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15:38 23 September 2019
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    Testschuss einer Railgun im US-Naval Surface Warfare Center, Januar 2008.

    Nach Railgun-Test: Russische Forscher visieren „neues Niveau“ an

    © AFP 2019 / John F. Williams / Office of Naval Research
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    Nach dem erfolgreichen Test einer in Entwicklung befindlichen elektromagnetischen Schienenkanone bei Moskau sprechen russische Forscher über weitere Pläne auf diesem Gebiet. Generell wären nicht nur militärische, sondern auch zivile Anwendungsbereiche möglich – etwa in Sachen Raumfahrt.

    „Durch die Entwicklung einer Railgun weiten wir unsere Möglichkeiten in Sachen Hochenergiephysik aus und kommen auf ein neues Niveau bei den Energie-Parametern. Wir wären bereit, Anlagen in die Produktion zu überführen, bei denen Geschwindigkeiten von mehr als 4 bis 4,5 Kilometer pro Sekunde erreicht werden sollen“, sagte Alexej Schurupow, Chef der in Schatura bei Moskau ansässigen Filiale des Vereinigten Hochtemperatur-Instituts, nach Angaben des TV-Senders Swesda.

    Die von diesem Institut entwickelte Railgun war Ende Dezember getestet worden. Ein durch ein Magnetfeld beschleunigtes Plastik-Projektil mit einer Masse von 15 Gramm durchbrach einen mehrere Zentimeter dicken Aluminium-Block. Die Geschwindigkeit des Projektils erreichte dabei drei Kilometer pro Sekunde.

    Der zuständige Laborchef Wladimir Polischtschuk sagte dem Sender im Hinblick auf den Test: „Was konkrete praktische Anwendungsbereiche der Anlage im Weiteren betrifft (etwa in Sachen Waffen oder Raumfahrt), wäre es vorerst doch verfrüht, darüber zu sprechen.“

    Wladimir Fortow, Präsident der Russischen Akademie der Wissenschaften, hatte zuvor eine mögliche Anwendung in der zivilen Raumfahrt angekündigt. Künftig erhofft er sich von solchen Anlagen einen Beitrag zur „Erforschung des Universums“. „Eine weitere Aufgabe wäre der Schutz der Erde vor schnellen Himmelskörpern, die für uns gefährlich sind, darunter vor Weltraummüll, Kometen und so weiter. Die nächste Aufgabe bestünde darin, Satelliten ins All zu schießen“, so Fortow.

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    Wie der Sender allerdings erläutert, wird noch viel Zeit vergehen, bevor es zu praktischen Einsätzen kommt. Es steht noch bevor, einige bei den Tests aufgedeckte Probleme zu überwinden. Dazu zählt vor allem der rasante Verschleiß der Konstruktion. Die beim Schießen verbrauchte Energie ist so hoch, dass Einzelteile schnell kaputt gehen. Eine weitere Schwierigkeit ist die Suche nach kompakten Energiequellen.

    Generell wird in Russland aktiv an neuartigen Waffensystemen gearbeitet. Wladimir Putin sagte im Herbst bei einer Beratung mit Militärs und Leitern russischer Rüstungsbetriebe: „Um ihr militärisches Potenzial zu festigen, verwenden die führenden Länder der Welt im 21. Jahrhundert bei der Waffenentwicklung aktiv die modernsten Technologien und die modernsten Leistungen der Wissenschaft – Laser, Hyperschall, Robotersysteme. Viel Aufmerksamkeit wird der Entwicklung solcher Waffen gewidmet, die eine gezielte Einwirkung auf kritisch wichtige Bewaffnungs-, Technik- und Infrastruktur-Anlagen des angenommenen Gegners ermöglichen. Wir werden auch weiterhin alles Nötige tun, um das strategische Kräfte-Gleichgewicht zu gewährleisten.“

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    Railgun, USA, Russland