17:18 22 September 2017
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    Ein Patrouillenschiff des neuen Projekts 23550

    „Unsichtbare“ Kanonen in der Arktis: Russland setzt auf Mehrzweck-Eisbrecher

    © Foto: Russlands Verteidugungsministerium
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    Neuartige russische Patrouillen-Eisbrecher sollen einem Zeitungsbericht zufolge Tarnkappen-Maschinenkanonen bekommen. Damit sind sie nicht nur zu Transport-, sondern bei Bedarf auch zu Kampfeinsätzen fähig. Überhaupt ist es ein Trend, verschiedene Funktionen bei Eisbrechern zu kombinieren. Russland modernisiert aktiv seine Arktis-Infrastruktur.

    U-Boot der Nordflotte
    © Foto: Russian Defence Ministry
    Wie die Tageszeitung „Iswestija“ berichtet, sollen Patrouillenschiffe des neuen Projekts 23550 mit Maschinenkanonen des Typs AK-176MA ausgerüstet werden. Schiffe dieser Klasse sollen ab 2019 der russischen Kriegsmarine zur Verfügung gestellt werden. Jedes davon ist voraussichtlich in der Lage, eine bis zu 1,5 Meter Dicke Eisdecke zu überwinden und bei Bedarf auch als Schleppschiff zum Einsatz zu kommen.

    Die Kanone soll see-, küsten- und luftgestützte Ziele ins Visier nehmen können. Sie wurde anhand einer Tarnkappen-Technologie konzipiert: Ihre Türme sind nicht abgerundet, sondern eckig. Dies macht das Geschütz für gegnerische Radare weniger auffällig.

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    Die Entscheidung über die Montage solcher Maschinenkanonen an den „Kampf-Eisbrechern“ war nach Informationen der Zeitung Ende des vergangenen Jahres gefallen. Mittlerweile wurde der endgültige Entwurf für das Projekt 23550 vorgelegt. Die Kanone soll im vorderen Teil des Schiffs platziert werden.

    Entwickelt wurde das Geschütz von dem in St. Petersburg ansässigen Hersteller Arsenal. Es hat ein digitales Leitsystem. Abgefeuert werden 76-mm-Geschosse – bis zu 125 pro Minute. Die Reichweite gegen see- oder landgestützte Ziele beträgt 16 Kilometer.

    Wie die russische Schifffahrt-Expertin Nadeschda Malyschewa dem Blatt sagte, sind die Eisbrecher des Projekts 23550 dafür geeignet, arktische Gewässer zu bewachen, festgehaltene Schiffe zu begleiten bzw. zu schleppen, russische Versorgungsschiffe zu unterstützen, an Rettungseinsätzen teilzunehmen, Güter mit Containern zu transportieren sowie bei der Brandlöschung an schwimmenden und Küstenanlagen mitzuwirken.

    „An moderne Eisbrecher werden deutlich mehr Anforderungen gestellt als an ihre Vorläufer“, so Malyschew. „Vielseitig einsetzbare Mehrzweck-Patrouillenschiffe, die die Eisklasse mit mehreren Versorgungsfunktionen kombinieren, sind bei der Marine immer mehr gefragt.“ 

    Wie die Zeitung schreibt, geht der Bau solcher Mehrzweck-Eisbrecher darauf zurück, dass Russland seine militärische Infrastruktur in der Arktis auf Anordnung von Präsident Wladimir Putin aktiv modernisiere.

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    Tags:
    AK-176MA, Nadeschda Malyschewa, Arktis, Russland
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