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    Google aktiviert seinen Kampf um die Wahrheit

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    Der Internetkonzern Google hat die Faktencheck-Funktion gestartet, die strittige Fakten überprüfen soll. Dies berichten internationale Agenturen unter Berufung auf Google-Angaben.

    Das Faktencheck-Label wird demnach bei Google-Nachrichten und der Google-Suche eingesetzt. Der Faktencheck soll eine bestimmte Nachricht auf ihren Wahrheitsgehalt überprüfen können.

    Die Überprüfung wird Medienberichten zufolge nicht von Google selbst, sondern anhand vertrauenswürdiger Quellen im Netz durchgeführt. Diese Entscheidung erläuterte ein Google-Sprecher: „Wir glauben, dass Menschen es einfacher haben werden, diese Faktenchecks zu nutzen und zu beurteilen, um sich so eine fundierte Meinung zu bilden.“
    In dem betreffenden Fenster könnten die User sehen, um welche Behauptung es geht, von wem sie stammt, und ob eine seriöse Quelle die Informationen verifiziert oder widerlegt hat.

    Um die neue Google-Funktion zu nutzen, müssen die Online-Portale aber das Design ClaimReview verwenden. Eine Anleitung zum Einbau des Codes hat Google auf seiner Entwicklerseite veröffentlicht.

    Der Autor, Publizist und freie Journalist Paul Schreyer sagte gegenüber Sputinik dazu:

    „Die diversen Faktencheck-Initiativen, die derzeit laufen, sind zunächst einmal eine gute Sache. Alle Mediennutzer haben ein Interesse daran, möglichst wenig belogen zu werden. Die Vorgehensweise birgt aber einige Probleme, die meist ausgeblendet werden“.

    Er betonte dabei: „Zum einen stellt sich die Frage nach der Unabhängigkeit des jeweiligen Faktenprüfers. Das Portal Correctiv lässt sein Faktencheck-Team zum Beispiel direkt vom Milliardär George Soros finanzieren, der selbst politische Ambitionen in vielen Ländern verfolgt. Außerdem sollte man sich klar machen, dass sich nicht immer alles in ein simples Raster aus Wahrheit und Lüge pressen lässt. Zu vielen Vorfällen sind für lange Zeit nicht genügend Informationen verfügbar, um sicher sagen zu können, welche der konkurrierenden Thesen nun tatsächlich wahr ist. Gerade bei politisch brisanten Berichten, etwa zu Terroranschlägen, Kriegen oder Staatsstreichen spielen auch bei großen Medien oft politische Interessen eine Rolle in der journalistischen Darstellung. Medien sind oft parteiisch“.

    „Ein Faktencheck kann helfen, löst aber das Problem verzerrter und einseitiger Darstellung nicht“, so Schreyer abschließend.

    Google hatte im Oktober 2016 erstmals sein System vorgestellt, dessen Ziel es war, gegen die Verbreitung der Fake-News im Netz zu kämpfen. Das System wurde ursprünglich nur in ausgewählten Ländern (unter den ersten waren die USA und Großbritannien) getestet und war auf die Nachrichtensuche beschränkt.

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    Tags:
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