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20:27 18 Oktober 2019
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    Iranischer Luftabwehrkomplex Bavar-373

    Was eigene Bavar-Raketensysteme für Teheran bedeuten - Militärexperte

    © AFP 2019 / Behrouz Mehri
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    Die Erklärung des Irans, einen eigenen Luftabwehrkomplex Bavar-373 entwickelt zu haben, der dem russischen S-300 in nichts nachstehe, ist ein an die USA und Israel gerichtetes politisches Signal, wie der russische Militärpolitologe Oberst a.D. Alexander Perendschijew von der Moskauer Plechanow-Universität erläutert.

    „Mit seiner Erklärung über die Entwicklung und den Test des Luftabwehr-Raketensystems Bavar-373, das dem russischen Luftabwehrsystem S-300 in nichts nachsteht, signalisiert der Iran den USA und Israel seine Gefechtsbereitschaft, hebt aber ebenso den Geist der Armee und Bevölkerung des Landes“, erklärte Pendschijew am Freitag.

    „Wenn die Iraner tatsächlich Errungenschaften erzielen, die für sie einen Durchbruch darstellen, so posaunen sie es natürlich nicht in alle Welt hinaus. Im vorliegenden Fall scheint es vor allem eine Reaktion auf die antiiranischen Äußerungen des US-Präsidenten Donald Trump zu sein. Zugleich wird Israel zu verstehen gegeben, dass seine Luftwaffe Objekte des Irans nicht straflos wird angreifen können“, vermutet der russische Experte.

    „Sie vergleichen ihre Militärtechnik nicht mit der amerikanischen oder einer anderen, sondern eben mit der russischen“, so Perendschijew, was einmal mehr deren hohes Niveau bestätige.

    Wie der Befehlshaber der iranischen Streitkräfte, Generalmajor Ataollah Salehi, laut der Nachrichtenagentur Tasnim zuvor erklärt hatte, produziere die Islamische Republik Iran eine ausreichende Menge an Militärtechnik und wolle auch künftig Waffen produzieren, die besser als bisher bekannte und vor allem russische Modelle sein sollen. Der im Iran entwickelte Fla-Raketenkomplex übertreffe auch den russischen S-300-Raketenkomplex, meinte er.

    Zuvor habe der Kommandeur der iranischen Luftabwehr-Basis Khatam al-Anbia, Brigadegeneral Farzad Esmaeili, erklärt, dass das iranische Bavar-373-Raketensystem bereits im Einsatz mit ballistischen Raketen getestet worden sei.

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    Moskau und Teheran hatten den S-300-Vertrag noch im Jahr 2007 abgeschlossen. Seine Erfüllung war jedoch laut der vom UN-Sicherheitsrat am 9. Juni 2010 verabschiedeten Resolution 1929 ausgesetzt worden, die den Verkauf von modernen Waffen, darunter auch Raketen und Raketensysteme, an den Iran untersagte. Dieses Lieferverbot wurde nach dem im Jahr 2015 erzielten Atom-Deal zwischen dem Iran und der Gruppe der sechs internationalen Vermittler (der UN-Vetomächte und Deutschland) aufgehoben. Mitte Dezember 2016 teilte Irans Botschafter in Russland, Mehdi Sanai, mit, Moskau habe die Lieferung der S-300-Raketensysteme an sein Land abgeschlossen.

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    Bavar-373-Flugabwehr-Raketensystem, S-300, Ataollah Salehi, Russland, USA, Iran