielsweise die Entwicklung jener Roboter, die eine positive Reaktion beim Menschen in der unmittelbaren Nähe hervorrufen, die Förderung eines vorhersagbaren Verhaltens der Roboter, die Vervollkommnung der Logik der Kooperation des Menschen mit ferngesteuerten Robotern und die Möglichkeit für die Programmierung der Roboter, damit sie schädlich handeln“, erläutern die Mitarbeiter des Instituts für Psychologie bei der Russischen Akademie der Wissenschaften, Anatoli Kostin und Juri Golikow.

    Schon vor zehn Jahren hatten die beiden in Südkorea eine besondere ethische Charta entwickelt, die die Beziehungen zwischen den Menschen und Robotern regelt. „Die Regierung plant die Entwicklung von ethischen Normen, die die Rolle und die Funktionen der Roboter beschreiben werden, denn es wird erwartet, dass ihr Intellekt sich in der nächsten Zeit sehr entwickeln wird“, sagte damals der Handels-, Industrie- und Energieminister Südkoreas.

    Der amerikanische Philosoph Michail Epstein vermutet sogar die Entstehung einer neuen wissenschaftlichen Richtung – der Humanologie.

    „Während sich die Anthropologie mit spezifischen Merkmalen des Menschen unter anderen Lebewesen auf der Welt (…) beschäftigt, erforscht die Humanologie seine spezifischen Merkmale unter denkenden Wesen, intelligenten Maschinen und Technoorganismen“, so der Philosoph.

    Im Dezember 2016 fand an der britischen Salford University die weltweit erste Konferenz statt, die dem Sex mit Robotern mit Elementen künstlicher Intelligenz gewidmet war. Die Konferenz hieß „Technologien und Nähe: Wahl oder Zwang?“

    Die Teilnehmer der Konferenz besprachen Probleme, die bei „romantischen Beziehungen“ mit der künstlichen Intelligenz entstünden. Wie die britische Zeitung „Daily Mirror“ im Vorfeld der Konferenz bemerkt hatte, „werden die Wissenschaftler über die Möglichkeit der Liebe bzw. Ehe zwischen Menschen und Robotern sprechen, wie auch über den Einfluss, den Technologien auf diese Beziehungen ausüben.“

    1992 hatten die Forscher Doyne Farmer und Aletta Belin in ihrem Beitrag „Artificial Life: Coming Evolution“ geschrieben: „In 50 oder 100 Jahren wird möglicherweise eine neue Klasse von Organismen entstehen. Diese Organismen werden künstlich in dem Sinne sein, dass sie von Menschen hergestellt sein werden. Sie werden sich aber reproduzieren und sich in etwas Neues im Vergleich zu ihrer ursprünglichen Form entwickeln; sie werden ‚lebendig‘ in jeder möglichen Hinsicht sein.“

    Bereits Sigmund Freud hatte den Menschen „den Gott auf Prothesen“ genannt. Nicht umsonst definierte ihn der Psychologe und Mathematiker Wladimir Lefebvre: „Der Mensch ist ein Apparat, der unsere Befürchtungen wahr macht.“

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    Roboter, ERRN, Michail Epstein, Juri Golikow, Anatoli Kostin